Jerez-GP: Marquez dominiert, Drama bei den Gegnern

Marc Marquez ließ bei seinem Heim-Grand Prix nichts anbrennen und siegte in weltmeisterlicher Manier. Turbulent ging es dahinter zu und so kam es zu einem Podium, was bis auf den Sieger nicht zu erwarten war.

Jorge Lorenzo hatte den besten Start und führte das Feld vor Pedrosa und Zarco durch die erste Runde. Dahinter mühte sich Marc Marquez damit ab, an Johann Zarco und Polesetter Crutchlow vorbeizukommen. Bald allerdings fand der Weltmeister seinen Weg vorbei und jagte nun Lorenzo an der Spitze. Aleix Espargaró musste derweil seine Aprilia mit einem technischen Problem abstellen. Johann Zarco fiel in Runde vier nach einem Fehler in der Spitzkehre auf Platz sieben zurück. Nach Espargaró war mit Alex Rins bald auch der nächste Fahrer aus dem Rennen. Dem Suzuki-Pilot klappte in der Alex Crivillé-Kurve das Vorderrad ein.

Der zweite Pilot, der mit einem Sturz aus der Spitzengruppe ausschied, war Cal Crutchlow, der in Kurve eins kurz nach Rins ausrutschte. Währenddessen änderte sich die Situation an der Spitze, als Marquez in Runde acht die Führung übernahm. Schließlich formierte sich eine vierköpfige Spitzengruppe, zu der neben Marquez und Lorenzo auch Pedrosa und Andrea Dovizioso gehörten. 

Karel Abraham war der nächste Fahrer, dessen Rennen im Kiesbett zu Ende ging. Der Tscheche stürzte in Runde zehn, kurz bevor auch Tom Lüthi den steigenden Temperaturen und dem schlechten Grip Tribut zollen musste. Zur Rennmitte gelang es Marquez, sich in Führung liegend abzusetzen. Dadurch blieb Pedrosa im Ducati-Sandwhich zurück. Das Trio bekämpfte sich einige Runden, bevor es zu einer Situation kam, die am Ende der Saison den Titel entscheiden kann:

Dovizioso bremste sich an Lorenzo vorbei und ging weit, sodass der Spanier innen wieder durch ging. Dabei rammte Lorenzo jedoch Pedrosa, der die Lücke ebenfalls nutzen wollte und alle drei kamen zu Sturz. Dadurch fanden sich nun Zarco und Andrea Iannone im Podiumskampf wieder und auch Danilo Petrucci, Jack Miller und Valentino Rossi hatten wieder Chancen auf Platz drei. 

Am Ende schaffte es Iannone, sich die Gegner vom Hals zu halten und kam hinter Marquez und Zarco als Dritter ins Ziel. Dahinter freute sich Petrucci über Rang vier gefolgt von Rossi und Miller. Dahinter kamen Maverick Vinales, Alvaro Bautista und Franco Morbidelli ins Ziel. Mika Kallio rundete die Top 10 ab.

Die Rennergebnisse können hier eingesehen werden.

 

Stimmen vom Podium:

Andrea Iannone (P3) “Weg ist schon mal sehr gut”

“Wir haben beim Hinterreifen einen Fehler gemacht. Wir haben uns in der Box für die Medium-Mischung entschieden, aber haben im Grid zum Harten Hinterreifen gewechselt. Ich hatte das ganze Rennen über Probleme wegen dieser Fehlentscheidung. Aber für uns ist das einfach eine Erfahrung. Ich bin aber sehr zufrieden mit diesem weiteren Podium. Für uns ist es wichtig, dass wir uns in so vielen Dingen verbessern, aber der Weg ist schon mal sehr gut. Jetzt ist es wichtig, dass wir so weiter machen.”

 

Johann Zarco (P2) “Habe versucht mein Rennen zu fahren”

“Manchmal braucht man etwas Glück. Vom dritten Platz zu starten war gut und ich konnte am Anfang ein bisschen schneller gehen als Pedrosa. Er war aber beim Beschleunigen ein bisschen besser und ich hatte nie genug Speed, um ihn auf der Bremse zu überholen. Zu versuchen ihn zu überholen, es aber nicht zu schaffen hat mich ein Paar Positionen gekostet, die ich an Dovizioso und Crutchlow verloren habe. Dann bin ich noch in Turn 6 weit gegangen und habe noch mehr verloren. Dann war ich aber Fünfter und hoffte, dass ich die Spitzengruppe wieder einfangen kann, auch wenn Marquez sich abgesetzt hat. Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass ich es schaffen kann. Ich habe versucht mein Rennen zu fahren und darauf gewartet, ein gutes Gefühl zu bekommen. Als ich alle drei dann stürzen sah, konnte ich es nicht glauben. Dann habe ich mir gesagt: Bleib ruhig, Du hast einen großen Vorsprung bei noch sieben Runden. Fahr es nach Hause, fokussier Dich und hab Spaß. Zwanzig Punkte in der Meisterschaft sind großartig.”

Marc Marquez (P1) “Ein Rennen hier ist sehr lang”

“Vor den Ganzen Fans zu siegen ist toll. Ich war vor dem Rennen davon überzeugt, gewinnen zu können. Ich habe schon gestern gesagt, dass wir zwar in der zweiten Reihe stehen, aber ich habe halt im Qualifying nicht die beste Runde gedreht. Heute war ich klug, habe gepusht und wusste, dass mein Teamkollege gleich schnell, oder sogar schneller war. Aber hier ist ein Rennen sehr lang. Man muss einiges managen. Wir werden versuchen, dieses Level zu halten.”

 

Text: Dominik Lack

Foto: Repsol Honda

Tags:,

Trackback von deiner Website.

Kommentieren