FHR: Julian Neumann im Interview über Schutzvorkehrungen, knifflige Kurven und den morgigen Rennverlauf

Die 60. Auflage des Fischereihafenrennens (FHR) hat heute mit dem Trainingstag seinen Lauf genommen. Ab morgen kämpfen in insgesamt 11 Klassen wieder Maschinen aus acht Jahrzehnten gegeneinander. In gleich zwei Klassen an den Start gehen wird der Langenhagener Julian Neumann. Mit der Nummer acht sorgte er das letzte Mal 2015 für Spannung an der Spitze. Nach einer Verletzungspause im letzten Jahr mischt der 30-Jährige in seiner knallorange- farbenden Lederkombi am Rennmontag wieder in den Klassen 1 und 11 mit und hat klare Siegambitionen. Racetrack News hat mit Julian Neumann nach den Trainingssessions gesprochen.

Julian, kaum bist du wieder beim diesjährigen 60. Fischereihafenrennen auf der Strecke, kam es bereits beim ersten Zeittraining am Ende der Start- und Zielgeraden zum Sturz. Wie ist es dazu gekommen?

Ich wollte überholen und war dabei, von innen in die Kurve zu stechen. Allerdings habe ich dann zu spät vor der Kurve gebremst, mein Vordermann  zog nach innen in die Kurve, ohne dass er mich überhaupt sehen konnte, und schon war es passiert. Es ist aber nichts passiert.
Es ist mein erstes Renne in dieser Saison und dementsprechend schwer fiel es mir heute Morgen auch in den Rennmodus zu kommen. Aber das dauert nicht lange und ich bin wieder voll im Rennfieber.

Letztes Jahr musstest du verletzungsbedingt leider beim FHR aussetzen. Bist du wieder absolut fit?
Ja, ich bin fit. Ich hatte mir nach einem Sturz auf der Rennstrecke in Assen unter anderem eine Verletzung an der Hand zugezogen, weshalb ich meine Teilnahme in Bremerhaven absagen musste. Aber das ist schon wieder längst vergessen und alles ist wieder gut.

Thema Sicherheit: Im Vergleich zu den Vorjahren hat das FHR seinen Sicherheitsschutz an einigen Stellen immens verstärken müssen. Bedeutet das für euch Fahrer tatsächlich ein erhebliches Mehr an Sicherheit?
Die neuen Betonwände mit ihren etwa fünf Meter hohen Schutzgittern haben dem Veranstalter im Vorfeld bereits 70.000 Euro mehr an Kosten verursacht. Das muss meiner Meinung nach nicht sein, mit den üblichen Strohballen ginge es auch. Ein tragischer Unfall, wie der am Renntag im letzten Jahr, kann auch durch hohe Schutzgitter nicht verhindert werden. Die meisten Unfälle passieren ja auch in den Kurven und nicht auf der Start- und Zielgeraden. Ich persönlich finde so viel an Schutz überflüssig, aber solange die Rennen stattfinden, ist es dann in Ordnung.

Viele Fahrer, darunter auch du selbst, hatten heute Probleme bei der Rechtskurve am Ende der Start-und Zielgeraden. Was ist hier die Herausforderung?
Diese erste Kurve nach dem Start ist super, und macht wirklich viel Spaß, eben wie sie ein paar Herausforderungen mit sich bringt. An dieser Stelle gibt es sowohl auf der Ideallinie als auch daneben einige Bodenwellen, die das Bike schnell unruhig und unkontrolliert werden lassen.Auch der richtige Zeitpunkt spielt eine wichtige Rolle, wenn man nach der langen Gerade einiges an Speed auf den Tacho hat. Aber an sich hat das Fischereihafenrennen wirklich viele schöne Kurven in die man ideal hineinbremsen kann.

Du stehst in beiden Klassen in der ersten Startreihe. In Klasse 1 stehst du hinter Thilo Günther an zwei und die Klasse 11 führst du an. Was erwartest du vom morgigen Renntag?
Klar, will ich die Rennen morgen gewinnen. Und da das Feld dieses Jahr ein sehr starkes ist, wird es wahrscheinlich auch sehr spannend werden. Aber ich denke, in der Klasse 11 wird das Rennen zwischen Tim Turowski und mir eine enge Kiste werden, da wir beide auf einem Level sind. In Klasse 1 habe ich mit Thilo Günther und Didier Grams zwei wirklich starke Gegner, aber auch Luca Hansen sollte man auf der Rechnung haben, wie er es ja auch im letzten Jahr bereits bewiesen hat.

Text: Rowena Hinzmann
Foto: Rowena Hinzmann

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Kommentare (1)

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    Jochen

    |

    Quasi live von der Tribüne geschrieben. Die Packenden Rennen am Montag bestätigten die Prognose:-)

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