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IDM Sidecar: Pichler “Durch WM-Teilnehmer schwer aufs Podest zu kommen”

 

 

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Das Pichler Side Car Team aus Telfs hält für Österreich die Fahnen hoch im Seitenwagenrennsport und startet 2016 in der SUPERBIKE IDM Sidecar. Mit Vater Bernhard tauchte Mario Pichler vor Jahren in die Seitenwagenszene ein, musste jedoch die ersten Läufe in dieser Saison verletzungsbedingt aussetzen. Genug Zeit für Beifahrer Mario mit uns ins Gespräch zu kommen und sich unseren Interviewfragen zu stellen.

Wie kommt man als Österreicher eigentlich auf die Idee bei einer Deutschen Meisterschaft an den Start zu gehen?
Wir sind vorher die kleinere Klasse gefahren und dort relativ schnell gut geworden. Daher haben wir gesagt wir müssen aufsteigen. So sind wir Europacup gefahren, doch den hat es leider nur zwei Jahre gegeben.

Hat es in Österreich bei Euch keine Möglichkeiten gegeben Seitenwagenrennsport zu betreiben?
Wir und der Grabi sind das einzige österreichische Team. Grabi fährt in der Isle of Man und in der Weltmeisterschaft und wir sind noch die einzigen, die hier an den Start gehen.

Welche Trainingsmöglichkeiten habt Ihr in Österreich?
In Österreich darf man so oder so nirgends fahren, auf keiner Rennstrecke. Wir konzentrieren uns daher eher auf andere Trainingsmöglichkeiten wie auf den Pannoniaring bzw. auf die Möglichkeiten vor den Rennen. Dieses Jahr konnten wir am Pannoniaring nicht trainieren, da es bei mir nicht ging.

Momentan setzt Du verletzungsbedingt aus, “Yeti” (Manfred Wechselberger) vertritt Dich in der Zeit. Wie seid Ihr zueinander gekommen?
Als ich schon mal meinen schweren Unfall hatte, war Yeti bereits ein Jahr lang unser Ersatzfahrer gewesen. Yeti kommt auch aus der Nähe von uns, da kennt man sich halt und es passt soweit ganz gut.

Wie bist Du eigentlich zum Rennsport gekommen?
Ich bin mit 4 Jahren mein erstes Motocrossrennen gefahren und habe dann immer mein ganzes Leben lang Motorsport betrieben: Motocross, Strassenrennen, Motorräder, Oldtimer, R6 Cup …

Und was hat Dich zu den Seitenwagen gebracht?
Das war auf einem Oldtimergrandprix auf dem Salzburgring, da ist im Rahmenprogramm die WM mitgefahren und wir sassen als Zuschauer auf der Tribüne und haben uns das angeschaut und nachgefragt was das kostet. Im Winter haben wir im Internet ein passendes Gespann gefunden, das haben wir gekauft und somit dann angefangen.

Dein Papa ist mit Dir eingestiegen in den Sport. Seid ihr beide schon mal mit jemand anderen gefahren?
Nein, wir waren beide komplette Anfänger und hatten keine Ahnung von Gespannen usw. Wir haben auch am Anfang probiert selber zu lernen, das hat aber nicht hingehauen. Doch dann waren wir in Most beim Rennen und dort war auch der Klaus Klaffenböck und der kam zu uns und meinte: “Das haut nicht hin was ihr da macht” und die haben uns dann ein paar Tipps gegeben und der Schmitter, Rudi hatte uns das Gespann gemacht. Andere Fahrer helfen normalerweise nicht, Tipps geben ist an sich selten und es kommt in der unteren Klasse auch vor, das sie dir die falschen Tipps geben, damit sie selbst schneller sind, dass ist uns auch schon passiert. Die besten Tipps, die wir bekommen haben, war vor drei Jahren von Kurt Hock und Enrico Becker, die waren immer mit bei uns da und die beiden haben uns extrem viel geholfen.

Gab es in all der Zeit wo ihr den Sport betreibt auch mal den Gedanken wie gefährlich der Rennsport ist?
Nein, das weiss eigentlich so jeder der das macht. Ich habe selber einen schweren Unfall hinter mir. Das war in Schleiz vor sechs Jahren, wo mir Birchalls reingefahren sind mit 250km/h. Wir sind aber fast gestanden, weil Rennabbruch war und da war ich sehr schwer verletzt gewesen und hätte dies fast nicht überlebt. Aber ich bin im Krankenhaus aufgewacht und habe gesagt: “Wir fahren weiter!”.

Hat im Nachgang der Unfall bei Dir nochmal eine Rolle gespielt?
Ich muss sagen wo ich wieder angefangen habe, besonders in Schleiz, da war das erste Mal wo wir an der Stelle vorbei gefahren sind schon komisch. Runde für Runde ist man jedoch wieder schneller und da hat man keine Zeit darüber nachzudenken. Und jetzt wenn wir in Schleiz fahren, schau ich in der ersten Runde vielleicht nochmal hin, aber es beschäftigt mich nicht mehr so sehr.

Was sind Eure Ziele für die laufende Saison, Mario?
Dieses Jahr geht schwierig los, weil ich die ersten beiden Rennen nicht selber fahre und da wissen wir nicht genau wo wir hinkommen, aber wir möchten schon unter die ersten 5. Ist aber schwierig, weil jetzt zwei Teams mitfahren, die in der WM sind. Die fahren allein von den Motoren in einer ganz anderen Liga mit 20 PS mehr. Einerseits füllt dies das Starterfeld anderseits hat kein anderes Team die Chance somit aufs Podest zu kommen und auch für die Anfänger ist es schwierig, wenn in der WM und hier die gleichen Starter sind. Als Anfänger schreckt es schon ganz schön ab. Auch wir haben die ersten Jahre gedacht, dass wir das Podest nie sehen werden.

Was würdest Du denen sagen, die sich noch nie die Seitenwagen angeschaut haben?
In Österreich geht es etwas besser, weil wir immer noch den Klaus Klaffenböck als Weltmeister haben. Wenn wir ein Video machen und die Leute das anschauen, finden das toll und haben oftmals nicht gewusst, dass es so spannend ist. Viele denken das die Seitenwagen langweilig sind, aber wenn sie es einmal gesehen haben, sind sie davon begeistert.

 

Text: Doreen Müller

Foto: Privatarchiv Mario Pichler

 

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