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IRRC Horice: Exklusivbericht von Hanno Brandenburger

Am letzten Wochenende ging es für die IRRC Piloten auf die geschichtsträchtigen Straßen vom tschechischen Horice. Auch unser Fahrer Hanno Brandenburgerwar mit am Start und schildert uns in einem persönlichen Exklusivberichicht, wie er dieses Wochenende erlebt hat. Schon mal eins vorweg: Die IRRC im tschechischen Horice war 2017 war mal wieder jeden Reisekilometer wert!
In der Woche vor Horice zu der CzechTT war der IRRC-Lauf in Schleiz, an dem ich leider nicht teilnehmen konnte. Erkältet, Auto kaputt, Suzuki nicht bereit – so konnte das nichts werden.
Dann aber in Horice umso mehr, dachte ich mir! Die Antennen auf Angriff eingestellt, wurde die Suzuki Donnerstag Mittag fertig.
Der Chef unterstützte mich mit unserem Firmen-Bulli, so konnte ich Donnerstag Abend nach Bielefeld, wo ich mich mit Vassilio (Lucky #7), Stafen Wauter (Puude) und Freundin und UnterstützerinKlaudia traf.
Um 4 Uhr nachts kamen wir im Fahrerlager von Horice in Tschechien an, das eigentlich mehr ein Campingplatz war. Nach dem Ausschlafen am Freitag begrüsste ich Frieda Otto, der extra gekommen war, um mich am Wochenende tatkräftig zu unterstützen. Und das sogar an seinem Hochzeitstag – zum Glück war es kein runder. 🙂
Wir erledigten die Formalitäten, die technische Abnahme und am späten Nachmittag gab es in der Stadt die Fahrerpräsentation mitsamt der Rennmaschinen und dem Bürgermeister. Wie immer eine tolle Athmosphäre. Ich wurde sogar um Autogramme gebeten…. Das macht schon ein bisschen stolz!

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Der Trainings-Samstag

Während dann am Samstag die ersten Qualifyings starteten, ließ es sich Vassilios nicht nehmen, mir meine ihm verhassten Koteleten abzurasieren. Was tut man nicht alles dafür, um von anderen gemocht zu werden 🙂 Danke! Nachts hatte es i Horice geregnet, sodass die Streckenbedingungen sehr schwierig waren. Trocken und warm in der Stadt, nass und kühl im Wald.
Mit der Superbike-Klasse ist man im Zeitplan der IRRC immer etwas später dran, davon haben wir bei diesen Bedingungen ordentlich profitiert.
Als ich das erste Quali fuhr, kam ich auf eine 2:29,1 Minuten Rundenzeit. Damit war ich schon ganz zufrieden, da ich im Mai auch in Horice beim 300 Kurven-Rennen war und so schon etwas Training auf dieser Strecke mit der 1000er Suzuki hatte. Schon brutal, wie die Suzuki zwischen den Hausmauern aber auch durch den Wald vorwärts geht!!!
Im zweiten Quali kam ich auf 2:26,5 Minuten und Rang 16 von 33 Fahrern. Das war schon genauso schnell wie im Rennen im Mai. Und in den Rennen ist man meist schneller. Das ließ hoffen auf mehr! Meine Bestzeit in Horice war vom letzten Jahr noch mit der Yamaha R6 eine 2:25,7 Minuten, welche es natürlich zu knacken galt.

Rennabbrüche und Überraschung am Sonntag

Am Sonntag kam es dann endlich zu den Rennen. Es hatte nachts wieder geregnet, tagsüber aber waren die Wetterverhältnisse wieder top!Der erste Start war gerade erfolgt, da stürzte Lukas Maurer zu Beginn der zweiten Runde. Dies bedeutete: Neustart und Verkürzung von 10 auf 7 Rennrunden.
Wir starteten und nach einer Runde überholte mich Lucky#7 an der von ihm angekündigten Stelle. „Mal schauen, was er so drauf hat“, dachte ich mir als er in eben diesem Momentment die Haftung am Vorderrad verlor und in die Air-Fences einschlug. Das Rennen wurde sofort abgebrochen und Lucky versorgt, zum Glück ohne schlimme Verletzungen.
Wieder ein Neustart,und wieder wurde auf 5 Runden verkürzt. So langsam wurde es anstrengend. Das merkte man auch den anderen Fahrern an. Alle schwitzten in der Sonne und ich erinnere mich an die eindringlichen Tipps von Freundin Blanche und Frieda Otto, ich solle aufhören, wenn es nicht mehr ginge. Bloß kein unnötiges Risiko auf solch einem gefährlichen Straßenkurs. Das Rennen war kurz und die Fahrer vor mir erstaunlich zurückhaltend, was die Rundenzeiten betrifft. Eine 2:27 Minuten Rundenzeit war schließlich meine magere Ausbeute; dafür ist wenigstens alles heil geblieben. So richtig zufrieden ist man als Fahrer nach solch einem Rennen aber trotzdem nicht.
Ich ging noch mal in mich, besprach mich mit Frieda und entschloss mich für einen neuen Satz Reifen zum zweiten SSB-Rennen. Quasi als Vertauensspritze. Eine Banane von Puude tat ihr übriges…
So ging ich mit voller Unterstützung erneut an den Start. Mir war klar: Jetzt hatte ich nur noch diese eine Chance für eine persönliche Zeitenverbesserung.
Der Start aus der vierten Reihe war gut und ich wurde in der ersten Runde durch meine wilde Linie von niemanden überholt. Die dachten bestimmt, der liegt gleich auf der Klappe.. 🙂
Ich kam super in meinen eigenen Rhythmus, was sich auch schnell anhand der Rundenzeiten zeigte. In der vorletzten Runde lag ich auf P15 als ich durch einen Verschalter einen Platz an Tomas Myslivecek (#67) verlor. Somit überquerte ich als 16ter nach 10 Runden die Ziellinie. In der Auslaufrunde gab es in der Vedojem-Kurve ein eiskaltes Bier von den tschechischen Fans. Das tat gut nach der Anstrengung! Ich bedankte mich mit ein paar anständigen Wheelies und ließ die 1000er noch einige mal für die vielen Zuschauer in den Himmel steigen.

War die persönliche Bestzeit geknackt?

In der Einfahrt standen die anderen und hielten mir die Boxentafel hin: 2:23,2 Minuten!!! Das war der Hammer und ihr könnt Euch nicht vorstellen, was mir diese Rundenzeit in Horice auf diesem anspruchsvollen Kurs bedeutet! Ich war überwältigt von dieser Zeit und von der Freude der anderen, die sich alle mit mir und für mich freuten!! Ein wirklich großartiger Abschluss für uns, da wir uns zudem auch die ersten Meisterschaftspunkten in diesem Jahr in der Superbikeklasse der IRRC eingefahren hatten. Ixh hbe das Gefühl, so langsam mit der 1000er Suzuki angekommen zu sein.
Mein besonderer Dank geht an Frieda, Blanche, Puude, Vassilios, Jürgen, Klaudia und viele andere, die mir all das ermöglicht und erleichtert haben. Auch an die fairen Rennfahrerkollegen, die mir gratuliert haben. Das ist eine tolle Anerkennung!!!

Leider gab es auch schlechte Nachrichten, die ich hier erwähnen will. Der junge Finne Sammy Ahonen SSP #97 verlor sein Leben nach einem Sturz im Qualifyling am Samstag. Wir erfuhren es am Montag Abend und uns hat es alle erschüttert. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei ihm, seiner Familie und den Hinterbliebenen.

Text und Fotos: Hanno Brandenburger

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