Motegi-GP: Titelentscheidung gefallen – DesmoDovi riskiert zu viel

Schon im Vorfeld war die Anspannung bei Marc Marquez und Andrea Dovizioso in Motegi deutlich spürbar gewesen, denn alles hing am Rennsonntag davon ab was der Ducati-Pilot von der Pole Position aus erreichen wird oder ob Marquez vorzeitig in Japan seinen fünften WM-Titel einfahren wird.Im vergangenen Jahr siegte Dovizioso auf dem Twin Ring und auch in diesem Jahr zeigte der Polesetter, dass die Strecke ihm und Ducati liegt. Im Rennen konnte der Italiener sich einen engen Kampf mit Marquez liefern, doch letztlich ging DesmoDovi zu weit. Die Titelentscheidung war damit gefallen!

Marc Marquez schob sich beim Start unauffällig auf der Innenbahn an mehreren Piloten vorbei und la damit zügig auf Platz 3 während Jack Miller beinah mit einem Mitstreiter kollidierte. Johann Zarco konnte den Start indes nicht für sich nutzen und fiel direkt auf Position 6 vor Valentino Rossi zurück. An der Spitze kam Andrea Dovizioso zwar als Führender aus der ersten Runde, doch von hinten rückte ihm sein WM-Kontrahent schnell auf die Pelle. Auch Valentino Rossi, welcher derzeit in Dritter in der Weltmeisterschaft ist, sah zügig zu, weiter nach vorn zu kommen. Zarco machte im Kurvenbereich die Tür zu weit auf, dies nutzte Rossi um an ihm vorbei zu kommen, auch an dem Suzuki Ectstar-Pilot Alex Rins kam der neunfache Champion schnell vorbei.

Man fühlte sich schnell an den Vorjahreskampf erinnert, denn auch 2017 führt Andrea Dovizioso  vor Marc Marquez in Motegi! Doch der Spanier saß dem Ducati-Fahrer weiter im Nacken. Weniger gut lief die hingegen Anfangsphase für Andrea Iannone und Maverick Vinales: beide lagen nur noch auf den Rängen neun und zehn.

Derweil schnappte sich Cal Crutchlow Rennkollege Jack Miller und fuhr den Rückstand auf Marquez zu. In Kurve 7 holte sich der Brite anschließend den WM-Führenden mit einem aggressiven Manöver, Marquez konterte eine Runde später und setzte sich wieder hinter Dovizioso. Dieser zog an der Spitze das Tempo nur etwas an, um seine Reifen nicht komplett zu verheizen. In den Top Ten tat sich derweil fiel: Valentino Rossi setzte sich auf Platz 4 vor Andrea Iannone, der mit Teamkollege Rins nicht zimperlich umging. Jack Miller rutschte auf Platz 7, dahinter lagen Zarco, Pedrosa und Bautista auf den Plätzen 8 bis 10.

Zur Rennhälfte hatte sich die Spitzengruppe leicht von dem restlichen Fahrerfeld abgesetzt. Die Top 3 bestehend aus Dovizioso an der Spitze, Marquez und Crutchlow blieb dicht beieinander. Auch dahinter bildete sich ein kämpfende Dreiergruppe: Iannone attackierte Valentino Rossi und schnappte sich dessen vierten Rang, auch Rins wagte  sich an dem Movistar Yamaha Piloten wieder vorbei.

In Runde 14 folgte schließlich der erste Angriff von Marquez an Dovizioso vorbei. Doch der Spanier fährt auf der Geraden beim Rausbeschleunigen auf das Gras und verlor dadurch an Drive, was Dovizioso für sich nutzen konnte und in Kurve 10 kontert. Cal Crutchlow konnte indes das Tempo der WM-Duellanten nicht mehr mithalten und verlor den Anschluß. Hinter Crutchlow lauerte Rins schon auf seine Chance. 

