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Moto2: Randy Krummenacher im Exklusiv- Interview “Nachwuchsförderung auch in der Schweiz schwierig”


Der 25-jährige Moto2-Pilot Randy Krummenacher stieg mit 8 Jahren als Motorradrennfahrer erstmals auf ein Podest. Bereits 9 Jahre später bestritt er sein Debüt in der WM und erzielte für RedBull – KTM seinen ersten 3. Platz beim Grandprix in Barcelona. In der diesjährigen Saison ist der Züricher für das italienische JiR Racing Team von Gianluca Montiron angetreten und steuert eine Kalex Moto2. Im Interview mit Racetrack-News spricht Randy über seinen Weg in die Moto2-Klasse, die Nachwuchssituation in der Schweiz und beantwortet Leserfragen.



Randy, Du bist 1998 Vizecrossmeister in der Schweiz geworden. Wie bist Du damals zum Motorradrennsport gekommen und warum bist Du nicht beim Motocross geblieben, sondern zum Straßenrennsport gewechselt?

“Motocross war das Einzige was ich in der Schweiz machen konnte als 5-jähriger. In diesem Bereich gab es in der Schweiz schon Möglichkeiten an Rennen teilzunehmen und es war das Einfachste für mich, da wir bei mir um die Ecke ein bisschen üben konnten. Ich wollte einfach Motorrad fahren. Das war mich das Wichtigste. Natürlich ging es später auch darum weiter fahren zu können aber soviel andere Möglichkeiten hatten wir leider nicht. Ausschlaggebend für meinen Wechsel zum Straßenrennsport war schließlich eine Schulterverletzung, die ich mir beim Motocross zugezogen habe. Mit dieser Verletzung musste ich mit dem Motocross aufhören, aber Pocketbike fahren ging für mich noch. Von der Verletzung merke ich heute nichts mehr.”

Nach deinen ersten Jahren für RedBull-KTM bist Du im Jahre 2009 auf eine Aprilia RSA gewechselt und wurdest für die Saison 2010 von STIPA Molenaar GP Team unter Vertrag genommen. Daraufhin folgte Dein Aufstieg in die Moto2-Klasse mit dem Grand Prix Team Switzerland. 2013 warst Du schließlich im schweizerischen Team Technomag–carXpert mit einer Suter Moto2 unterwegs und 2014 folgte der Wechsel zum IodaRacing Project. Für die Saison 2015 musstest Du erneut einen Teamwechsel vornehmen.  Wie kommst Du in dieser Saison mit dem erneuten Wechsel und Deinem jetzigen Team zurecht?

“Das Team (JiR Racing) ist gut und ich fühle mich sehr wohl. Es war ein steiniger Weg bis hier hin. Ich hab etliche Male das Team gewechselt. Dies war sicher immer wieder ein kleiner Rückschlag, weil ich immer wieder von Anfang an neu beginnen musste. Ich musste die Leute neu kennenlernen und sie auch mich. Das ist schon sehr schwierig. Aber ich komme wirklich sehr schnell voran mit dem Team. Ich verstehe mich gut und alle helfen mir sehr um mich fahrerisch weiter zu bringen. Aber wir lernen immer noch und wir machen immer noch Fehler, die man macht wenn man das erste Jahr zusammenarbeitet.”

In den ersten 2 Jahren in der Moto2 bist Du schon mal ein deutsches Motorrad (Kalex) gefahren mit dem Du erfolgreich unterwegs warst. Zwischendurch kam der Wechsel auf eine Suter. Nun pilotierst Du erneut die Kalex Moto2. Ziehst Du für Dich da Vergleiche? Hat sich für Dich viel verändert?

