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Nachwuchs: Minibike-Meister hat spanische Feuertaufe bestanden

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Am vergangenen Wochenende fand in Spanien der finale Meisterschaftslauf des Motorradnachwuchses statt. Neben Emilio Alzamora Schützling Joshua Bauer ging auch der 11-Jährige Freddie Heinrich aus Berthelsdorf an den Start, der mit Platz 8 in seinem ersten Moto4- Rennen in der Spanischen Meisterschaft gleich auf sich aufmerksam machte.

Der Junge Sachse holte sich in diesem Jahr den Gesamtsieg beim ADAC Mini Bike Cup und muss aufgrund seines Alters nun sein Glück in der kommenden Saison in Spanien versuchen. Gern hätte das Nachwuchstalent seinen Weg auch in einer Deutschen Serie gemeistert, leider sah die derzeitige deutsche Nachwuchsszene jedoch keine Möglichkeiten vor in der, der 11-Jährige weiter durchstarten könnte. Erst mit 14 Jahren wäre der Weg frei für den Junior-Cup oder den ADAC Northern Europe Cup. Zwei Jahre, die der junge Motorradsportler ungern verstreichen lassen möchte.

Unterstützt vom ADAC Sachsen Leistungszentrum ging es somit für den Minibiker am 17.10.2016 gemeinsam zunächst ins spanische Aragon, wo der Schüler bei einem Testtag erste Erfahrungen mit der Metrakit sammeln konnte. Doch kaum miteinander warm geworden, führte die Reise bereits am Mittwoch weiter nach Navarra, wo das Finale der Spanischen Motorradmeisterschaft ausgetragen wurde. Neben den Freien Trainings Donnerstag und Freitag ging es am Samstag in zwei Qualifikationssitzungen, die der Minibikechampion letztlich mit Startplatz 8 abschloss.

Ein solider Startplatz für den Deutschen, der nach der ersten Quali-Sitzung zunächst ziemlich enttäuscht über eine vorübergehende 20.te Startposition war und in der anschliessenden Session nochmal einen Zahn zulegte. „Die erste Quali-Sitzung sind wir auf Regenreifen gefahren. Das war ganz neu für Freddie, da er das aus dem Minibikecup nicht kennt, denn dort fahren wir keine Regenreifen,“ erklärte Vater Marco Heinrich. „Es war ganz schön ungewohnt, das erste Mal mit Regenreifen rauszugehen und Freddie kam als Zwanzigster zurück an die Box. Natürlich hat ihn das gewurmt, obwohl das Feld aus über 30 Startern bestand und er somit im mittleren Feld lag. Aber es war nicht das, was er sich vorgestellt hatte,“ so Heinrich Senior weiter. „Im zweiten Qualifying war es zwar trocken, jedoch wies die Strecke noch nasse Stellen auf und somit wurde auch diese Session mit Regenreifen gefahren. Aber bereits im zweiten Durchlauf konnte er sich verbessern und sich Startplatz 8 holen, worüber sich besonders auch sein Team gefreut hat.“

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Auch im folgenden Rennen am Sonntag konnte Freddie Heinrich überzeugen. Gleich beim Start kam der Nachwuchspilot mit der Startnummer 4 gut vom Fleck und konnte sich in den ersten Kurven auf Platz 5 halten. Dann jedoch kam ein Kontrahent dem Sachsen in die Quere, Heinrich fiel bis auf Platz 12 zurück, kämpfte sich jedoch als Achter bis ins Ziel. „In der letzten Rennrunde war Freddie 1,5 Sekunden hinter dem Ersten. Es war sehr ergreifend wie sich das Team im Parc Ferme gefreut hat. Es ist in Spanien schon wie eine andere Welt. Besonders die Boxen sind ganz anders aufgebaut, als wir es von Deutschland kennen,“ schwärmte Vater Heinrich. „Auch in der Pre Moto3-Serie in der Joshua Bauer gefahren ist, gibt es überall Live-Timinig und sie wird sogar live im Fernsehen übertragen, das was es bei uns leider nicht gibt. Es ist spürbar, dass die Spanier den ganzen Rennsport leben. Der Respekt gegenüber den Kindern ist grossartig und man wird sofort im Team herzlich aufgenommen. Es ist schon anders aber es ist auch härter, da das Feld eng beieinander liegt.“

Sprachlich muss auch der junge Nachwuchspilot sicher noch etwas für sich tun, damit die Verständigung mit seinem Team künftig klappt und auch in der Schule gilt es die eine oder andere Hürde zu bestehen, um weiterhin der Rennsportleidenschaft nachgehen zu dürfen. Die Feuertaufe in Spanien kann man jedoch nach diesem Wochenende in Navarra durchaus als bestanden betrachten. 

Text: Doreen Müller

Fotos: ADAC Sachsen Leistungszentrum

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Kommentare (1)

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    Matthias Tammen

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    Ein sehr guter und auch vielsagender Bericht, der mit wenigen Worten die mangelhafte Situation in Deutschland beschreibt. “ Gern hätte das Nachwuchstalent seinen Weg auch in einer Deutschen Serie gemeistert, leider sah die derzeitige deutsche Nachwuchsszene jedoch keine Möglichkeiten vor in der, der 11-Jährige weiter durchstarten könnte. Erst mit 14 Jahren wäre der Weg frei für den Junior-Cup oder den ADAC Northern Europe Cup. Zwei Jahre, die der junge Motorradsportler ungern verstreichen lassen möchte.“ Bei dem Satz müssen doch die Alarmglocken klingeln. Da muß gegengesteuert werden, aber das möchte man wohl nicht, wie mir scheint. Auch ist es in Spanien wohl nicht so, das man jammert, wie gefährlich das für Kinder ist. Das Gegenteil ist der Fall, auch den Kids wird Respekt entgegengebracht.

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