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Kolumne: Thilo Günther beim Czech Road Racing in Terlicko


Manchmal gibt es Wochenenden, die man so vielleicht noch nie hatte, zwar immer dran am perfekten, aber halt noch nicht ganz. Das Schöne ist: Sowas kann man sich auch nicht einfach so bestellen und kaufen. Es muss einfach passieren. So ist es mir und meinem Bruder vom Team GTR Racing am vergangenen Wochenende auf unserem unvergesslichen Road Trip zum Real Road Racing nach Tschechien passiert.



Beim Rennnen in Terlicko (6,1km pro Runde, 10 Runden im Rennen durch die Stadt mit 240 Sachen und über Land den 6ten Gang voll aufgedreht) um die Goldene Grubenlampe. Wir wurden vom Organisator Ales Kubizek eingeladen, was uns natürlich sehr imponiert hat. Ich bin 2013 schon mal da gewesen und hatte mit meinen Wheelies und Stoppies nach dem Rennen wohl ordentlich Eindruck hinterlassen, sodass er meinte, einen Pausenclown wie mich müsste er wieder dabei haben zur 50sten Ausgabe dieses legendären Rennens. “Aber nicht ohne meinen Bruder” sagte ich. Der Rest is ja bekannt.

Bekannte Namen wie der mehrmalige Sieger der goldenen Grubenlampe Horst Saiger und der ewige 2te – wenn es um die begehrte Lampe geht – Didier Grams waren natürlich auch wieder am Start. Von Tschechischer Seite große Namen wie Michal Dokopil  Marec Cerveny und etliche andere.


Also saßen wir Donnerstagmittag mit voller Vorfreude im vollgepackten Sprinter (1000km bis zum Ziel): 2 Fahrer 2 Mopeds 1Mechaniker, ne Kiste Wasser, Toast, Toaster, Nutella. Den Rest gab´s vor Ort. Nach kurzem Nachtstopp in einem polnischen Hotel kamen wir Punkt 10Uhr am Freitag in Terlicko an. Zur großen Freude von Ales Kubizek lief alles wie am Schnürchen: Anmelden, Bändchen für alles Mögliche holen und ne Dolmetscherin, da die kein Englisch konnten und ich außer “pivo” auch kein Tschechisch.


Dann war das Aufbauen angesagt. Wir stellten uns mit unserem alten Freund Adi Wohlwend aus Lichtenstein zusammen, der hier sein letztes Rennen mit den Günthersens fahren wollte. Neben uns stand Didier Grams, hinter uns Horst Saiger und vor uns Michal Dokopil. Also alles große Road Racer um uns rum. Dann hieß es schnell ausladen und ab zur technischen Abnahme, da man sich schnell dann auf das Wesentliche beschränken wollte. Anschließend ging es ne Runde zum Schwimmen bei 30 Grad in dem riesigen See hinter dem Fahrerlager mit Wakeboard Anlage usw. . Um 15.30 gab es das erste Highlight, das in Deutschland vermutlich unmöglich wäre.

Was war passiert?

Reichlich Polizei Aufgebot im Fahrerlager. So, jetzt kommt’s: Die waren da um uns abzuholen, um dann mit allen Racebikes im Konvoi durch den öffentlichen Straßenverkehr in die Stadt zu fahren. Das war unglaublich und ein Mega Spaß. Im Stadtzentrum angekommen, warteten schon einige hunderte Fans auf den Konvoi. Das Prozedere dauerte ca. 2 Stunden. Jeder Fahrer wurde vorgestellt und es wurde alles signiert, worauf man nur schreiben konnte inkl. Körperteile. Danach ging´s zurück ins Fahrerlager, für mich allerdings alleine, da ich nicht rechtzeitig hinter her kam an einer Ampel. Plötzlich fuhr ich ganz alleine mit dem Rennmotorrad durch die Stadt und alle hatten Spaß dabei, unglaublich. Danach ging es noch ´ne Runde in den See und der Freitag war gelaufen.








