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Interview Moto2 Champion Johann Zarco „Zu keinem Zeitpunkt habe ich das Vertrauen verloren“


Mit 309 Punkten in 15 Rennen, 7 Siegen, 13 Podestplätzen und 103 Punkten Vorsprung vor seinem nächsten Rivalen Tito Rabat dominiert Johann Zarco die Moto2 im Jahr 2015. Als frisch gekrönter Weltmeister zieht der Ajo Motorsport Pilot Bilanz über eine traumhafte Saison, die er niemals vergessen wird.


 
Ein mechanischer Fehler beraubte Dich des Sieges in Katar im ersten GP der Saison. Was hast Du in diesem Moment gedacht? Hast Du angefangen an dem Projekt zu zweifeln?
 
Johann Zarco: „Nein, denn die Wahrheit ist, ich war nicht beunruhigt, denn dies ist Teil des Rennsports. In den Vorsaison-Tests waren wir stark und wir haben wirklich positive Dinge aus dem ersten Rennen in Katar mitgenommen, weil wir das Rennen mit gutem Vorsprung führten. Möglicherweise war dieses Rennen der Schlüssel um das Vertrauen zu erhalten. Es zeigte mir: „Ja, in diesem Jahr können wir Rennen gewinnen und um den Titel kämpfen.“ Zu keinem Zeitpunkt habe ich das Vertrauen daran verloren. “
 
Wie war es Dir möglich Dich so schnell an das Bike anzupassen?
 
Johann Zarco: „Weil das Motorrad gut war. Vom ersten Moment an fühlte ich mich sehr wohl. Vor dieser Saison hatte ich drei Jahre Erfahrung mit anderen verschiedenen Bikes gesammelt, die mir ermöglichten die Stärken der Kalex zu verstehen und sie zu genießen. Mit meiner Erfahrung und einem guten Motorrad , war es leicht, sich anzupassen. “ 

Was hast Du selbst an Dir verändert, um ein „neuer“ Fahrer zu werden?
 
Johann Zarco: „Ich weiß nicht, vielleicht das Vertrauen zu wissen, ich kann schnell sein. Die größte Veränderung war es ruhig zu bleiben, wenn die Dinge nicht so gut waren wie erwartet. Ich kann mich noch in dieser Hinsicht weiter verbessern, aber ich denke, das ist der große Unterschied der es mir erlaubt, meine Zeit auf dem Motorrad mehr zu genießen. Das Team spielte eine wichtige Rolle in dieser Veränderung. “ 

Nach Deiner dritten vergangenen Saison in der Moto2, in der Du sechs Podestplätze Dir geholt hattest, hast du erwartet da 13 Podestplätze in 15 Rennen in dieser Saison zu erreichen?
 
Johann Zarco: „Diese Ergebnisse waren, was ich wollte, als ich mit Aki [Ajo] und Ajo Motorsport und mit Kalex unterschrieben hatte. Wie gesagt, mit der Erfahrung, die ich hatte, sollte ich in der Lage gewesen sein, um den Titel zu kämpfen, für Siege zu kämpfen und konsequent auf dem Podium zu stehen. Es ist fantastisch auf dem Podium so viele Male gewesen sein, denn es ist der Schlüssel, um den Titel zu gewinnen. “ 

Welches war das Rennen was Du in dieser Saison am meisten genossen hast?
 
Johann Zarco: „Es waren viele Rennen. Wenn Du sie gewinnst  ist es unglaublich, wo auch immer du es tust. Assen vielleicht, wo ich hart gekämpft hatte mit Tito [Rabat]. Barcelona war ein weiteres Rennen, aber der Kampf in Assen war mehr unter Kontrolle und ich fühlte mich noch stärker. Der Sieg in Silverstone war auch etwas Besonderes. Mit Regenreifen und einer fast trockenen Strecke, es war ein tolles Gefühl, den Vorteil an der Spitze des Rennens zu erhalten. “ 



Nach welchem Rennen war es am schwersten den berühmten Backflip zu tun?
 
Johann Zarco: „Barcelona vielleicht, denn nach einem harten Rennen ging ich zu einem Gebiet, wo es eine Airfence gab und es war zu weich, um den Sprung zu machen. Am Ende habe ich es geschafft, es zu tun, ich weiß nicht, ob ich kämpfte, weil ich müde war oder weil es nicht der richtige Ort war. Wie auch immer, ich muss zugeben, dass wenn ich nach Rennen kaputt war, waren es Rennen, die ich nicht gewonnen habe.

Woher kommt diese Art zu feiern?
 
Johann Zarco: „Ich begann damit bei meinem ersten Sieg im Red Bull Rookies Cup. Es ist eine Sache, die ich glaube, die Leute mögen, und ich werde es auch weiterhin tun, bis sie müde von mir sind. Wenn das passiert, wird es gut sein, weil es bedeutet, dass ich viele Rennen gewonnen werde haben. Danach wird das Problem darin bestehen eine weitere gute Zeremonie zu finden. Den Backflip mache ich nicht weil ich ein Turner war, aber es ist einfach etwas, das ich schon früher oft gemacht habe.“

Du hast Deinen Ehrgeiz gehalten um die letzten Rennen zu gewinnen. Was tust Du um wettbewerbsfähig zu bleiben?
 
Johann Zarco: „Nun, es ist so einfach wie dem Team zuzuhören was es Dir sagt. In Aragon lernte ich mich nur auf eine Sache zu konzentrieren – das Rennen. Was um mich herum passiert, kann gut oder schlecht sein, aber ich musste alles geben und dazu zählt es sich nicht auf etwas anderes zu konzentrieren. Wenn ich dies immer tun werde, werde ich in den verbleibenden Rennen und im nächsten Jahr konkurrenzfähig sein. Es ist wichtig zu verstehen, wie ich geistig arbeiten soll um Erfolg zu haben.“

Welcher Moto2 Fahrer hat Dich in dieser Saison am meisten überrascht?

