Mugello-GP: Lorenzo fährt souverän zum 1. Ducati-Sieg

Zum Rennen der Königsklasse in Mugello hatten die Tifosi alles vorbereitet um wahres italienisches Feuerwerk abzubrennen! Unter der tosenden Menge fuhren die GP-Piloten in die Startaufstellung. Bei knackigen 51 Grad Streckentemperatur sollte es jedoch keine leichte Aufgabe werden, das Rennen mit den zu Verfügung stehenden Michelinmischungen zu überstehen. Letztlich entschied die passende Strategie im richtigen Moment über Sieg oder Niederlage auf dem Mugello Circuit!

Die Strategie von Ducati-Pilot Jorge Lorenzo schien bereits zu Beginn klar gewählt! Wie im Vorjahr übernahm der Mallorquiner gleich nach dem Start die Führung von Lokalmatador Valentino Rossi. Dahinter reihte sich direkt Repsol Honda Pilot Marc Marquez auf drei in die Verfolgergruppe ein. Der amtierende Champion zog sofort aggressiv nach vorn und drückte den auf diesem Platz liegenden Danilo Petrucci nach außen. Der Italiener verlor dadurch deutlich Plätze und musste sich auf Rang 8 wieder einreihen. Andrea Iannone folgte als Vierter vor Ducati-Pilot Andrea Dovizioso und Alex Rins (Suzuki Ecstar) aus der ersten Runde.

Indes war für Dani Pedrosa das Wochenende gleich nach wenigen Sekunden gelaufen. Der gebeutelte Spanier musste von Platz 20 aus starten und ging in Kurve 2 zu Boden, gefolgt von Scott Redding, der in Kurve 15 wegrutschte. Auch für Jack Miller (Sturz Kurve 4) , Tom Lüthi (Sturz Kurve 15), Karel Abraham und Takaaki Nakagami war zeitig Schluß!

In Kurve 1 holte sich Marquez währenddessen Platz zwei von Valentino Rossi. Der Spanier setzte seine Konkurrenz mächtig unter Druck, riskierte selbst diesmal jedoch zu viel. In Kurve 10 rutschte der amtierende Weltmeister in den Kies und nahm als 18.ter mit einem deutlichem Rückstand von 24 Sekunden zur Spitze das Rennen wieder auf.

Derweil gelang es Jorge Lorenzo sich auf Platz 1 zu halten. Er führte mit knapp einer Sekunde Vorsprung das Feld vor Rossi und Dovizioso an. Letzterer machte dem “Doktor” wiederum mächtig Feuer unter dem Hintern, aber auch Andrea Iannone, Danilo Petrucci und Alex Rins blieben dabei. Mit einem kleinen Abstand folgte Cal Crutchlow zwischenzeitlich auf 7 vor Johann Zarco, Maverick Vinales und Alvaro Bautista in den Top 10!

Kurve 1 wurde Publikumsliebling Rossi schließlich zum Verhängnis. Der Yamaha-Pilot erlaubte sich einen Fehler und musste somit sowohl Dovizioso, wie auch Iannone vorbei gehen lassen. Hinter Rossi wartete Danilo Petrucci auf seine Chance, dieser nutzt schließlich den Kampf zwischen Iannone und Rossi um sich vor beide Kontrahenten zu setzen und lag damit elf Runden vor Schluß auf Podiumskurs.

An der Spitze fuhren derweil Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso die schnellsten Rundenzeiten. Der Mallorquiner spulte mit seiner Medium-Soft-Mischung konstante 1:48er-Rundenzeiten ab, doch sein Teamkollege blieb weiterhin an ihm dran. Mit Danilo Petrucci auf drei schien es somit eine reines Ducati-Podium in Mugello zu werden. Doch so schnell wollte sich Valentino Rossi von seinem Landsmann nicht geschlagen geben. Fünf Runden vor Schluß folgte der Konter und Petrucci rutschte wieder deutlich zurück. Mit Andrea Iannone auf 4. und Alex Rins auf 5. liegend wurde der Kampf um den letzten Podestplatz so noch einmal richtig spannend!

