IRRC Horice: Exklusivbericht von Hanno Brandenburger

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Am vorletzten Wochenende ging es für die IRRC Piloten auf die geschichtsträchtigen Straßen vom tschechischen Horice. Unser Fahrer Hanno Brandenburger nahm den langen Weg aus Nordrhein-Westfalen ebenfalls auf sich und schilderte uns, was er das Wochenende alles erlebte!„Die IRRC im tschechischen Horice war 2016 mal wieder ganz großes Kino!

Ich reiste schon am Donnerstag an, um bei der Fahrervorstellung in der Innenstadt am Freitag mittag dabei sein zu können. Leider liess mich mein VW Bulli bei der Überlandfahrt durch Tschechien im Stich und der Turbo verreckte jämmerlich. Mit 50-70 km/h schleppte ich mich noch bis in den Abend nach Horice, um das Auto konnte ich mich schliesslich auch nächste Woche noch kümmern!

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Die Fahrerpräsentation am Freitag in der Stadt war dafür überdurchschnittlich gut besucht, die Teilnahme der IRRC in Tschechien spricht sich wohl langsam herum. Das Museum der Stadt wurde vorgeführt und der neue Bürgermeister zeigte die Oldtimer-Rennmotorräder. Das Rennen in Horice scheint es jetzt 90 Jahre zu geben, wenn ich das richtig verstanden habe. Danach ging ich noch eine Runde joggen, um meine Streckenkenntnisse aufzufrischen. Puude begleitete mich dabei mit dem Fahrrad. Es ist immer wieder erstaunlich, wie steil die Straßen dort sind. Kein Internetvideo der Welt kann so etwas rüberbringen.

Am Abend fiel mir auf, dass meine Knieschleifer schon stark verschlissen waren und um keine Schäden an meiner Lederkombi zu riskieren, fragte ich im Fahrerlager herum, ob jemand Ersatz hätte. Bei Max Gaube wurde ich dann fündig, er hatte noch ein paar neongelbe-warum nicht, dachte ich mir, dann setze ich mal farbliche Akzente!

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Samstag morgen um 7.30 Uhr um die Strecke joggen mit Stefan Hofer, um die Ideallinie zu besprechen, danach beim Qualifying dauerte es dann etwas, bis ich in Schwung kam. Durch eine ungünstige Übersetzung kam nur der 23. Startplatz dabei heraus. Ich war ganze 3 Sekunden langsamer als letztes Jahr. Am Rennsonntag wollte ich es besser machen und genoss den Abend mit den Rennfahrerkollegen, die alle irgendwie nicht ganz normal sind… 😉

Am Sonntag Vormittag wurde es nicht einfacher für uns, da man das erste 600er Rennen nach nur 2 Runden abbrach. Kevin de Frenne war schwer gestürzt und musste versorgt werden.

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2 Stunden mussten wir warten, dann ging es zum Neustart. Das Rennen wurde auf 5 Runden gekürzt. Mein Start war in Ordnung und ich kam hinter Puude und Petr Kostal als 19. ins Ziel. Ich merkte, daß noch Luft nach oben war und freute mich auf das zweite 600er Rennen. Da Vassilios Takos im Qualifying „abgeschossen“ wurde und aufgrund seiner Verletzung nicht mehr antreten konnte, half mir sein Team am Vorstart. Auch Marie-Luise Rascher, Bruder Jonas etc. unterstützten mich das ganze Wochenende, dafür noch mal ein Dankeschön!

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So, letzte Chance beim letzten Rennen! Der Start war mittelprächtig, aber im Verlauf des Rennens wurde ich schneller und schneller, jetzt kam es mir zugute, daß ich ein zähes Kerlchen bin. Ich überholte Kostal, Petrla und schloss zu Puude auf. Er sah mich, konnte aber nicht mehr kontern. Ich überholte ihn in der letzten Runde und fuhr mit 1. Sekunde Vorsprung als 14. über die Ziellinie!

In der letzten Schikane setzte sogar mein Motorrad in der Kurve auf, ich merkte, dass ich es fast übertrieb. Am Ende stand eine 2.25,7 min auf der Uhr, also 1,4 Sekunden schneller als im letzten Jahr! Das war grossartig und wurde gebührend von uns gefeiert. Ich kann kaum beschreiben, was für ein tolles Gefühl es war, auf diesem anspruchsvollen und gefährlichen Kurs eine so tolle Zeit zu fahren! Natürlich gibt es noch schnellere Fahrer, aber man muss es auch für seine eigenen Verhältnisse beurteilen.

Ich war jedenfalls sehr glücklich und danke allen, die sich mit mir gefreut haben!“

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Text: Hanno Brandenburger

Fotos: Hanno Brandenburger, Lutz Gerber

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