Johann Zarco: „Vielleicht ist es Alex Rins, wegen seinen fantastischen Ergebnissen. Aber ich wusste schon, dass er ein großartiger Fahrer ist. Derjenige, der mich überraschte, und ich freue mich für ihn, ist Hafizh Syahrin. Dieser Kerl verbesserte sich in den letzten Rennen und es ist fantastisch. “ 

Du verbrachtest viele Stunden mit Deinem Team an den Rennstrecken. Kannst Du uns ein paar lustige Geschichten erzählen, die in diesem Jahr mit ihnen passiert sind?
 
Johann Zarco: „Eine sehr lustige Geschichte war nach dem Rennen in Barcelona, ​​bei den Tests. Wir haben viele Dinge auf dem Bike versucht und daher war es eine Menge Arbeit für die Mechaniker in der Box, und ich kam zu ihnen mit einem Kaffee und ich sagte zu  ihnen: „Ich bin glücklich, weil ihr arbeitet an dem Bike und ich kann entspannt einen Kaffee trinken, wir sind wirklich ein gutes Team.“ Sie antwortete mir nicht und als ich auf die Strecke war, zeigten sie mir auf der Geraden, dass sie gerade Kaffee trinken und ein paar Chips essen. Sie sagten zu mir: „Okay, es ist jetzt Deine Zeit um zu arbeiten und wir können uns ausruhen.“ Das war so lustig und ich lachte oder die nächsten drei Runden. “ 


 
Was hat Dir Ajo Motorsport gegeben so dass Du den Titel mit ihnen gewinnen konntest, vier Jahre nach Eurer ersten Begegnung?
 
Johann Zarco: „Sie gaben mir mein Selbstvertrauen zurück, weil sie sehr professionell sind. Wir können vielleicht ein paar kleine Probleme mit dem Motorrad haben, dann arbeiten sie daran für das Rennen und du merkst dass es besser ist, als es das ganze Wochenende war. Sie sind in der Lage mir diese kleinen Vorwärtsschritte zu geben um uns 100% wohl zu fühlen . Das ist der Unterschied. Sie sind immer auf der Suche, um Dinge am Motorrad zu verbessern, damit geben sie mir Vertrauen und helfen mir, dass ich mit meiner Erfahrung meine Arbeit tun kann und siegen kann. “
 
Du warst der erste Red Bull Rookies Cup – Champion. Welche Erfahrungen hat dies Dir gegeben? 
 
Johann Zarco: „2007 war das erste Jahr des Red Bull Rookies Cup und der Plan war nicht sofort in die WM zu gehen. Es war eine anderer Plan, aber dank des Red Bull Rookies Cup konnte ich zeigen zu was ich in der Lage bin und im Jahr 2008 kam ich in Kontakt mit Gabor Talmacsi, der mir die Chance gab in die Weltmeisterschaft zu gehen.  Der Red Bull Rookies Cup erlaubte mir mein Gesicht im Grand Prix Sport zu zeigen und das mich Menschen sahen.“ 

Glaubst Du, dass Du eine Chance hast den Titel in der nächsten Saison wieder zu gewinnen? 
 
Johann Zarco: „Ich denke, in der Regel, ja. Mit dem gleichen Team, dem gleichen Bike, noch ein Jahr der Erfahrung mehr für mich und auch für das Team, da gibt es soviel Daten die wir nutzen können. Ich muss um den Titel zu kämpfen, aber es gibt keinen Druck auf mich. Ich muss meine Arbeit wie aus der Vorsaison tun und entspannt und konzentriert sein bei jedem Rennen. Das ist es wie ich die Dinge tun möchte, wie in diesem Jahr. Es könnte schwierig sein, weil die anderen Fahrer mich schon kennen und sie stark sind. Das ist die beste Herausforderung für mich. “ 

Warum wolltest Du noch ein Jahr in der Moto 2 – Klasse und bei Ajo Motorsport bleiben?
 
Johann Zarco: „Der Kampf um Titel und Rennen zu gewinnen ist fantastisch und wenn ich Einer der besten in der Moto2 bleiben kann, werde ich eine gute Chance in der MotoGP haben. Wenn ich in die MotoGP gehe, möchte ich es mit guten Bedingungen tun. Mit zwei guten Saisons in der Moto2 werde ich vielleicht die Gelegenheit haben in die MotoGP aufzusteigen. 

Mit Ajo Motorsport habe ich weiterhin die mentale und technische Stabilität gefunden, ruhig zu sein. Sie sind meine Familie an den Rennstrecken. Ich verbringe 24 Stunden am Tag mit ihnen und sie kümmern sich sehr um mich. Ich wollte mich für ihre Arbeit und Unterstützung in allen Bereichen bedanken und so wollte ich ein weiteres Jahr mit ihnen verbringen.“ 

Welche MotoGP-Fahrer inspiriert Dich am meisten?
 
Johann Zarco: „Mein Idol ist Valentino Rossi, aber mit Top-Fahrern wie Marquez, Pedrosa, Lorenzo und Rossi, gibt es viele Dinge, die man von jedem von ihnen lernen kann. Mit Rossi, wie auch immer, aber ich kann mir nicht helfen, werde ich aufgeregt, wenn ich mit ihm rede. Er ist mein Idol. “ 


Text: Ajo Motorsport, Doreen Müller

Fotos: Ajo Motorsport

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