Jerez-GP: Yamaha lässt Lorenzo-Nachfolger weiter offen

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Wie für den Donnerstag üblich begann der Gran Premio Red Bull de Espana mit der traditionellen Pressekonferenz. Dabei beherrschte jedoch ein Thema hauptsächlich die Runde, bei der neben den MotoGP Piloten Marc Marquez, Andrea Dovizioso, Scott, Redding, Maverick Viñales, Jorge Lorenzo auch Yamaha Chef Lin Jarvis anwesend war. 

Jorge Lorenzos bevorstehender Wechsel zu Ducati sorgte für zahlreiche Fragen und Spekulationen im Raum, u.a. die Antwort auf die bisher ungeklärte Frage, wer den die Nachfolge des Spaniers im Hause Yamaha antritt und was die Motive des amtierenden Weltmeisters für den Wechsel sind, wurde von vielen anwesenden Pressevertretern herbeigesehnt.  „Ich denke, es ist wichtig und gut für die Meisterschaft, wenn ein Top-Fahrer zu einem anderen Hersteller wechselt. Für ihn ist es sicherlich eine große Möglichkeit und eine neue Herausforderung,“ äußerte sich Marc Marquez als erster.“Es wird für alle, Fahrer wie Teams interessant sein zu sehen, wie sich Lorenzo mit der Ducati schlagen wird.“

Jorge Lorenzo hätte die Entscheidung am liebsten bis zur Hälfte der Saison noch vertagt, ist indes auf der anderen Seite erleichtert zu wissen, wo es in zukünftig hin verschlägt. „Das war wohl eine der wichtigsten und zugleich schwierigsten Entscheidungen meiner Karriere, aber aktuell ist das ist noch weit weg. Wir haben noch 15 Rennen in dieser Saison vor uns und momentan konzentriere ich mich auf die Meisterschaft und möchte diese auch gewinnen,“ so der 28-Jährige. „Ich denke momentan nur in Blau und ich will die besten Ergebnisse in jedem Rennen holen. Ich versuche mein bestes zu geben und  möchte die Weltmeisterschaft gewinnen.“

Marquez und Lorenzo befinden sich nach wie vor im Wettkampf-Modus und ließen sich auch von bohrenden Nachfragen, nach den wirklichen Motiven des Wechsels und ob es dabei Zusammenhänge mit dem letztjährigen Sepang-Zwischenfall gäbe, nicht aus der Ruhe bringen. Der Fokus lag somit für beide MotoGP-Piloten auf dem kommenden Wochenende und Marc Marquez weiß, dass sein Landsmann auf dem spanischen Circuit stets stark war. „Normalerweise ist Jorge hier sehr stark und Yamaha liegt die Strecke auch besser als Honda.Wir haben ein anderes Bike in diesem Jahr und seit den Tests im November hat sich viel verändert. Wie beginnen also bei Null und müssen schauen wie sich das Bike und die Reifen auf der Strecke verhalten,“ ergänzte der derzeit WM-Führende. In diesem Jahr liegt Lorenzo, aufgrund seines Sturzes in Argentinien derzeit 21 Punkte hinter Marquez. „Mein Sturz in Argentinien machte alles kompliziert. Es ist sehr schade, dass wir in diesem Rennen so viele Punkte verloren haben. In Austin haben wir unser bestmögliches gegeben und wurden im Rennen Zweiter. Wir haben eine sehr gute Chance, um den Titel zu kämpfen, denn ich habe das Gefühl das wir ein höheres Potenzial in diesem Jahr haben, um zu gewinnen,“ erklärte Lorenzo seine Chancen.

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Auch Yamaha-Chef Lin Jarvis war aufgrund des großen medialen Interesses von Lorenzo´s Ducati-Wechsel zur Pressekonferenz geladen und stieg mit einem scherzhaften Vergleich, auf die Nachfragen ein. „Es ist wie, wenn du in der Disco ein Mädchen zum Tanzen aufforderst und sie sich dazu entscheidet, mit dem Kerl neben Dir zu tanzen,“ so Jarvis. „Natürlich hätten wir uns gewünscht Jorge wäre geblieben. Es ist unsere neunte Saison zusammen und es ist wie das Ende einer Ära. Jorge hat sicherlich ein gutes Angebot bekommen und wie es aussieht war dies einfach besser als unseres. Die Ducati ist ein konkurrenzfähiges Bike und er hat die Chance die Nummer 1 zu werden in einem neuen Team.“ Anschließend fielen alle Augen auf den daneben sitzenden Suzuki-Piloten Maverick Viñales, denn augenscheinlich ist für viele Experten der 21-Jährige bereits als klarer Nachfolger von Lorenzo gesetzt.

„Sicherlich ist Maverick für uns ein attraktiver Pilot, aber wir haben auch andere Optionen und stehen mit anderen Fahrern in Kontakt,“ machte Jarvis klar. „Viele Fans denken, dass es eine einfache Sache ist sich für einen Fahrer zu entscheiden, aber wir müssen viele Dinge in dieser Situation betrachten. Wir haben ein sehr gutes Bike und ein sehr gutes Team und somit ein attraktives Paket. Wir haben kein Limit für uns gesetzt dies zu entscheiden. Wir nehmen uns die Zeit, die wir brauchen.“

 

Text: Doreen Müller

Foto: Tobias Linke

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Kommentare (2)

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    Jochen

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    Super geschrieben, damit steigt die Spannung noch mehr.

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    Gritii - Black Mamba

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    leider kann ich in jerez nicht dabei sein , was mir natürlich hier fast den Arsch wegreist , aber da ich mich auf meine liebe Doreen verlassen kann , bin ich dann doch mittendrin. auf alle fälle schonmal bei der PK dabei 😀 .
    danke und bitte weiter so , krappelt bis in die kleinsten Löcher , danke Doreen und Tobias für die Fotos
    eure Gritiii…

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