IRRC IMATRA: EXKLUSIVBERICHT VON HANNO BRANDENBURGER

Bevor es an diesem Wochenende zum dritten Saisonrennen der IRRC ins belgische Chimay geht, gibt es nun noch einen Rückblick auf das Rennwochenende 7. bis 9. Juli in Imatra (Finnland). Unser Fahrer Hanno Brandenburger mit der Startnummer #76 schildert das Spektakel aus seiner ganz persönlichen Sicht.

Nachdem ich letztes Jahr nicht am IRRC-Lauf im finnischen Imatra teilnehmen konnte, freute ich mich dieses Jahr umso mehr, mit der neuen Suzuki dabei zu sein. Die Strecke wurde letztes Jahr neu in den IRRC-Kalender aufgenommen, nachdem der Rennbetrieb dort 1982 aus sicherheitstechnischen Gründen eingestellt wurde.

Die Entfernung von meinem Zuhause bis zur Strecke beträgt ca. 2.300 Kilometer. Christian „Schmiddel“ Schmitz mit der #104 nahm die beiden Suzukis von Jürgen Welsing #300 und mir im Sprinter auf der Fähre (ca. 27 Stunden) mit, so konnten Jürgen und ich mit dem Flugzeug fliegen. Mit dabei war auch Andi Heinze, der Star-Fotograf und viele andere Freunde des Fahrerlagers.

Pünktlich am Freitag zum Rennbetrieb kam die Sonne raus und wir hatten drei Tage prächtiges Kaiserwetter! Schwierig, da schlechte Laune zu bekommen!
Die Veranstalter haben alles gegeben, um die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen: Giacomo Agostini war dort, um mit alten Kameraden ein paar Zwei-Takt-Runden zu fahren. Ein Kunstflieger machte tolle Action über dem See neben der Start-Ziel-Geraden und überall an der Strecke waren Fernseh-Kameras und Bildschirme, auf denen man die Rennen verfolgen konnte. Der Veranstalter spricht von über 50.000 Besuchern dieses Jahr! So, jetzt mal alle überlegen, wo solche Massen an Menschen sonst noch zusammenkommen… da fällt einem nicht mehr viel ein, oder? Das spricht für die Begeisterung an unserem Sport und ist eine zusätzliche Motivation für jeden von uns!

Am Freitag gab es zunächst ein gesondertes „Einfahren“ für die Neulinge und Training für alle, ohne Zeitnahme, ohne Stress. Nach dem ersten Fahren sagte mir jemand, man könnte die Kuppe auf der Start-Ziel „voll“ fahren, das wäre kein Problem. Als ich das im nächsten Training aber einfach machte, und die 200 Pferdchen der Suzuki an die Kette ließ, wurde mir schlagartig klar, dass solche „Tipps“ mit Vorsicht zu genießen sind.

Die Suzi ging im vierten Gang bei Vollgas über die Kuppe schlagartig aufs Hinterrad. Ich sah nur noch Himmel und wusste auch gar nicht, wo das enden sollte!? Und das bei 240 Sachen auf dem Tacho!
Glücklicherweise setzte das Motorrad aber in der Senke wieder auf, also hochschalten und weiter. Auf der Zielgeraden lag die Geschwindigkeit bei ca. 290 km/h.

Im Fahrerlager angekommen, brauchte ich nach diesem Erlebnis erst mal etwas Beistand und Zuwendung, denn meine Knie waren wie Gummi. 😉 Nach und nach kam ich aber besser mit der Strecke zurecht und qualifizierte mich als 32. in der IRRC und als 29. in der SB Open von 40 Fahrern. Fürs erste Mal und bei der harten Konkurrenz alles im grünen Bereich. In den IRRC Rennen kam ich dann auf 28 und 24 ins Ziel, in der SB Open gelang mir Rang 18.

Fazit: Finnland ist unbedingt eine Reise wert, mit unheimlich vielen Eindrücken, die man auf die schnelle gar nicht wiedergeben kann. Eine Begeisterung, Respekt und Höflichkeit, die ihresgleichen sucht. Oder aber auch einfach nur: GEIL!!!!

Mehr über Hanno Brandenburger erfahrt ihr HIER.

 

Text: Hanno Brandenburger

Fotos: Andi Heinze

 

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