In den letzten fünf Runden wurde es schließlich ernst! Dovizioso fuhr mit einer 1:45.696 Minuten in Runde 19 seine beste Zeit, doch Marquez antwortete sofort darauf mit 1:45.646 Minuten! Die Pace wurde immer schneller, Marquez ging drei Runden vor Schluß an Dovizioso vorbei doch der Italiener blieb dicht am Heck des Repsol Honda Piloten dran. Dovizioso ging volles Risiko, doch rutschte in der vorletzten Runde aus! Mit einem Sturz verabschiedete sich Andrea Dovizioso damit aus dem WM-Duell. Marc Marquez konnte damit entspannt in die letzte Runde gehen und überquerte als frisch gebackener MotoGP Champion die Start-Ziel-Linie!

Nach Dovizioso´s Ausrutscher konnten sich zwei weitere Piloten über einen sicheren Podestplatz freuen: Cal Crutchlow (LCR Honda) noch vor Alex Rins (Suzuki Ecstar) auf zwei. Valentino Rossi (Movistar Yamaha) wurde guter Vierter, vor Alvaro Bautista (Angel Nieto) und Johann Zarco (Tech3). Maverick Vinales (Movistar Yamaha) kam auf Rang sieben, vor Dani Pedrosa (Repsol Honda), Danilo Petrucci (Alma Pramac) und Hafizh Syahrin Tech 3).

Andrea Dovizioso fuhr das Rennen noch zu Ende und wurde 18ter. Er hatte alles probiert und scheiterte auch im zweiten Jahr in Folge im WM-Kampf. Marquez zieht damit in der Statistik gleich mit Mick Doohan, der ebenfalls fünf WM-Titel in der Königsklasse inne hat.

Die Stimmen aus dem Parc Ferme:

Marc Marquez (1.): “Ich fühle mich sehr, sehr gut. Schon in Aragon hatte ich das Gefühl, dass die Meisterschaft möglich ist und natürlich ist es gut, wenn man den Titel gleich bei der ersten Chance, die sich bietet, einfährt. Das auf unserer Heimstrecke zu erreichen, war natürlich super. Ich arbeitete übers komplette Wochenende sehr hart und hing mich im Rennen an Andrea dran. Ich entschied mich für die gleiche Strategie wie in Thailand und wollte vor der letzten Runde angreifen. Ich hatte das Gefühl, dass ich etwas mehr Reserven habe. Ich pushte wie verrückt und er machte den Fehler. Ich bin ein bisschen traurig, dass er nicht hier ist. Er hätte es verdient gehabt. Die großen Chefs werden es genießen.”

Cal Crutchlow (2.): “Wir sind mit dem Ergebnis auf der Honda-Strecke zufrieden. Das Team hat super gearbeitet. Unser Problem war, dass Dovi das Tempo so runtergeschraubt hat und deshalb konnten die Fahrer von hinten näher kommen. Doch wir hatten die Situation gut im Griff, obwohl ich in den Linkskurven immense Probleme mit der Haftung am Hinterrad hatte. Daher schonte ich den Reifen für die Schlussphase und hielt mir Rins hinter mir. Als Dovi stürzte, übernahm ich Platz zwei. Wir zeigen momentan gute Rennen und hatten zuletzt gute Ergebnisse. Nun geht es mit einem guten Gefühl nach Phillip Island.”

Alex Rins (3.): “Das war ein fantastisches Rennen und ich bin sehr glücklich über diesen Podestplatz. Ich machte im kompletten Rennen viel Druck und zog die richtigen Schlüsse, als Andrea stürzte. Ich bedanke mich bei allen Fans, die uns hier unterstützt haben. Schritt für Schritt kommen wir näher.”

Die Ausfälle:

Nach einem fantastischen dritten Platz im Qualifying war das Rennen für Jack Miller schnell zu Ende. Er stürzte in Kurve 9. Wenig später fiel auch Karel Abraham durch einen Sturz aus. Suzuki Ecstar Pilot Andrea Iannone kam ebenfalls nicht ins Ziel, dem Italiener rutschte in Kurve 10 das Vorderrad weg, während Aleix Espargaro selbst zurück in die Box fuhr. 

Die Rennergebnisse der Königsklasse findet Ihr HIER.

Text: Doreen Müller-Uhlig

Foto: motogp.com

 

 

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