FIM Sidecar WM Le Mans: Reeves/Cluze entscheiden Regenschlacht für sich

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Widrige Wetter- und Streckenbedingungen sorgten für ein heikles Rennen in der Seitenwagen-Weltmeisterschaft. In zwei Akten traten 26 Gespanne aus der F1 und der F2 Kategorie gegeneinander an. Nach dem Restart war es das Gespann von Tim Reeves/Gregory Cluze welches den Regen besiegen konnte. In der F2 World Trophy überquerten die Brüder Birchall als schnellstes F2 Gespann die Ziellinie.

Bereits im zweiten Qualifying am Vortag zeigte sich der Bugatti Circuit von seiner unschönen, regnerischen Seiten. Bei kühlen Temperaturen auf dem Asphalt und  immer wieder eintretendem Regen war es nur wenigen Teams vergönnt, ihre Rundenzeiten zu verbessern. Zum Rennstart am Samstag jedoch verschlechterte sich das Wetter um einiges. Starker Regen geleitete die Seitenwagen-Piloten in die Startaufstellung und sorgten für aufgeregtes Reifenwechseln bei einigen Teams.

Beim Start selbst, machten vor allem Peach/Richardson Plätze gut. Die Briten sahen eine Lücke, touchierten dabei ihre finnische Konkurrenz und entschieden den Startkampf für sich. Allerdings ließen Reeves/Cluze nicht lange auf sich warten und eroberten sich die Führung. Reeves/Cluze gelang es sich deutlich von der Gruppe abzusetzen und machten einige Sekunden gut, bis in der dritten Runde das Rennen aufgrund Sicherheitsbedenken (Aqua Planing) mit roter Flagge abgebrochen wurde.

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Erst gegen 12:00 Uhr wurden die Tore wieder geöffnet. Der zweite Teil wurde als komplett neues Rennen über 12 Runden gestartet und somit die Startplätze aus den Qualifyingresultaten vergeben. Auch beim Restart kamen erneut Peach/Richardson sehr gut weg und setzten sich an die Spitze, gefolgt von Reeves/Cluze und Schlosser/Hofer. Analog wie im ersten Lauf schauten sich Reeves/Cluze nicht lange die Führung des Santander/L+W Racing Teams an und knöpften ihnen erneut die Führung ab. Drei Sekunden Vorsprung genügten dem britischen Duo um von Runde 1 an deutlich der Gruppe wegfahren zu können. Dahinter sortierte sich allmählich das Fahrerfeld ein.

In der darauffolgende Runde versuchten Peach/Richardson erneut Druck zu machen, was jedoch das Aus für die Briten bedeutete. „Ich habe eine Lücke gesehen und gedacht das ich die nehmen könnte, was nicht funktioniert hat,“ erklärte Fahrer Andy Peach. Das Gespann mit der Nummer 4 überschlug sich und klemmte Beifahrer Richardson unter sich ein. Nach einem Check im Medical Center konnte für den 27-Jährigen jedoch Entwarnung gegeben werden.

Zwischenzeitlich entscheiden Päivarinta/Kainulainen das Duell gegen Schlosser/Hofer für sich und holten rasch zu den Führenden auf. In Runde drei folgte schließlich das Aus für das F1 Gespann von Mike Roscher und Anna Burkard. Die Deutschen hatten zu wenig Grip auf der regennassen Strecken  und haben das Rennen aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Zur Halbzeit des Laufes zog sich das Fahrerfeld deutlich auseinander. An der Spitze lagen weiterhin Reeves/Cluze nahezu unangefochten, gefolgt von den Finnen mit der Startnummer 44. Markus Schlosser und Tom Hofer drehten mittlerweile außer Konkurrenz auf Rang drei ihre Runden. Auf den Plätzen 4,5 und 6 kam es zwischen den Gebrüdern Birchall und Hegarty Racing sowie Team Sand Seb 72 zu einem beständigen Positionswechsel.  Ein Ausflug neben die Strecke nahm den Birchalls schließlich sechs Sekunden Zeit ab und verschaffte Hegarty/Neave Vorsprung. Birchalls Rutscher sollte allerdings nicht der einzige in diesem Rennen bleiben, auch Grabmüller/Kirchhofer kamen bedächtlich ins schlingern, konnten aber rechtzeitig ihr Gespann abfangen. Mit den WM Einsteigern Kimeswenger/Billich kämpften die BMW LCR Piloten um Rang 13 in der Gesamtwertung.

Indes konnten Bachmaier/Wechselberger ihr Duell gegen Molyneux/Sayle für sich entscheiden und auf Position 17 vorrücken.

Mit 4,5 Sekunden Vorsprung überquerten schließlich Reeves/Cluze die Ziellinie als erstes. Die Finnen Päivarinta/Kainulainen, bei der Überrundung der Gespanne 7 und 56 aufgehalten, sicherten sich den zweiten Platz auf dem Podium. Markus Schlosser und Tom Hofer wurden Dritter und waren nach den zahlreichen technischen Problemen sehr glücklich damit. „Ich habe schon zum Anfang gesagt, dass ich Le Mans nicht ohne Pokal verlasse!,“ so Schlosser. „Dabei startete das Wochenende sehr schwierig für uns, weil wir sehr mit der Technik zu kämpfen hatten und bis heute wir nicht sagen können, was genau das Problem war. Es hätte noch besser sein können, aber ich bin natürlich zufrieden mit dem Podium, besonders nach den drei Jahren in denen ich nicht gefahren bin.“

Zufrieden sein, konnten am Ende des Tages auch Tom und Ben Birchall, die sich bei den 600ern in der World Trophy den ersten Platz sicherten, vor Caussee/Lelubez aus Frankreich und Grabmüller/Kirchhofer aus Österreich.

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Top 10 Platzierung in der Kategorie FIM Sidecar World Championship

  1. Tim Reeves/Gregory Cluze (GBR)(Remse Racing)
  2. Pekka Päivarinta/Kirsi Kainulainen (FIN)(44-Racing)
  3. Markus Schlosser/Tom Hofer (SUI)(Sidecar Racing Team Schlosser)
  4. Sean Hegarty/James Neave (GBR)(Hegarty Racing)
  5. Sebastien Delannoy/Kevin Rousseau (FRA)(Team Sand Seb 72)
  6. Manuel Moreau/Stephane Gadet (FRA)(MG Racing Side)
  7. Bennie Streuer/Geert Koerts (NED)(Team Streuer)
  8. Olivier Dichamp/Vincent Peugeot (FRA)(A.C.T.)
  9. Billy Gällros/Gerard Dallhuizen (SWE)(Sidecar Team Gällros-Dallhuizen)
  10. Lukas Wyssen/Olivier Chabloz (FRA)(Midland Sidecar Racing Team)

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Platzierung in der Kategorie FIM Sidecar F2 World Trophy

  1. Ben Birchall/Tom Birchall (GBR)(Birchall Racing)
  2. Gerald Causse/Freddy Lelubez (FRA)(FOG RACERS)
  3. Michael Grabmüller/Sophia Kirchhofer (AUT)(Polizeisportverein Wels Delta Racing)
  4. Günther Bachmaier/Manfred Wechselberger (GER)(MSV-Schwanenstadt/PSV-Wels)
  5. David Molyneux/Daniel Sayle (GBR)(DMR)
  6. Tony Baker/Fiona Baker Milligan (GBR)(Cumbria Express)

Text: Doreen Müller

Fotos: Mark Walters

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