“Für mich ist es ein sehr gutes Gefühl mit der Kalex fahren zu können. Ich fühle mich zu Hause auf ihr. Ich bin zwei Jahre die Suter gefahren und die Suter ist sicher ein gutes Motorrad. Man kann mit einer Suter auch gewinnen und gute Resultate einfahren. Ich habe aber nicht herausgefunden wie ich mit dem Motorrad konstant schnell bin, das habe ich nicht geschafft. Auf der Kalex Moto2 habe ich mehr Vertrauen und ich verstehe das Motorrad auch besser.”

Nun gibt es im Rennkalender auch große Pausen, wie zwischen dem deutschen Grandprix und dem Grandprix in Indianapolis. Wie bereitest Du Dich nach einer längeren Pausen vor? Schaltest Du komplett ab oder verfolgst Du weiterhin einen Trainingsplan?


“In all den Jahren habe ich schon Alles versucht. Ich denke am Schluss ist es für mich gut wenn ich weiter an meiner Kondition arbeite. Um konditionell fit zu bleiben, fahre ich zum Beispiel in der ersten Woche meines Urlaubes noch Motocross.  Allerdings ist es für mich auch wichtig abschalten zu können. Das heißt ich fahre auch mal zwei Wochen kein Motorrad. Einfach auch mal abschalten ist für mich besser.”

Am Anfang des Interviews hast Du berichtet, dass Du zuerst Motocross gefahren bist und danach Dein Wechsel zum Straßenrennsport erfolgte. Wie sieht es in Deiner Heimat generell mit den Möglichkeiten aus im Rennsport voran zu kommen, wenn man als Nachwuchs einsteigen möchte? Zumal es bei Euch keinen Austragungsort und auch keine Rennstrecke gibt.

“Das ist wirklich sehr schwierig, auch bei uns. Man braucht schon verrückte Eltern um das Ganze machen zu können. Die Rennsportbegeisterung ist sehr klein und dementsprechend kommt auch wenig Support. Es gibt keine Akademie oder Ähnliches für den Nachwuchs. Das war ja bei mir ähnlich. Motocross war das Einzige in der Schweiz was für mich möglich war. Deswegen bin ich ja dann nach Deutschland und 2004 mit dem ELIT-Junior-Team in der Internationalen Deutschen Meisterschaft an den Start gegangen. Bei uns hätte ich keine Möglichkeit gehabt weiter zu kommen im Motorradrennsport. Es ist sehr schwierig, dass Talente nachkommen. Wenn der Nachwuchs Chancen haben soll, dann geht es leider nur so wie bei uns durch die Eltern. Rennsport hat bei uns schon einen schwierigen Stand. Wobei die Übertragungszeiten für die WM bei uns besser sind. Wir haben sicher weniger Fans und der Markt ist sehr klein. Deutschland von dem her sicher wichtiger für den Veranstalter wie wir es sind aber immerhin haben wir Moto2-Fahrer in der WM.”

Zum Abschluss unseres Interviews habe ich Dir noch zwei Leserfragen mitgebracht, die ich Dir nun stellen möchte:

Was ist Deine persönliche Meinung zu den Strafpunkten in der WM? Sinnvoll oder weniger sinnvoll für Dich?

“Meiner Meinung nach sind Strafpunkte sicher gut. Ich denke vor allem in der Moto3 sind sie wichtig, weil hier erlauben sich einige Fahrer schon sehr viel. Es ist nur immer sehr schwierig Punkte angemessen zu verteilen. Dort fair zu bleiben dass ist schwierig. Es ist eine große Aufgabe, aber ich denke es ist besser als keine Strafpunkte zu haben und alles zu zu lassen.”

Letzte Frage: Wenn Du den Titelkampf in der MotoGP betrachtest – wer wird es dieses Jahr? Rossi oder Marquez?


Ich denke Rossi! Ich mag den einfach.


Wir danken Randy Krummenacher, dass er sich die Zeit für uns genommen hat
und wünschen ihm für die weitere Saison viel Erfolg mit seinem Team JiR Racing.

Interview/Text & Foto: Doreen Müller


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