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IRRC 2018-Kommentar: Es ist wieder Zeit für Heldengeschichten!

Rund 6.000 Besucher kamen am Wochenende zum Saisonauftakt der IRRC nach Hengelo.

Das erste Rennwochenende in Hengelo lieferte mit trockener Strecke und sommerlichen Temperaturen einen perfekten Start in die neue Saison der International Road Racing Championship 2018. Und eines direkt vorab: Es gab weder Todesfälle noch ernsthaft schwere Verletzungen.

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Die letzten sieben Monate haben die Fahrer den Winter dafür geopfert, um ihren Start in die nächste Saison vorzubereiten – sowohl mental, physisch als auch finanziell. Schließlich betreiben die allermeisten Fahrer ihr „liebstes Hobby“ nebenher – neben Job, Alltag und Familie. Umso mehr schmerzt und frustriert es, wenn es dann nicht so klappt, wie man es sich in den letzten Monaten vorgestellt hat. Wenn der Motor plötzlich streikt, die Kupplung zickt oder die Bremse blockiert. Sieben Monate Schufterei und Vorfreude aufs nächste Rennen, um dann auszuscheiden oder sogar frühzeitig die Heimreise anzutreten. Hier vereinen sich Frust und Enttäuschung zum gefühlsmäßigen Superlativ – quasi das traurige Ende einer möglichen Heldengeschichte.

Geschichten über Helden gibt es gerade im Rennsport unzählige – und jeder hat seine ganz persönlichen. Ob Dani Pedrosa mit frisch operiertem Handgelenk in der MotoGP, ein Loris Baz mit gebrochenem Oberarm in der Superbike-WM oder ein John McGuinnes, der nach einem schweren Sturz im vergangenen Jahr noch mit Fixateur am Bein seinen nächsten Start bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man plant. Hier kämpft die Leidenschaft gegen Vernunft und Verstand und siegt am Ende.

Und auch wenn McGuinnes und Co. den Motorradrennsport professionell betreiben, verhält es sich nicht anders in der IRRC. Mit gebrochenen Knochen, geprellten Steißbein, angeschwollenen Ellbogen oder fiesen Schürfwunden wieder aufs Motorrad zu steigen, ist für die Fahrer mittlerweile gang und gäbe – wird jedoch von vielen Außenstehenden kopfschüttelnd als lebensmüde deklariert. Und genau hier wendet sich im Road Racing das Blatt und aus sogenannter Lebensmüdigkeit entstehen die besten Heldengeschichten. Weder Superman, noch Batman oder Spiderman traten nicht wieder ihre Mission an, Menschen zu helfen, Verbrechen zu bekämpfen oder den Bösen den Garaus zu machen, weil sie verletzt waren. Sie alle verfolgten ein Ziel, das sie antreibt weiter zu machen mit dem, was sie am meisten wollen und bewegt. Daraus entstehen Heldengeschichten. Und auch am vergangenen Wochenende fanden einige kleine Heldengeschichten ob herausragender Leistungen oder „Zähne zusammenbeißen“-Mentalität ihren Ursprung in Hengelo. Echt, roh und mit einer Leidenschaft, die in manchen Fällen auch durch Leiden erschaffen wurden. Aber das ist Road Racing wie wir es lieben und schätzen. Mitreißend, mitfühlend und teils völlig gaga auf der Strecke – respektvoll, familiär und füreinander einstehend neben der Strecke. Wo gibt es das heute noch?

Text und Foto: Rowena Hinzmann

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