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MotoGP: Kolumne “Die MotoGP ist auf dem Höhepunkt”

Die MotoGP-Klasse ist auf ihrem Höhepunkt. Diesen Eindruck habe ich durch den bisherigen Saisonverlauf gewonnen. Der Aragón-GP beispielsweise hat am vergangenen Sonntag ein starkes, anschauliches Beispiel dafür geliefert, dass die Serie spannend wie lange nicht mehr ist.



Wir haben an der WM-Spitze einen Zweikampf, der in schon in der Vergangenheit brisant war. Doch was ihn jetzt umso mehr würzt ist die Tatsache, dass weder Rossi noch Lorenzo irgendjemandem der Journalisten und Kritiker etwas beweisen muss. Es geht ausschließlich um die Ehre. Ein Fight zwischen zwei Giganten dieses Sports, der 2010 durch die Verletzungspause des “Doktors” je beendet und erst im letzten Jahr wieder aufgenommen wurde. Dieses Mal geht es aber um nichts geringeres als den WM-Titel!

Rossi ist hungrig, das hat er in Aragón wieder bewiesen. Hut ab, mit 36 Jahren ein beinhartes Duell mit dem Lokalmatadoren und wiedererstarkten Dani Pedrosa zu führen, ist allein schon der Wahnsinn. Dass es am Ende nicht gereicht hat, ist zwar für die Vale-Fans schade, aber es hat halt nicht sollen sein.

Ob man es hören will oder nicht: Einen großen Anteil an der Spannung der WM hat die Tatsache, dass auch ein Marc Marquez Fehler macht. Was wäre, wenn Marquez zum dritten Mal in Folge durchmarschiert wäre? Wir würden jedes Wochenende erneut im Qualifying die Hoffnung auf ein spannendes Rennen haben, dann aber am Sonntag mit einem Start-Ziel-Sieg enttäuscht werden. Dadurch, dass der Spanier arg im Rückstand liegt, hat er momentan nichts mehr zu verlieren und ist brandgefährlich.

Auch das Pech von Jorge Lorenzo, der schon zweimal wichtige Punkte wegen Helmproblemen verloren hat, ist ein Spannungsfaktor. Von wem ich höre, Lorenzo suche lediglich nach Ausreden, dem sei gesagt: Jorge Lorenzo ist psychologisch unzerstörbar. Ich habe dieses Jahr schon in einigen seiner Pressekonferenzen gesessen und er strahlt jedes Mal wieder eine eiserne Entschlossenheit aus. Für viele kommt er dadurch arrogant rüber, aber diesen Schutzpanzer braucht man, um in der MotoGP solch eine Performance abzuliefern. Vom reinen Speed her ist er nämlich Teamkollege Rossi einen Schritt voraus…zumindest meistens.

Meiner Meinung nach werden wir erst in Valencia eine WM-Entscheidung sehen können. Nun kommen mit Motegi, Sepang und Phillip Island drei Überseerennen, bei denen wirklich alles passieren kann. Wetterkapriolen, Stürze, Defekte, alles dies hat dieses Jahr die MotoGP-WM spannend gehalten. Bei 14 Punkten Vorsprung kann sich Rossi nicht ausruhen, aber Lorenzo darf auch keine Fehler machen. Eine Vorhersage zu treffen ist unmöglich und genau das ist derzeit das Schöne an dieser Serie.



Text: Dominik Lack
Foto: Movistar Yamaha


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