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Interview: Jonathan Rea als Vater „versuche auch mal zu schlafen“

DSC_8033Jonathan Rea ist ein Familienmensch. Er gilt mit seiner ruhigen, väterlichen Art als einer der authentischsten Botschafter der World Superbike als fannaher Serie. Wir haben uns aus diesem Grund einmal ganz privat mit dem amtierenden Superbike-Weltmeister getroffen und uns mit ihm über seine Rolle als Vater von zwei Kindern unterhalten.

 

Wie hat die Geburt Deines zweiten Kindes Tyler letztes Jahr Dein Leben verändert?

Ich habe viel weniger Zeit um mich einfach mal zu erholen oder um mal mit meiner Frau Essen zu gehen. Es ist definitiv ein großer Unterschied, zwei Kinder anstatt eins zu haben. Ich finde aber, dass ich jetzt viel strukturierter bin. Ich habe ein größeres Bewusstsein dafür, mich auf meinen Job vorzubereiten. Ich muss jetzt zum Beispiel mein Training besser planen und mein Wochenprogramm ist ziemlich fixiert. Ich bin entweder auf der Motocross-Strecke, beim Fitness oder auf dem Rennrad. Außerhalb dieser festen Zeiten bin ich nur Vater…oder versuche krampfhaft zu schlafen (lacht). Das ist tatsächlich das größte Problem.

Aber es macht furchtbar viel Spaß. Mein zweiter Sohn Tyler ist jetzt sechs Monate alt und fängt jetzt an, uns viel Freude zu bereiten: Er lächelt viel und das ist toll. In den ersten Wochen und Monaten ist der Vater einfach nicht so wichtig was das Kind direkt angeht, denn sie machen ja nichts als schlafen, essen und was da noch so dazu gehört. Die Persönlichkeit kommt dann quasi erst später und das macht dann wirklich Spaß.

Konntest Du denn die Erfahrungen, die Du mit Deinem ersten Sohn Jake gemacht hast nutzen?DSC_7656

Schwierig zu sagen. Es ist zwar das zweite Mal, aber irgendwie hat man alles vergessen. Jake hat immer gut geschlafen und Tyler tut das überhaupt nicht, egal ob nachts oder am Tag. Die beiden sind da sehr unterschiedlich. Das ist aber auch sehr interessant. Tyler isst zum Beispiel gern, Jake nicht.

Wie geht Jake mit seinem kleinen Bruder um?

Er liebt ihn und das ist schön, denn ich kenne Eltern, die ihre beiden Kinder nicht im selben Raum spielen lassen können. Gut, manchmal ist Jake auch neidisch, wenn er gerade nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt, aber wir könnten uns generell keine bessere Situation wünschen.

Wir  haben gesehen, dass Jake jetzt auch erste Motorrad-Erfahrungen mit einem Kinder-E-Bike gesammelt hat. Wie war das für ihn?

Erst ist er ja nur mit dem Laufrad unterwegs gewesen. Das hat er schnell geschafft. Jetzt kommt er bei dem Mecatecno zwar noch nicht an die Bremsen, aber die Maschine arbeitet gut mit der Motorbremse. Er kann also trotzdem damit fahren. Ich habe ihn ja sonst bei mir auf dem Scooter mitfahren lassen. Da durfte er manchmal das Gas ausprobieren. Als er dann das erste Mal auf dem E-Bike saß, musste ich ihm nichts zeigen. Er ist einfach gefahren und hat von allein die Balance gehalten. Ich habe mir in dem Moment nur gedacht „Wo kommt dieses Kind her?“

DSC_3408Da war ich natürlich sehr stolz drauf, auch weil ich selbst von meinem Vater sehr viel Hilfe gebraucht habe, ein Motorrad fahren zu lernen. Diese elektrischen Trial-Bikes sind aber auch stark. Die Kraftentfaltung beim Gas geben ist ziemlich aggressiv. Als Jake verstanden hat, dass man es langsam und mit Gefühl aufdrehen muss, ging es sehr schnell. Mittlerweile fragt er immer, ob er fahren darf, wenn er zu mir in die Garage kommt und das Bike sieht. 

 

Wird die Zeit kommen, wo er Dich auf dem Bike in einem richtigen Rennen schlägt?

Sicher. Wenn ich hoffentlich mal alt werde, werde ich mich noch viel mit Motocross beschäftigen, denn das ist eine Leidenschaft von mir. Wenn ich 40 oder 50 Jahre alt bin ist er um die zwanzig. Dann ist er natürlich schneller. Aber erstmal bin ich froh, dass er überhaupt Interesse daran hat, irgendeinen Sport oder eine Aktivität draußen zu betreiben anstatt nur drinnen an der Spielkonsole zu hocken. Man kann dadurch viel mehr nützliche Dinge lernen. Aber was immer er auch später mal werden möchte: Meine Aufgabe als Vater ist es, ihn bei allem zu unterstützen und ihm Mut zu machen.

 

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Text: Dominik Lack

Fotos: Dominik Lack

 

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