MotoGP: Mein Fazit nach den Vorsaisontests

Die MotoGP-Vorsaison ist vorbei. Nur noch die Moto 2 und Moto 3 haben Tests vor sich, bevor es nächste Woche Freitag endlich in die neue Saison geht. Zeit für mich, mal ein Resümee aus dem zu ziehen, was jetzt auch die letzten Tage in Katar gelaufen ist.

Eng beisammen
Zumindest in Katar waren die Top-Fahrer dicht zusammen. Das war so auch schon letztes Jahr zu beobachten. Die Kluft zwischen Werks-und Kunden-Teams ist erst in den nachfolgenden Rennen wieder gewachsen. Dennoch denke ich, dass uns beim Saisonauftakt ein spannendes Rennen erwarten könnte, denn:

Ducati is back
Was viele für unmöglich gehalten haben, scheint sich jetzt Wirklichkeit zu werden. Die Ducatis sind mit der neuen GP15 absolut konkurrenzfähig. Sicher, die Open-Vorteile, die dem Werk mit weicheren Reifen und vier Litern mehr Benzin zustehen, sind ein Streitthema, aber hat man nicht Jahre lang über das Honda-Yamaha-Monopol an der Spitze der Weltmeisterschaft gejammert? Die Fahrer haben sich immer geschlossen für mehr Spannung in ihrem Sport ausgesprochen. Wären die Ducatisti eine solche Übermacht wie damals ein Mick Doohan oder Valentino Rossi auf der 5-Zylinder Honda von 2002, könnte man die Kritik (z.B. seitens Yamaha ) nachvollziehen. Die Ist-Situation macht mir jedoch lediglich Appetit auf eine bessere Show für die Fans an der Strecke und vor den TV-Monitoren in diesem Jahr. Ducati ist eben nicht überlegen, sondern konkurrenzfähig.

Cal Crutchlow macht einen guten Job
Nachdem er im letzten Jahr auf der Ducati kläglich gescheitert ist, freut es doch sehr zu hören, dass Cal Crutchlow mit der LCR Honda wieder schnell unterwegs ist. Viele Problemchen vor allem in Sachen Bremse hemmen den Briten zwar noch am Ausschöpfen seines vollen Potentials, aber einen Vorgeschmack konnte er auch in Katar definitiv bieten.

Rookie Vinales schlägt sich hervorragend
Maverick Vinales erstaunt mich sehr. Ich hätte zum einen die Performance der Suzuki nicht so hoch eingeschätzt, zum anderen ist der Rookie in der Lage, sich sehr schnell an die MotoGP-Maschine zu gewöhnen. Auch macht er in meinen Augen grade noch eine persönliche Entwicklung á la Jorge Lorenzo durch. Vinales wirkt (wie das bei ihm auch in der Moto2 schon zu sehen war) immer lockerer und offener. Er scheint entspannt an seine neue Aufgabe heranzugehen und das ist vermutlich letztlich auch der Schlüssel zu seinem Erfolg. Wenn er sich weiter so entwickelt, sehe ich ihn als Top 10 Kandidaten im Laufe der Saison.

Stefan Bradl hat es schwer
Die letzten beiden Tests liefen sehr schlecht für unseren Deutschen in der MotoGP. Bradl konnte nicht seine Form aus Sepang 1 bestätigen, aber er wird trotzdem bis zum ersten Rennen wieder dort sein, wo man ihn erwarten kann. Der Anreiz des Neuen wird ihm die Motivation und Energie geben, den Schritt in die Top zehn schaffen.






Text: Dominik Lack

Foto: Ducati Press, Repsol Honda, Drive M7 Aspar Racing, Movistar Yamaha, Forward Racing


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