Motegi-GP: Herzschlagfinale und Drama für Martin

Der WM-Kampf ist wieder völlig offen. Nach einem Herzschlagfinale, bei dem die Top 3 innerhalb von 0,042 Sekunden über die Ziellinie kamen und einem enttäuschten Jorge Martin haben sich die Verhältnisse in der Moto3 wieder geändert. 

 

Den Start in das Rennen gewann jedoch erst einmal Gabriel Rodrigo, der jedoch bald abgelöst wurde. Marco Bezzecchi kam als Führender aus der ersten Runde gefolgt von Rodrigo, John McPhee und Martin. Philipp Öttl konnte beim Start derweil keine Positionen gewinnen, sondern viel noch weiter in den Top 30 zurück. 

Bezzecchi konnte die Führung einige Runden halten und verlor diese erst nach einem Fehler in Turn 3. Daraufhin übernahm der WM-Leader Martin das Kommando und wehrte sich energisch gegen seinen Rivalen aus Italien. Die Spitzengruppe variierte dabei stark je nach Kampfverhalten der Piloten. Als es in die letzten zehn Runden ging,  gehörten in die Gruppe die Top 11 bis hin zu Ayumu Sasaki. Die Spitzenposition wechselte laufend zwischen Bezzecchi, Lorenzo Dalla Porta, Martin und einem angriffslustigen Darryn Binder. 

Martin fällt aus, Windschattenduelle um den Sieg

Nachdem es schon das ein ums andere Mal haarig zugegangen war, nahm das Drama für Martin bei noch sechs zu fahrenden Runden seinen Lauf. Der Spanier machte in Kurve 11 einen Fehler und verlor die Front. Seine Gresini-Honda bekam er nicht mehr zum laufen und geht somit mit einem Nuller aus dem Japan-GP hervor. Das spielte Marco Bezzecchi in die Karten, der das Feld in die Schlussphase führte und sich zwischenzeitlich einige Meter Luft verschaffen konnte. 

Spannend wurde schließlich die letzte Runde. Bezzecchi in Führung wurde auf der Bremse in Turn 3 von Binder attackiert und bereitete den Konter gut vor. In Kampflinie fuhren die beiden die letzten 4,8km um den Twin Ring Motegi. Bezzecchi fand keinen Weg am Südafrikaner vorbei. Erst beim Beschleunigen aus der Zielkurve fasste er sich ein Herz und hängte sich in Binders Windschatten. Bezzecchi konnte sich ansaugen und schaffte es schließlich, vorbeizuziehen und das Rennen auf den letzten Metern zu gewinnen. Im Windschatten schlüpfte auch Lorenzo dalla Porta an Binder vorbei und machte den italienischen Doppelsieg perfekt. 

Hinter Binder fuhren Dennis Foggia, John McPhee und Tony Arbolino über den Zielstrich. Philipp Öttl verpasste die Punkte knapp und kam eine halbe Sekunde hinter Tatsuki Suzuki auf P16 ins Ziel, der zwischenzeitlich einen Sturz gebaut hatte. Die Stürze waren in dem Lauf ohnehin zahlreich: Aron Canet, Yuto Fukushima, Vicente Perez, Albert Arenas und Kazuki Masaki gingen zu Boden. Fabio di Giannantonio erlebte einen furchtbaren Highsider und wird im Medical Center untersucht, genauso wie Niccolo Antonelli, der von Perez abgeräumt wurde. 

In der Weltmeisterschaft gehen Jorge Martin (P1) und Marco Bezzecchi durch nur einen Punkt getrennt in die letzten drei Saisonrennen. 

Das Rennergebnis aus Motegi kann hier eingesehen werden.

 

Text: Dominik Lack

Foto: PrüstelGP

 

 

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