FHR: Verband kann Absage nicht nachvollziehen

Nachdem das Fischereihafen-Rennen am Dienstagnachmittag zur Enttäuschung vieler Anhänger überraschend für 2018 abgesagt wurde (wir berichteten), herrscht Unverständnis und Zwietracht in der Road Racing-Szene. Racetrack News hat daher beim Deutschen Motor Sport Bund e.V. (DMSB) nachgehakt.

Fehlende Planungssicherheiten seitens des Deutschen Motor Sport Bund e.V. seien der Grund für das Aus des beliebten Straßenrennens in Deutschland, heißt es in der Pressemitteilung der Rennveranstalter. In einem persönlichen Telefonat zeigt sich DMSB-Pressesprecher Michael Kramp allerdings „sehr verwundert“ über die Begründung der Veranstaltungs-Absage. “Wir können die Entscheidung ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Die Aussage, dass es bisher keine frühzeitige sowie schriftliche Erteilung der Streckenlizenz gibt, ist schlichtweg falsch“, sagt Kramp deutlich. Es gebe E-Mails in denen klar und deutlich stünde, dass aus Sicht des DMSB und der Stadt Bremerhaven das Fischereihafen-Rennen unter den gleichen Sicherheitsmaßnahmen wie 2017 durchgeführt werden dürfe. Diese E-Mails liegen auch unserer Redaktion von Racetrack-News vor.

Vorläufige vs. endgültige Lizenz

Fragt sich somit, wo also liegt das grundlegende Problem beider Parteien? Ganz konkret geht es Hinrich Hinck, Geschäftsführerer des Fischereihafen-Rennens, nicht nur um eine vorläufige Streckenlizenz, sondern um eine vom DMSB endgültig erteilte Streckenlizenz im Voraus. Damit will Hinck – anders wie zum 60. Jubiläumsrennen, bei dem der DMSB erst im März eine Lizenz für die Streckenplanung genehmigte und diese erst einen Tag (03.Juni 2017) vor dem Rennen verbindlich wurde – ­ eine erneute kurzfristige Streckenabnahme vermeiden und eine stabile Planungssicherheit gewinnen.

Kein Kompromiss bei Sicherheit

Aus Sicht des DMSB ist dieser Wunsch jedoch  unerfüllbar. „Wenn es zum Thema Sicherheit kommt, gehen wir keine Kompromisse ein. Ein Karussell wird im Vorhinein ja auch nicht als fahrtauglich und sicher erklärt und im Anschluss erst darauf geprüft“, begründet Kramp die vorläufige Streckenlizenz. Und weiter: „Eine endgültige Lizenz kann es somit erst nach der Streckenabnahme vor Ort geben. Und da die Fahrbahn erst wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn steht, ist die endgültige Erteilung auch eben erst kurz vorher möglich.“ Demnach wäre eine kurzfristige Absage des Rennens ebenfalls möglich, sofern keine maximale Sicherheit gewährleistet werden kann (Anmerkung der Redaktion: Dem Fischereihafen-Rennen wurde 2014 eine dreijährige endgültige Streckenlizenz bis einschließlich 2016 erteilt). „Wir wissen, dass die Organisation der Veranstaltung und das Absichern der Strecke mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Solange sich allerdings an die Richtlinien von 2017 genau gehalten wird, sollte seitens des DMSB einer 61. Version des Fishtown-Rennen nichts im Wege stehen“, erklärt Kramp.

Verschärfung statt Entschärfung

Ob die unterschiedlichen Vorstellungen zwischen DMSB und Veranstaltungsteam bis 2019 übereinkommen können, sieht der Pressesprecher nicht passieren. „Auch 2019 werden die Regularien der Streckenabnahme nicht anders lauten. Im Gegenteil, in der Regel verschärfen sich die Sicherheitsmaßnahmen eher von Jahr zu Jahr als dass sie sich entschärfen“, so Kramp.

Eine verzwickte Lage, die sowohl von beiden Seiten aus durchaus nachvollziehbar ist. Wünschenswert wäre es jedoch, dass sowohl DMSB als auch die Veranstalter von Fishtown einen gemeinsamen Weg finden nächstes Jahr doch noch die Start- und Zielflagge zu schwenken. Denn das Fischereihafen-Rennen ist nicht nur sehr beliebt im Road Racing, es gilt ebenso als der „letzter Mohikaner“ unter den Straßenrennen in Deutschland – und dieser sollte solange es geht am Leben gehalten werden.

 

Text: Rowena Hinzmann
Foto: pressoffice FHR

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Kommentare (1)

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    Bannane

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    Würde Geld hinter der Veranstaltung stecken, oder ein mächtiger Sponsor oder Veranstalter,
    so würden die (wie soll man sagen) die machtbesessenen Funktionäre DMSB sich nicht trauen den Schnabel aufzumachen!
    Ein gutes Beispiel ist der Bilster Berg! Rennstrecke im Naturschutzgebiet!
    Die Kollegen bauen sich
    eine Rennstrecke und wenn sie gut gelaunt sind darf der DMSB mal
    übe den Zaun gucken.

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