Le Mans: Folger “gestürzt ohne jede Vorwarnung”

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Der Monster Energy Grand Prix de France endete recht unerfreulich für Jonas Folger und das Dynavolt Intact GP Team. Nachdem bereits Sandro Cortese verletzungsbedingt ausgefallen war, konnte auch der Mühldorfer keine Punkte aus Frankreich mit nach Hause nehmen.

In Frankreich war diesmal irgendwie der Wurm drin, dabei fing das Wochenende durchaus positiv für den 22-jährigen an, der mit Bekanntgabe am Donnerstag sich einen Platz 2017 in der MotoGP ergattern konnte. “Es war ein Wochenende, welches am Freitag mit dem ersten und dem zweiten Training gut angefangen hat, dann aber immer schwieriger geworden ist”, resümierte Folger. “Wir haben insgesamt vier Stürze gehabt, was mir glaube ich in meiner ganzen Karriere noch nicht passiert ist. Das war natürlich auch ein Grund dafür, warum das Vertrauen weg war. Ich habe probiert, das im Rennen komplett auszublenden und neu anzufangen und bin auch relativ frei gefahren. Doch dann bin ich erneut gestürzt, ohne jede Vorwarnung, genau wie bei den anderen Stürzen. Es fällt schwer, ein richtiges Fazit aus diesem Wochenende zu ziehen. Wir haben das Beste probiert, jeder hat sein Maximum gegeben. Wir müssen dieses Rennen jetzt vergessen und ich bin mir ganz sicher, dass wir in Mugello wieder stärker sein”

Teammanager Jürgen Lingg versuchte nach Folgers Ausfall auf Ursachensuche zu gehen. “Le Mans war kein einfaches Wochenende. Sandro ist verletzt und musste abbrechen. Für Jonas war es natürlich sehr turbulent aufgrund seiner Neuigkeiten und dann kam hinzu, dass wir hier wirklich Probleme mit dem Gefühl für die Front hatten. Wir waren einfach nicht in der Lage, eine Lösung dafür zu finden, obwohl wir vieles probiert haben,” erklärte Lingg. “Man muss immer zwischen den einzelnen Fahrstilen unterscheiden. Manche Piloten erzielen ihre Zeiten in der Kurveneinfahrt und einige im Kurvenausgang, so wie zum Beispiel Lüthi oder Rins. Für diejenigen hat Le Mans kein so riesiges Problem dargestellt. Auf der anderen Seite gibt es Fahrer, wie Lowes, Zarco und Jonas, die alle ähnlich stark das Vorderrad belasten und größere Schwierigkeiten hatten. Das ist unabhängig vom Fahrwerk, sondern war einfach von der Beschaffenheit des Fahrbahn-Belags hier sehr kritisch. Außerdem haben wir einen neuen Hinterreifen erhalten, der richtig gut ist. Allerdings kommt dadurch das Motorrad aus der Balance, weil der Vorderreifen nicht mithalten kann. In absehbarer Zeit wird es auch einen neuen Vorderreifen geben, der daran angepasst ist. Jonas ist einer, der am extremsten übers Vorderrad fährt. Deshalb war es für ihn besonders schwer.”

Mit dem Sturz in der sechsten Kurve musste der Deutsche bereits seinen zweiten Nuller in der Saison 2016 verbuchen. Seinen fünften Rang in der Weltmeisterschaft konnte Folger allerdings behalten.

Text: Doreen Müller

Foto: Intact GP

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