German Speedweek: Sascha Schoder „Der Gang nach Canossa“

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Für Sascha Schoder begann das Wochenende vor dem acht Stunden Rennen in Oschersleben durchwachsen. Der Burgwedeler geht im Langstrecken-Klassiker in der Magdeburger Börde mit Kjel Karthin und Malte Bigge für Arlows Racing an den Start. Nachdem zuerst das Motorrad Probleme bereitet hatte, sprang am Ende Startplatz 28 heraus.

Wir haben mit Sascha nach dem Qualifying gesprochen:

Fass für uns doch bitte die letzten beiden Tage zusammen?

Das Motorrad hat uns bis gestern um 15:10 komplett in den Wahnsinn getrieben. Manchmal sind so profane Sachen wie eine Ventildeckeldichtung wie der Gang nach Canossa. Wir haben das Motorrad viermal gecheckt, aber jetzt ist sie dicht. Zwar haben wir vorhin einen kleinen Sturz gehabt, als Malte die Maschine eingangs Start-Ziel weggeschmissen hat, aber da war nur die rechte Seite betroffen und es war nicht so schlimm. Jetzt freuen wir uns natürlich auf das Rennen.

Aber konntet Ihr Euch denn schon auf das Langstrecken-Feeling einstimmen?

Bei uns im Team bin ich ja quasi der Langstrecken-Erfahrenste, weil ich das schon seit einigen Jahren mache. Die anderen sind ihre Turns weitestgehend durchgefahren. Letzte Nacht haben wir alle zweimal gewechselt und sind insgesamt sechs Stints draußen gewesen. Auch haben wir noch etwas mit dem Licht herumprobiert. Es ist nicht so, dass wir alle gar nicht zum fahren gekommen sind. Nur zwischen dem fahren gab es immer sehr viel zu schrauben. Das Team hat aber einfach brillant funktioniert. Die haben echt geschraubt wie die Großen. Jetzt sind wir einfach froh, dass es morgen losgehen kann.

Wie seid Ihr bezüglich der Hitze aufgestellt?

Ich denke, dass wir dem ganzen mit der körperlichen Fitness entgegen wirken können. Ich bin bei solchen Bedingungen schon einmal Langstrecke gefahren und das sogar zu zweit. Aber das war natürlich die Hölle. Die ersten zwei Stints gingen, aber unten heraus wird es dann gruselig. Man sehnt sich ein bisschen der Dunkelheit entgegen. Das ist dann ein bisschen als wenn man die Sonne ausschaltet. Der Asphalt strahlt zwar noch relativ viel Hitze ab, aber die Luft wird um einiges frischer. Wir reiben uns mit Franzbranntwein ein. Der Alkohol verdunstet. Dann hast Du Verdunstungskälte und so 10-15 Runden Kühlung.

Wie sieht Eure Strategie für das Rennen aus?

Ich fahre den Start. Wir haben uns gedacht, dass der mit der schnellsten Qualifying-Zeit als erstes startet. Nach dem Start versuche ich 39 Runden zu fahren. Das sollte vom Spritverbrauch her funktionieren. Wichtig ist, dass jeder Fahrer in seinem Stint die Ein Stunden-Grenze immer überschreitet.

Wie ist das für Dich in Oschersleben zu fahren?

Ich finde es sehr angenehm. Das ist natürlich auch meine Hausstrecke hier. Ich bin hier schon 2011 und 2012 die WM mitgefahren mit Yamaha und ich mag das hier sehr. Das besondere ist natürlich auch, dass einem die ganz Großen die nötige Luft lassen. Für Hobby-Teams wie uns geht es darum anzukommen. Wir haben uns gestern kurzfristig entschieden, uns in die Dunlop-Trophy einzuschreiben. Das heißt, dass wir noch gegen die anderen Dunlop-Teams fahren. Da geht es für uns um ziemlich viel, wenn wir das Ding über die Ziellinie bringen nach acht Stunden. Keine Frage wollen wir auch nicht Letzte werden, aber mit der 28. Startposition sind wir auch nicht schlecht aufgestellt, schließlich haben wir einige fest eingeschriebene Teams hinter uns gelassen.

 

Text: Dominik Lack

Foto: Dominik Lack

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