IRRC Frohburg: Exklusivbericht von Hanno Brandenburger

In Frohburg feierte die International Road Racing Championship (IRRC) ihren Abschluss der Saison 2017 und sorgte mit vielen Wendungen, Überraschungen und Zweikämpfen für Spannung bis in die Haarspitzen. Auch unser Fahrer Hanno Brandenburger (#76) war mit seiner 1000er Suzuki wieder am Start auf dem Frohburger Dreieck. In einem Exklusivbericht schildert er seine ganz persönlichen Herausforderungen und Erfolge, die ihm das Wochenende bereithielt.

Jürgen Welsing (#300) und ich machten uns bereits am Donnerstag auf nach Frohburg. Zum einen, um einen guten Stellplatz im Fahrerlager ergattern zu können, zum anderen hatte Jürgen heimlich den Donnerstag in den Urlaubskalendar meines Chefs eingetragen, weshalb nichts mehr dagegen sprechen konnte! 🙂 Der Plan ging auf und so konnten wir uns am Freitag auf die technische Abnahme durch den DMSB freuen, der die Motorräder gewissenhaft überprüfte.

Am Freitagnachmittag nutzte ich die Chance, um mein Bike zugunsten der Fotografen etwas aufzuhübschen. Weil mir häugig zu Ohren kam, dass die schwarze Suzuki so schlecht auf Fotos zu erkennen sei, musste also ein etwas neues Design mit Blickfangeffekt her. Mit einem weißen Edding ging es deshalb durchs Fahrerlager, mit dem jeder Fahrer aus den IRRC-Klassen Superbike und Supersport ein ganz persönliches Autogramm auf meiner schwarzen Verkleidung geben durfte. Kein Zweifel, die 1000er Suzuki ist nun definitiv ein absoluter ( und nun auch fotogener) Hingucker. 🙂

Freitagabend ging es dann zur Fahrerpräsentation auf dem Marktplatz in Frohburg, zu der wir mit unseren Rennmaschinen unter Polizeischutz fahren durften. Es war ein tolles Erlebnis und unheimlich viele Menschen kamen, um die Fahrer und ihre Bikes aus nächster Nähe zu sehen. Zum Glück hatte ich Autogrammkarten mitgenommen, die vor allem von den jüngsten Fans aber auch von den „ganz alten“ Fans eifrig gesammelt wurden. Und nein, ich bin nicht mit Lutz Brandenburger und seinem Bruder verwandt, die in den 70er Jahren das Frohburger Dreieck mit ihren 250er 2-Taktern MZ unsicher machten. Jedoch ähnlich wie meine „Vorgänger“ wollte ich an diesem Wochenende die Rennstrecke unsicher machen, das hatte ich mir vorgenommen. Am späten Abend wollte ich dann meine Gegner schon mal mit einer Feuershow einschüchtern, die ich extra für den Fotografen Andi Heinze vorbereitet hatte.

Da der letzte IRRC-Lauf im tschechischen Horice sehr erfolgreich für mich war, war es mein Ziel an dieser Form anzuknüpfen und meine bisherige Rundenzeit weiter zu verbessern. Neben der IRRC-Superbike hatte ich mich zudem für Rennen zur Superbike Open eingeschrieben. Eine offene Rennklasse, in der die 1000er Superbikes starten dürfen. So hatte ich am Samstag vier Qualifyings (zwei in der IRRC, zwei in der SBK Open) und Abends schon das erste Rennen in der SBK Open. Im ersten Quali kam ich schon bis auf 1/10 Sekunde an meine bisherige Bestzeit (1.43,5 min) ran. Dazu muss ich sagen, dass die 1000er Suzuki gerade in Frohburg mit seinen längeren Geraden unheimlich Meter macht. Letztes Jahr fuhr ich noch die 600er Yamaha. Mal gucken, wie sich die ca. 50 PS mehr in der Rundenzeit bemerkbar machen würden, dachte ich mir.

Ich steigerte mich in jedem Quali und hatte am Ende eine 1.40,2 min auf der Uhr stehen. Damit waren meine Kollegen Frieder und Daniel Knabe schon sehr zufrieden, die zum helfen nach Frohburg gekommen waren. Im Rennen der SBK Open hatte ich den 19. Startplatz und konnte als 14. die Ziellinie überqueren. Ein für mich erst einmal zufriedenstellendes Ergebnis.

In der Nacht zum Sonntag regnete es leider und so war die Strecke vormittags nass. Eine schwierige Angelegenheit für die Rennklassen vor uns, jedoch war bei unserem Rennstart die Strecke bereits abgetrocknet, sodass ich beruhigt mit Slicks an den Start gehen konnte. Das erste Rennen des Tages war das IRRC Rennen. Ich startete von Platz 23 und überquerrte mit der selben Position auch das Ziel. Ich war zufrieden.

Im zweiten Rennen der SBK Open wollte ich unbedingt die 1.40 min-Rundenzeit knacken. „Nur eine halbe Sekunde…“ sagte ich immer und immer wieder zu mir und suchte im Rennen jede einzelne Kurve ab, wo denn die halbe Sekunde wohl noch liegen könnte. Es klappte und ich fand sie irgendwo hinter Marcel Zuurbier, mit dem ich mir ein paar spannende Überholmanöver lieferte. Auf den langen Stücken war ich schneller als er, dafür war bewies er unheimliche Stärke auf der Bremse. Er attackierte mich in der letzten Kurve des Rennens und fuhr eine halbe Motorradlänge vor mir über die Ziellinie. Naja, besser als wieder auf der Nase zu liegen, wie es mir im letzten Jahr im Kampf mit Benjamin Beume erging. Ein toller 12. Platz war das Ergebnis plus eine 1.39,6 min auf der Stoppuhr!

Dann kam das zweite IRRC Rennen, der Abschluss des Tages. Ich wollte meine Zeit gerne bestätigen, fuhr eine 1.39,8 min-Runde und erreichte damit Rang 20. Für mich persönlich war dies ein toller Abschluss in diesem hochkarätigen Feld. Fahrer wie William Dunlop, Didier Grams, Sebastian LeGrelle, Denny Webb, Marek Cerveny oder Johan Fredriks lassen sich nun mal nicht von einem Hanno Brandenburger aus Velen mit einer Serien-Suzuki die Butter vom Brot nehmen 😉 Aber es war toll und ich bin stolz darauf, in einem solch starken Fahrerfeld mithalten zu können, immerhin waren über 40 Fahrer in der SBK-Klasse angetreten!

Ich bedanke mich bei allen Freunden und Unterstützern, die das alles möglich gemacht haben und mit denen man so viel Spaß an diesem Sport hat!

Gruß und Kuss, Hanno#76

Text: Hanno Brandenburger
Fotos: Andi Heinze

Tags:, ,

Trackback von deiner Website.

Kommentieren