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Lausitzring: Rennstreckentalk mit Natalia Felk „erster Sturz war ein Schock“

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Bei unserem Besuch beim Furtner Racing Team fiel uns am vergangenen Wochenende auch ein bekanntes Gesicht auf. Rennsport-Neueinsteigerin Natalia Felk, über die wir in der Vergangenheit bereits auf racetrack-news.de berichteten, begleitete ihren Freund Jakob Furtner zu seinem Superstock 600- Rennen an den Lausitzring. Somit blieb auch für ein „Rennstrecken-Gespräch“ unter vier Augen Zeit.

Die Saison hat für viele bereits begonnen und die ersten Rennen sind gestartet. Wie schaut es denn bei Dir aus. Was hast Du in der vergangenen Zeit aus rennsportlicher Sicht gemacht?
„Ich war 4 Tage in Frankreich beim Training. Leider hat es mich direkt am ersten Tag geschmissen. Ich bin am ersten Tag im Regen gefahren, hatte das erste Mal neue Regenreifen, war das erste Mal auf dem neuen Bike und auf einer neuen Strecke und das war alles zu viele erste Male vielleicht. Auch das Fahrwerk war nicht optimal gewesen.“

Wie ging es denn für Dich nach diesem ersten verpatzten Trainingstag weiter?
„Das Training war dann natürlich erstmal beendet und ich musste ins Krankenhaus. Aber der Schock hat eher überwogen als alles andere, denn es war mein erster richtiger Sturz überhaupt. Am nächsten Tag habe ich versucht nochmal auf das Motorrad zu steigen, aber mein Fuß hat so geschmerzt, das es fast nicht ging. Dadurch das mein Fuß stark geprellt war, musste ich auch erstmal 3-4 Wochen pausieren.“

…das ist natürlich kein schöner Einstieg ins Jahr.
„Ja, eigentlich wollte ich in diesem Jahr gern den Hafenegger-Cup fahren, aber nach Rücksprache mit dem Team habe ich diesen dann erstmal abgesagt. Mir fehlen einfach noch etwas Kilometer und ich muss noch mehr auf dem Motorrad sitzen. Allerdings bin ich auch schon mein erstes Rennen gefahren. Das war auf dem Pannoniaring innerhalb eines Trainings. Dort bin ich sogar in die Top Ten gekommen und es lief ganz gut.“

Wie war es für Dich nach Deinem Sturz wieder auf dem Bike zu sitzen? Was spielt sich da bei Dir im Kopf ab?
„Ich habe ja im April 2015 erst angefangen Motorrad zu fahren und war bis dato erst zum dritten Mal auf einer Rennstrecke. Und man sitzt dann da auf dem Motorrad und denkt sich „Wie weit kann ich gehen, wie weit geht es diesmal bis es wieder abklappt“. Bei meinem Sturz in Frankreich ist mir einfach mein Vorderrad abgeklappt und ich konnte mir nicht erklären wieso. Ich hatte kein Feedback und keine Reaktionszeit um das Bike abzufangen und lag da einfach plötzlich da. Dass war schon erstmal ein komisches Gefühl.“

Hattet ihr vor Ort die Möglichkeit zu analysieren was da passiert war? Per Videomitschnitt oder ähnlichem?
„Nein das gab es nicht. Die Analyse am Motorrad erfolgte dann zu Hause. Dort haben wir die komplette Geometrie und das Fahrwerk ausgemessen. Die Gabel vorn war komplett verstellt und die linke Seite hat überhaupt nicht zur rechten gepasst. Das Bike war praktisch unfahrbar. Eine Möglichkeit kann sein, das die Gabel von jemandem verstellt wurde. Jetzt mit den richtigen Einstellungen passt das alles wieder. Es ist wie ein ganz anderes Motorrad und ich habe ein ganz anderes Feeling. Bereits auf dem Pannonia-Ring wurden meine Rundenzeiten wieder besser, aber ein bisschen hat man den Sturz noch im Hinterkopf. An und für sich bin ich da jemand der sonst nicht so sehr darüber nachdenkt, sondern sehr abrupt an die Sache ran geht.“

Wie sehen Deine weiteren Pläne und Wünsche aus?
„Nächstes Jahr möchte ich angreifen, d.h. wir werden uns meine Rundenzeiten anschauen und in welchen Cup meine Leistungen passen und den fahre ich dann. Mein Wunsch wäre schon der Alpe Adria Cup in dem auch Jakob [Furtner] und Daniela Weingartner mitfahren. Vielleicht Ende des Jahres ein Gaststart, aber zunächst muss ich erstmal schauen wo ich Ende des Jahres stehe.“

Wie funktioniert das eigentlich als Pärchen, wenn beide gern Rennen fahren?
„Natürlich müssen wir schauen wie ich überhaupt zum fahren komme, denn wir schauen auch wie es zeitlich passt mit den Rennen von meinem Freund Jakob, der ja auch selbst an zwei Meisterschaften teil nimmt. Aber es ist von Vorteil wenn der Partner die gleiche Leidenschaft hat und einem Ratschläge geben kann. Vorher war es besonders für mich als Frau schwierig denn jeder versucht einem immer einen guten Ratschlag zu geben und möchte einem erklären wie es geht. Da fällt es schwer herauszufiltern auf welchen Ratschlag man hören kann. Doch bei meinem eigenen Freund da weiß ich dass er mir helfen will und mich unterstützen will damit ich voran komme.“

Was machst Du außerhalb vom Rennsport eigentlich beruflich?
„Ich bin gelernte Kauffrau und arbeite in einer Spedition, d.h. ich muss auch mit dem Urlaub schauen. Vor paar Tagen bin ich allerdings nach Niederbayern gezogen in die Nähe meines Teams und suche mir auch dort einen neuen Job. Für mich ist dies echt von Vorteil denn mein Bike steht da und ich muss nicht mehr so oft hin- und her pendeln und habe viel mehr Zeit um Trainieren zu können.“

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Text: Doreen Müller

Foto: Natalia Felk (Privatarchiv)

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