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MotoGP: Exklusiv-Interview Stefan Bradl “Habe viel dazu gelernt”



Stefan Bradl kommt nach seinem Wechsel von der Forward Yamaha auf die MotoGP-Aprilia immer besser zurecht. Schon in Indianapolis konnte er sich einige Male vor Teamkollege Alvaro Bautista schieben. In Brünn machte der Deutsche einen weiteren Schritt nach vorn und fuhr im Rennen knapp hinter dem Spanier auf Rang 14. Racetrack-News hat mit Stefan Bradl nach dem Rennen gesprochen:


“Ich bin natürlich schon sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das Duell habe ich am Schluss zwar knapp verloren, aber aus meiner Sicht lief es gut, weil ich zwei Punkte mit der Aprilia im zweiten Rennen holen konnte. Ich hab wieder viel dazu gelernt. Dennoch ist Alvaro Bautista zum Ende des Rennens noch ein bisschen schneller als ich gewesen. Wir kommen Schritt für Schritt nach vorne und es macht Spaß mit der Truppe zu arbeiten. Ich bin sehr happy wie das ganze Wochenende gelaufen ist. In Silverstone versuchen wir dann an das Ergebnis von hier anzuschließnen. Es wird keine einfache Strecke für Aprilia werden, aber ich bin optimistisch, dass wir da weiter machen können. Wir hoffen, dass wir uns weiter stetig verbessern und das ist das Wichtigste. Wir haben dieses Wochenende ein super Teamresultat eingefahren mit den zwei Punkten und das versuchen wir jedes Rennwochenende wieder zu bestätigen.”

Wie fühlt sich für Dich die Aprilia in Deinem zweiten Rennen an?


“Die Aprilia fühlt sich eigentlich ganz gut an. Die ersten zehn Runden konnte ich pushen, weil ich das Motorrad richtig nutzen konnte. Zum Schluss hab ich doch schon ein bisschen einbüßen müssen aber Alvaro Bautista hat natürlich auch eine super Zielscheibe mit mir vor sich gehabt. Dieser Umstand hat vielleicht für ihn gesprochen und am Schluss hat er etwas mehr Reifengrip aus der Kurve raus gehabt. Ich hab dann auch nicht alles riskieren wollen um ihn zu packen”

Wie kommst du mit Deinem Kahnbeinbruch dieses Wochenende zurecht?


“Mit der Hand wird es jedes mal ein bisschen besser, sodass ich fast perfekt auf der Bremse agieren konnte. In Silverstone sollte es keine Probleme mehr geben und ich hoffe, dass wir da weiter machen können, wo wir heute aufgehört haben. Punkte sind natürlich jetzt das Ziel! Natürlich haben wir ein bisschen von den Ausfällen von Vinales und Crutchlow profitiert, auch wenn das dazugehört. Wir haben einen riesen Job gemacht und ich bin schon sehr happy jetzt.”

Wenn Du Deine Resultate vom Wochenende betrachtest, bist Du mit den Einstellungen an Deinem Motorrad zufrieden oder hast Du noch Ideen was Ihr anders abstimmen könntet?


“Das Ziel ist es das Motorrad weiter abzustimmen auch für das Rennen. Mein Hinterrad war schon sehr aufgebraucht (am Arsch auf Deutsch gesagt). Dadurch haben wir ein bisschen eingebüßt und das war bei meinem Teamkollegen etwas besser. Er kennt natürlich das Motorrad. Wir schauen, dass wir da weiter machen können. Wir haben noch viele Sachen zu probieren. Bautista ist mit einem neueren Chassi unterwegs als ich und das trifft mich auch wenn demnächst der neue Austausch sein soll. Wir haben ja auch noch einen anderen Reifenhersteller auszuprobieren und vielleicht haben wir dabei auch noch Zeit andere Dinge zu testen wie zum Beispiel anderes Material, aber das weiß ich noch nicht.”

An diesem Wochenende war Dein Boxennachbar Dein alter Rennstall Forward Racing. War das ein komisches Gefühl für Dich oder hattest Du damit eher keine Probleme?

“Das ist für mich kein Problem. Ich habe nach wie vor mit den Teammitgliedern ein gutes Verhältnis. Ich habe sogar ein Meeting mit dem Chef gehabt und die haben das ganze sehr gut nachvollziehen können. Das war an sich gar nicht so schlimm für mich. Das einzige was ja ein Problem war, war die Verhaftung von dem Chef. Aber er hat sich nachträglich nochmal bei mir gemeldet.”

Es ging ja doch alles recht schnell auch mit dem Teamwechsel und ein neues Team heißt natürlich auch neue Menschen kennen zu lernen und miteinander arbeiten zu können. Wie bist Du im Team angekommen?

“Ich fühle mich hier wohler und ein bisschen besser aufgehoben. Ich finde, das macht sich auch bemerkbar, denn die Leistungen spiegeln das auch wieder. Ich bin im Team zufrieden.”

Eine letzte Frage noch zur Beschaffenheit der Rennstrecke. Wie siehst Du den Unterschied zwischen dem Asphalt am Sachsenring und in Brünn, da es ja am Wochenende viele Stürze gab und es auch oft mit dem fehlenden Grip in Verbindung gebracht wurde. Der Sachsenring bekam die Auflage die Strecke zu asphaltieren. Siehst Du das für hier auch als notwendig?

“Brünn ist auch sehr holprig geworden, aber man kann es mit dem Sachsenring nicht vergleichen. Brünn ist eine reine Motorrad-Rennstrecke und der Sachsenring ist ein Fahrsicherheitszentrum. Am Sachsenring wurde das letzte Mal glaub ich 2007 asphaltiert und ich glaube, dass ist auch hier 2007/2008 passiert. Brünn hat halt ein bisschen Probleme, weil sie drauf und dran waren, das Rennen zu verlieren und die hatten erstmal andere Probleme zu lösen. Vielleicht kommt das in den nächsten zwei Jahren noch nach. Am Sachsenring bin ich dieses Jahr ja nicht gefahren, daher kann ich da jetzt keinen aktuellen Vergleich ziehen. Schaden würde es aber nicht, wenn auch hier der Asphalt erneuert werden würde.”

Wir bedanken uns bei Stefan Bradl für das Interview und wünschen ihm für das nächste Rennen in Silverstone alles Gute. Wir sind schon sehr auf die dortigen Resultate gespannt.

Foto: Doreen Müller

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