Interview mit Geoff May Team EBR Hero

Wie ist es in Europa fahren zu dürfen? Kennst du die Strecke? Ist es ein Nachteil oder konntest du dich schnell dran gewöhnen?

Es macht viel Spaß hier in Europa zu fahren, viel mehr als in Amerika. Denn hier in Europa sind die Rennstrecken um einiges sicherer als in meiner Heimat. Sie haben gute und große Auslaufzonen, sodass man weniger Angst haben muss mal im Kiesbett zu landen. Man fühlt sich einfach sicherer. Außerdem fahren in Amerika mehr die wohlhabenderen Leute Motorrad, quasi ein Luxushobby. Hier in Europa gibt es so viele Fans für den Motorradsport. Ich lebe momentan in Italien und fast jeder benutzt einen Roller oder ein Motorrad als Verkehrsmittel. 

Assen ist vollkommenes Neuland für mich. Ich muss in gerade einmal 45 Minuten die Strecke auswendig können. Die anderen Fahrer haben auch gleich schon in ihrem ersten Turn richtig losgelegt, wo ich mich noch aufs Lernen konzentrieren musste. 

Welche Kurve ist deine schlechteste?

Das ist die letzte Linkskurve, Ramshoek. Diese Kurve ist so schnell und ich kann einfach nicht sehen was kommt.

Wie hälst du dich körperlich fit?

Ich habe seit 2007 einen Personaltrainer, Simon, er trainiert auch andere Fahrer wie zB. Tom Sykes aus der Superbike. Meine Fitness ist mir sehr wichtig. Ich brauche sie um Verletzungen vorzubeugen und Stürze und Schläge abzuwehren. Außerdem gehe ich viel Laufen, was gut für die Knochen ist. Ich versuche mir ein gutes Muskelgerüst aufzubauen, um mein Skelett zu schützen. Dafür mache ich Pilates, fahre Fahrrad, arbeite mit Gewichten und stretche mich regelmäßig. Ich habe mir im ersten Rennen der Saison in Phillip Island zum ersten Mal etwas gebrochen. Seitdem versuche ich mein Schlüsselbein so gut es geht zu schützen. Außerdem trainiere ich auch meinen Geist, um mich auch bei heißem Wetter konzentrieren zu können. Denn in der Lederkombi und direkt unter dem Auspuff, kann es so manchmal schon ziemlich heiß werden.

Welche Voraussetzungen wünscht du dir für das Rennen? Fährst du lieber im nassen oder trockenem?

Regen wäre für mich besser. Da wären alle Fahrer mehr gleichgestellt und ich würde mir größere Chancen errechnen. Wenn die Strecke trocken ist, bin ich mir nicht sicher wie das Rennen für mich laufen wird. Unser Team ist stets daran die Maschinen zu verbessern. Wir bekamen die Motorräder und die Motoren erst kurz vor dem Rennen in Australien. Aus diesem Grund hatten wir keine Zeit für Tests. Als ich mir dann in Phillip Island mein Schlüsselbein gebrochen habe, blieben mir dann nur noch zwei Tage vor Aragon zum Testen. Wir sind ein so junges Team, da ist es fast unmöglich gleich von Anfang an eine so gute Technologie wie die anderen Teams zu haben. Es ist generell ein Wunder dabei sein zu dürfen. Unser Ziel für diese Saison besteht darin zu lernen und unsere eigenen Erfahrungen zu machen, welche Technologien für uns am besten geeignet sind. Wir stehen immer noch in der Entwicklungsphase.





Text: Yannika Luther

Fotos: Dennis Witschel 

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