• RTN
  • IDM
  • Lausitzring: Jakob Furtner und seine zwei besonderen Damen

Lausitzring: Jakob Furtner und seine zwei besonderen Damen

DSC_7247

Das erste Wochenende war ein kleines Drama für Jakob Furtner. Ein vergessener Reifenaufkleber sorgte für eine Strafversetzung um vier Plätze. Dass die Motorräder in der SUPERBIKE*IDM erst nach den Quali-Sessions kontrolliert werden, war daher umso ärgerlicher für den 21-jährigen, denn somit war seine erkämpfte Platzierung in der Startaufstellung futsch. 7 Punkte konnte der Bayer nach dem IDM-Auftakt am Lausitzring mit nach Hause nehmen.

Seinen eigenen Fehler an der Sache erkennt der sympathische junge Mann, allerdings musste er dafür gleich zweimal büßen und im zweiten Lauf ebenfalls vom letzten Platz aus ins Rennen gehen. Auch auf der Strecke hatte Jakob Furtner mit Problemen zu kämpfen. Die Schaltung seiner Maschine funktionierte nicht so, wie sie sollte. „Von den Zeiten sah es ganz gut aus, ich war an zwei Konkurrenten dran und konnte gut mitfahren, aber dann ging es los das ich nicht mehr runter schalten konnte und wurde langsamer.“

Eigentlich ist Jakob Furtner im Alpe Adria Cup zu Hause, aufgrund Terminänderungen entschied sich Furtner dann doch zusätzlich mit seiner MV Agusta F3 675  in der SUPERBIKE*IDM in der Superstock 600 an den Start zu gehen und beide Meisterschaften komplett zu fahren. „Meiner Meinung nach besteht bei der MV ein großer Vorteil im Handling,“ so Furtner. „Das Bike ist viel agiler als die anderen und bei mir persönlich ist es auch ein psychischer Effekt. Denn mit der Yamaha kam ich nicht so zurecht und hatte viel öfters Stürze und wusste nicht warum, habe mir das Schlüsselbein gebrochen und da war das Vertrauen weg. Und bei meinem jetzigen Bike war es gleich ein besseres Gefühl.“ Natürlich hat auch die MV Agusta ihr Schwächen, wie jedes andere Bike. Sie sei bockiger im abstimmen und extrem sensibel, erklärte uns Jakob Furtner. „Es gibt allerdings kaum Erfahrungswerte mit der MV, hier muss man vieles selbst machen, um die richtige Abstimmung zu finden.“ Natürlich stellt sich die Frage warum viele Motorradrennsportler nicht die Italienerin fahren. Einzig Rafael Neuner ist in der Superstock 600 ebenfalls auf einer MV unterwegs.„Die MV Agusta hat einen schlechten Ruf. Als sie 2012 neu gekommen war, war es wirklich kein gutes Motorrad und hatte viele Macken, u.a. einen Motorschaden nach dem anderen, mittlerweile ist das alles geändert worden, aber der schlechte Ruf ist ihr geblieben dass sie immer kaputt ist und sie schlecht zu fahren ist. Die Hersteller machen keine Werbung dafür. Eigentlich kann sie viel mehr als die anderen, aber man liest es nirgendwo.“ Dabei ist Jakob Furtner zwischenzeitlich selbst zum Aushängeschild der Marke geworden und zieht mit dem leuchtend gelben Bike die Blicke auf sich.

Fast immer dabei, Freundin Natalia Felk, welche seit April 2015 ebenfalls Motorrad fährt und ähnlich wie Jakob auch in den Cup-Rennsport einsteigen möchte. Doch wie ist es als Paar an der Rennstrecke, wenn der andere fährt? „Wenn ich ihr zuschaue beim Training, ist das für mich ganz okay, aber mir ist es schon lieber ich bin dabei und weiß wenn was ist, als wenn Natalia irgendwo allein ist und ich dann die Info bekomme ihr ist was passiert und ich kann mich dann nicht mehr aufs Rennen konzentrieren,“ erklärte Jakob Furtner. „Natürlich ist es auch schöner, wenn man die gleiche Leidenschaft teilt. Wenn was zu tun ist oder das Setup nicht passt und man sich ärgert, dass versteht sie einfach besser als jemand der damit gar nichts zu tun hat oder wir  schrauben gemeinsam an ihrem Bike. Natürlich freue ich mich auch über jede Entwicklungsschritte, die sie macht und wir versuchen so oft wie möglich gemeinsam zu fahren.“

 

13101355_1170286303004032_720824097_n

Text: Doreen Müller

Fotos: Furtner Racing Team

Tags:,

Trackback von deiner Website.

Kommentieren