Katar-GP: Tops und Flops beim Saisonauftakt

Das erste MotoGP-Rennen 2018 ist Geschichte. Nach einem spannenden Kampf gewann Andrea Dovizioso vor Marc Marquez und Valentino Rossi den Saisonauftakt in der Königsklasse. Wir haben das Rennen unter den Flutlichtern des Losail International Circuit Revue passieren lassen und unsere Tops und Flops des Wochenendes zusammengefasst.

 

 

 

 

Andrea Dovizioso hielt Marc Marquez in Schach (© Ducati Press)

Mann des Rennens: Andrea Dovizioso

Mein Mann des Rennens ist eigentlich der Mann des Wochenendes: Andrea Dovizioso. Der Vizeweltmeister hat die freien Trainings dominiert und sich dabei sehr entschlossen gegeben. Anders als im letzten Jahr, in dem niemand ernsthaft schon vor dem Saisonstart mit seinen WM-Chancen gerechnet hatte, ist er dieses Jahr ein klarer Titelanwärter. Diese Rolle scheint ihm zu liegen, denn obwohl offensichtlich ein Druck auf ihm lastet, lässt sich “DesmoDovi” nicht aus der Ruhe bringen und geht mit seiner typischen Abgeklärtheit an die Arbeit. Zugleich hat er clever taktiert, zur richtigen Zeit sein Potential genutzt und absolut verdient gewonnen.

 

 

Johann Zarco war meist schnellster Yamaha-Mann (© Tech3)

Tops:

Vor der Leistung von Johann Zarco muss man den Hut ziehen. Der Franzose hielt dem Druck Stand, der ihn letztes Jahr als Rookie in den Fehler trieb. Als Führender bestimmte er das Tempo und machte so gut wie keine Fehler. Damit bestätigte er sein Potential, in diesem Jahr zu den Siegfahrern zu gehören. was Zarco nun noch fehlt ist eine weiter vorausschauende Setup-Arbeit, da ihn der abbauende Vorderreifen nach eigener Aussage völlig unerwartet traf. Wenn er dies mit seinem Speed kombiniert, sehen wir bald den ersten Zarco-Sieg.

 

 

Eine weitere Top-Leistung zeigte meiner Meinung nach Alex Rins. Er machte auch mental einen stärkeren Eindruck als noch in seinem Rookie-Jahr. Zugegebenermaßen überraschend war für mich, dass er tatsächlich die Performance vom Test auch in das Rennwochenende tragen konnte. Schade nur, dass er das Rennen nicht beenden konnte. Es wäre sehr interessant gewesen zu sehen, ob er mit der Suzuki bis zum Schluss hätte mithalten können. Da die Rolle eines Top-Fahrers im Podiumskampf für Rins aber zum ersten Mal Realität wurde, ist so ein Fehler von ihm zu entschuldigen. Nun darf er sich von seinem Crash jedoch nicht zu sehr verunsichern lassen, da er den Speed eigentlich hat. 

Jorge Lorenzo stand klar im Schatten von Andrea Dovizioso (© Ducati Press)

Flops:

Beim Katar-GP gab es einige Flops zu nennen. Zum einen ist da Jorge Lorenzo, der den Großteil des Wochenendes über im Schatten von Dovizioso stand. Für den bremsenbedingten Sturz im Rennen kann der Mallorquiner vermutlich wenig, aber der Speed stimmte schon vorher nicht. Er selbst spricht von der Technik, die ihn einfach nicht so fahren lässt wie er möchte. Für die Zukunft muss Lorenzo eine bessere Grundlage finden, da ihn am Qualifying-Samstag schon kleine Änderungen am Setup weit zurückgeworfen haben.

Keinen Schritt nach vorn ging es bei Aprilia. Klar kann ein Fahrer wie Aleix Espargaró im Qualifying mit einer Chaosrunde einiges ausrichten, aber trotz eines neuen, leistungsstärkeren Motors ging für die Piloten des Herstellers aus Noale nicht viel. Platz 19 und 20 für Espargaró und Redding sprechen eine klare Sprache: Hier hat sich nichts verbessert, eher verschlechtert. Klar wäre Aleix ohne seine Spritprobleme weiter vorn gelandet, aber der Rückstand bleibt groß. Ähnlich sieht es bei KTM aus. Sowohl Aprilia als auch KTM drohen nun noch weiter in die Drittklassigkeit abzurutschen, da Suzuki wieder konkurrenzfähiger wird. Hier muss sich für die kommenden Rennen definitiv etwas tun. 

 

 

Text: Dominik Lack

Foto: MotoGP.com (Titel)

 

 

Tags:,

Trackback von deiner Website.

Kommentieren