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Moto GP. FactoryClass vs. OpenClass. Wo sind die Unterschiede?

Die gravierendsten Unterschiede zwischen der Werksklasse und der Offenen Klasse sind neben dem Treibstoff und den Reifen auch die verwendete Software auf den Bikes und Regeln zur Weiterentwicklung der Motoren während der Saison.






Beim Treibstoff gibt es Maximalgrenzen die für ein Rennen getankt werden dürfen. So darf ein Bike aus der Werksklasse maximal 20 Liter Treibstoff tanken, ein Bike der Offenen Klasse 4 Liter (also 24 Liter) mehr. Wobei dieses Limit, zu mindestens in der Offenen Klasse oft gar nicht ausgereizt wird.

Bei den Reifen sind zwar die Marken und Modelle innerhalb der Rennklassen (Moto3, Moto2, MotoGP) gleich. Teams der Werksklasse steht hier die Wahl zwischen einer medium und harten Mischung zur Verfügung. Teams der Offenen Klasse können zusätzlich eine weiche Mischung wählen.
Das kann natürlich in dieser Saison für reichlich Spannung sorgen. Bikes der Offenen Klasse können schon früh von der vollen Performance der Reifen profitieren, wobei zum Ende ein echtes Haltbarkeitsproblem entstehen kann. Die Bikes der Werksklasse können aber eben durch härtere Reifen von längerer Haltbarkeit profitieren.

Ganz interessant wird es bei den nächsten Unterschieden…
Es dürfen in der Werksklasse nur 5 Motoren während der Saison benutzt werden und diese nicht weiterentwickelt werden. Es gibt einen Entwicklungsstand der vor der Saison eingefroren wird und durch Plomben an eben dem Motoreninnenleben usw. nicht mehr verändert werden darf. Hier gibt es vor allen Dingen Regeln für Nockenwellen, Kolben, Zylinder usw. Die Teams müssen sogar Vorlagemotoren hinterlegen, anhand später die Einhaltung der Regeln kontrolliert werden kann. Außerdem müssen die Motoren innerhalb eines Teams gleich sein.
Die Teams der Offenen Klasse dürfen 12 Motoren während einer Saison benutzen, diese sogar weiterentwickeln und zwischen den Fahrern eines Teams unterschiedliche Motoren einsetzen.

Alle Teams müssen (Motor- & Anzeige-) Steuergeräte von Magnetti-Marelli einsetzen. Diese enthalten ebenfalls den Datenlogger und ein Sensorenpaket. Die Teams der Offenen Klasse müssen eine vorgeschriebene Motormanagement Software einsetzen, die die üblichen aber eben nicht so spezialisierten Anpassungen zulässt.
Die Teams der Werksklasse dürfen neben weiteren Sensoren auch selbst entwickelte Motormanagement-Software einsetzen, hiermit soll Ihnen eine Möglichkeit gegeben werden die engen Vorgaben z.B. betreffend des Kraftstoffverbrauchs einhalten zu können. Aber es wird Ihnen eben auch die Freiheit und damit der Vorteil gegeben die Software so zu spezialisieren um Reifenverschleiß und Haftung über das ganze Rennen optimal beeinflussen zu können.
Hier soll HRC und Yamaha z.B. Algorithmen verwenden, die aus Tests vor dem Rennen und Daten der Sensoren die Haftung und den Reifenverschleiß für jede Runde des Rennens vorausberechnen kann und diese steuern kann.

Alles in allem zeigt sich, dass neben offensichtlichen Unterschieden wie die Kraftstoffmenge und eine weichere Reifenmischung doch auch besonders an der Technik der Bikes, nicht sofort offensichtliche, aber teils gravierende Regelunterschiede auf die Teams treffen.
Nicht ausgeführt wurden hier Unterschiede in der Regelung von Trainings- / Testfahrten.


Kurz zusammengefasst:
– Kraftstoff: Die Offenen Bikes dürfen 4 Liter mehr tanken
– Reifen: Teams der Offenen Klasse steht eine zusätzliche weiche Mischung zur Verfügung
– Motoren: Werksteams können keinerlei Weiterentwicklungen während der Saison vornehmen, Teams der Offenen Klasse schon.
– Software: Werksteams können viel speziellere Management Software einsetzen.

Quellen:



Text: Andre Schäfer

Foto: Dennis Witschel

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