Wieder war es Kurve 1 in der es Rossi´s Kontrahent versuchte. Andrea Iannone gelang es kurz innen rein zu stechen, ging allerdings zu weit und musste den “Doktor” wieder vorbei ziehen lassen. Dies brachte Alex Rins wieder ins Gespräch, der hinter seinem zurückfallenden Teamkollegen lauerte. 

Nach 24 Rennen auf Ducati kam Jorge Lorenzo schließlich als Sieger des MotoGP-Rennens mit 6,3 Sekunden Vorsprung auf Andrea Dovizioso (Ducati) ins Ziel. Auch Valentino Rossi hatte allen Grund zum Jubeln. Mit Platz 3 holte der 39-Jährige sein 230. Podium – das 194. in der MotoGP und kann insgesamt 5005 WM-Punkte auf seinem Konto verbuchen! 

Andrea Iannone (Suzuki Ecstar) sicherte sich letztlich Platz vier ganz knapp vor Alex Rins (Suzuki Ecstar). Cal Crutchlow (LCR Honda Castrol) schnappte sich noch Platz 6 von Danilo Petrucci (Alma Pramac Racing). Maverick Vinales (Movistar Yamaha), Alvaro Bautista (Angel Nieto Team) und Johann Zarco (Monster Yamaha Tech3) komplettierten die Top Ten. Pol Espargaro holte für KTM mit Platz 11 ebenfalls wichtige Punkte. Hafizh Syahrin (Monster Yamaha Tech3) wurde 12., Tito Rabat (Reale Avintia Racing) 13. und Bradley Smith (Red Bull KTM Factory Racing) 14. Der letzte WM-Punkt ging an Franco Morbidelli (EG 0,0 Marc VDS), Marc Marquez (Repsol Honda) wurde nur 16. und ging damit in Mugello leer aus.

Die Stimmen aus dem Parc Ferme

Jorge Lorenzo (Ducati Team) – Platz 1
“Viele Leute haben gesagt, dass ich mental nicht richtig eingestellt bin und sie haben nicht an mich geglaubt. Ich habe aber gesagt, dass ich nur mehr Selbstvertrauen brauche und schonender fahren muss. Das Team hat mir schließlich den neuen Tank zur Verfügung gestellt, mit dem ich mich sofort wohler gefühlt habe und am Freitag schon gemerkt habe, dass ich eine konstantere Pace fahren kann. Heute konnte mich niemand einholen und ich habe gewonnen. Das ist ein Traum, hier mit der Ducati zu gewinnen!”

Andrea Dovizioso (Ducati Team) – Platz 2
“Ich denke, dass wir die falsche Entscheidung beim Vorderreifen getroffen haben und somit bin ich nicht ganz zufrieden! Ich habe gesehen, wie Valentino die Front fast dreimal vor mir verloren hat. Auch ich konnte nicht von Beginn an pushen. Ich glaube, dass Vale und ich einfach die falsche Wahl getroffen haben.  Am Ende ging auch noch der Hinterreifen ein und ich konnte an Jorge nicht dran bleiben. Er ist jedoch ein perfektes Rennen gefahren! Dieses Wochenende war sehr schwierig für uns, und am Ende gehen wir mit 20 Punkten nach Hause. Das ist auch nicht so schlecht für die Weltmeisterschaft. Ich möchte mich bei Ducati bedanken, weil ein Doppelpodium hier in Mugello auch etwas besonderes ist.”

Valentino Rossi (Movistar Yamaha) – Platz 3
“Ich bin so glücklich! Das war ein so schwieriges Rennen heute. Wir mussten mit dem harten Reifen fahren und wir wussten, dass das schwer werden wird. Vor allem mit der Front hatte ich Schwierigkeiten. Dennoch war es am Ende die richtige Entscheidung, weil die anderen auf den weicheren Reifen im zweiten Rennabschnitt mehr Probleme hatten. Daher konnte ich pushen. Am Ende hat mir Iannone noch ordentlich Druck gemacht und ich musste mein Maximum geben. Aber ich bin Dritter geworden und das war mein Ziel, hier in Mugello auf dem Podium zu stehen!”

 

Die Rennergebnisse der MotoGP findet Ihr HIER.

Text: Doreen Müller-Uhlig

Foto: motogp.com

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