Gladius Trophy: 10 Fragen an Ole Bismark

Triple Links

Mit 15 Jahren bekam Ole Bismark seinen ersten Roller, doch erst zehn Jahre später brannte der Wunsch in dem heute 29-Jährigen die Rennstrecken Deutschlands zu erobern. 2013 begann Bismark somit auf der Nordschleife am Nürburgring seine ersten Runden zu drehen, es folgte der Wechsel und Aufbau verschiedener Bikes und die Teilnahme an Rennstreckentrainings. Gegen Ende der Saison 2014 erfuhr der Meckenheimer von den motorisierten Gladiatoren. Kurzerhand schrieb sich Bismarck für die IDM ein. Auch in der kommenden Saison 2016 ist Ole Bismark wieder auf einer Gladius unterwegs und möchte am Thron von Kai-Uwe Lenz rütteln. Doch zuvor stellte sich der Geschwindigkeitsliebhaber unserer 10-Fragen-Serie.


Was war Dein spannendes Motorsport Ereignis bisher?

Letztes Jahr habe ich mir bei einem Training auf dem Nürburgring mein Schlüsselbein gebrochen. Es musste sofort operiert werden, da ein Splitter in meine Lunge stechen konnte. Eine 7-Lochplatte mit acht Schrauben wurde mir eingesetzt. Zweieinhalb Wochen später waren bereits zwei Rennen in Oschersleben, da wollte ich unbedingt dabei sein. Also probierte ich im Training ob ich fahren konnte und obwohl es sich nicht schön anfühlte,  funktionierte es halbwegs. Ich entschied mich zu Starten. Zum Qualifying regnete es aus Eimern und die Umstände waren mir zu gefährlich. Ohne gezählte Rundenzeiten musste ich von ganz hinten starten. In beiden Rennen konnte ich mich auf Platz 10 vorfahren. Das war aufregend und spannend zugleich. Die Rennen findet man sogar auf Youtube unter Ole 27. Entwarnung vorab: Das Knacken von meinem Schlüsselbein beim Anbremsen hört man nicht 😉

Gibt es eine Strecke die Dir nicht so liegt?
Bislang kam ich auf allen Strecken gut zurecht. Es gibt sicherlich welche, die man mehr mag als andere, schon allein aus sicherheitstechnischen Gründen. Aber wir machen den besten Sport der Welt, daher passt das schon.  

Was geht Dir vor dem Start durch den Kopf?
„Hab ich die Reifenwärmer aus der Stromdose gezogen?“ Das wohl eher nicht, aber ich würde gerne mal meinen Puls messen. Der Augenblick in dem die Ampeln an gehen, in dem Augenblick ist da nichts außer Stille in meinem Kopf während die Motoren aufheulen. Meiner Meinung nach kann ein Mensch nicht konzentrierter sein als in diesem Moment. 

Was würden andere über Deinen Fahrstil sagen?
Das ist schwer zu sagen – das einzige was ich immer höre wenn jemand hinter mir gefahren ist: „Das sieht so geil aus auf der Gladius“ – mit einem Lacher. Was das wohl heißen mag?  

Dein schwerster Konkurrent auf der Strecke war bisher wer? Und warum.
Ganz klar – Kai Uwe Lenz, der Gladius Trophy Meister 2015. Letztes Jahr konnte ich mit seinen Zeiten nicht mithalten. Umso überraschter war ich beim Auftakt in Oschersleben als ich im 1. Rennen sogar an ihm vorbei kam und eine halbe Runde das Feld anführte. Er hat einen sehr sauberen Stil, ist pfeilschnell und bringt sehr viel Erfahrung mit. Ich hoffe weiterhin die Zeiten der Spitze fahren zu können, um so noch mehr lernen zu können.

Wenn Du Deine bisherige Motorsportlaufbahn mit drei Worten zusammen fassen müsstest, welche wären das?
Kindheitstraum.
Euphorisch.
Erkenntnisreich. 

 

OleBismark (10 von 11)


Lieblingsmusik?
Die gibt es bei mir eigentlich nicht. Ich höre alles von A-Z, aber zur Zeit mag ich Trap besonders – eine Mischung zwischen RnB und Electro.  

Lieblings-Reiseland und warum?
Frankreich fand ich sehr gut letztes Jahr – die Côte d’Azur ist sehr schön. Monaco z.B. ist schon eine andere Welt. Die F1 Strecke abzufahren war ein Traum von mir und das konnte ich von meiner ToDo-Liste abhaken.

Was ist Dein Lebensmotto?
Lebe jeden Tag als wär es dein letzter. Das mach ich selbst nicht mal aber es hört sich gut an oder?

Möchtest Du noch eine Botschaft an andere Motorsportbegeisterte richten?
Ich freue mich über jeden neuen Menschen auf und neben der Rennstrecke, ob groß oder klein. Der Zweiradsport hat mehr Anerkennung verdient in Deutschland und das können nur wir selbst ändern. Kommt zu unseren Rennen und erlebt Enthusiasmus und energetische Emotionen!
 

Interview: Doreen Müller

Fotos: Jörg Klöppner, Amelie Mesecke

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