Für Samstag standen zwei Qualis an. Für´s Superbike Rennen und das Grande Finale, wo alle 30 schnellsten aus 600ccm und 1000ccm an den Start gehen durften. Ich qualifizierte mich auf 6 für das Superbike Rennen und 7 für das Grand Finale. Mein Bruder stand auf 10 und 11. Vorne stand #26 Didier Grams auf Pole, #1 Horst Saiger auf 2 und #12Ales Nechvetal auf 3.

Für Samstagabend wurden wir dann noch vom Veranstalter auf einen kleinen Segelturn eingeladen. 2 Boote in einem Team GTR in dem anderen die Truppe von Didier Grams. Was dabei raus kam war ja klar… ein Rennen über den See. Was uns am besten gefallen hat war, dass es mal richtig leise war. Es war sehr sehr Geil. Danach ging es im Festzelt bei Livemusik für den ein oder anderen noch ordentlich rund. Aber wir sind ja Rennfahrer, also hieß es irgendwann “ab ins Bett”.



Der Raceday am Sonntag startete für uns um 13:30 mit dem Superbike-Lauf. Ich konnte mich von Startplatz 6 in der ersten Kurve gleich auf 3 hinter Saiger und Grams einreihen. Diese Position konnte ich leider nur eine Runde halten und musste #12Ales Nechvetal auf der brutal gehenden BMW ziehen lassen. So konnte ich einen sicheren 4 Platz einfahren. Mein Bruder Mo kam auf 6 rein.

Das Grande Finale als Highlight der Veranstaltung startete 16:30. Mein Start von 7 war nicht schlecht, allerdings musste ich in der ersten Kurve weit gehen, sonst hätte mich BMW Fahrer #9 Jan Nimmerfoll schön abgeschossen. Dadurch konnten mein Bruder #61Moritz und #12Ales Nechvetal innen durch und ich lag auf 5. So ging es 2 Runden lang, bis mein Bruder auf einmal ins Stadion (Schikane) herein eine ordentliche Motocross Einlage einlegen musste aufgrund von Bremsversagen an seiner BMW. Zum Glück ist dabei nichts passiert. Ich dagegen fetzte mich ordentlich mit #9 Jan Nimmerfoll.

Es ging hin und her. Auf der Bremse bin ich vorbei, auf der langen Geraden kam die BMW im Überschall. In der 10ten und letzten Rund fuhr ich meine persönliche Bestzeit für das Wochenende mit 2:16,098 und war vor der letzten Schikane am Hinterrad der BMW. Ich kam besser raus, fuhr einen halben Meter an seinem Vorderrad vorbei, doch dann kam die BMW Power wieder und ich verpasste den 4. Platz um 0.120 sec. Mit Platz 5 im Grubenlampen-Rennen war ich super zufrieden.
Und wieder mal hieß der Sieger Horst Saiger, der Didier Grams wieder keine Chance gab, die begehrte Lampe zu bekommen. Das Treppchen komplettierte der Tscheche Ales Nechvetal, der sich riesig freute über sein bisher bestes Ergebnis in Terlicko.

Wir für unseren Teil sind sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen und freuen uns schon riesig auf 2016… auf einen wieder genialen Road Trip nach Tschechien. Dann mit etwas mehr Zeit und nem Urlaub zusammen (der Campingplatz am See is nämlich top!).

Besten Gruß #10 Thilo Günther #61 Moritz Günther Team GTR Racing

Vielen Dank meinen Sponsoren Helfern und besonders meiner Familie!!!





Text und Fotos: Thilo Günther

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Kommentare (1)

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    Albrecht Wendritsch

    |

    Starker Beitrag, Thilo. Schade daß die IRRC dort nicht mehr fährt. Können sich unsere Freunde in Belgien und Holland ne Scheibe abschneiden mit ihren öden Veranstaltungen.

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