FHR 2017: TV-Starkoch Andi Schweiger im Exklusivinterview

 

Wenn er den Kochlöffel mal nicht im Kochtopf rührt, gerade keine neuen, unsagbar leckeren Rezepte kreiert oder Pause von der Kamera hat, dann ist TV-Koch Andi Schweiger häufig beim Motorrad fahren anzutreffen – oder seit vergangenem Jahr auch auf dem Fischereihafenrennen. Racetrack News hat mit ihm nach den Renntagen über sein Debüt 2016 beim Fischereihafenrennen, seine Pläne und über seine Lieblingsbeschäftigung gesprochen.

 

Du bist 2016 das erste Mal beim Fischereihafenrennen gestartet, zeitgleich war es auch dein Debüt auf einer Rennstrecke. Was hat dich dieses Jahr wieder dorthin verschlagen?
Mein erstes Mal hier am Fischereihafenrennen letztes Jahr hat riesigen Spaß gemacht. Gleich kurz nach den Rennen wurde mir wieder angeboten, dieses Jahr erneut hier fahren zu dürfen. Das blieb mir natürlich im Hinterkopf und irgendwann wurde es auch Zeit, mich dafür oder dagegen zu entscheiden. Und so habe ich das Angebot noch einmal angenommen. Für mich persönlich, ist es etwas besonderes sowie auch ungewöhnlich hier zu fahren, da ich sonst nie auf der Rennstrecke bin.

Beim Training hattest du dich zeitlich, im Vergleich zum letzten Jahr, wesentlich verbessert. Trotzdem sind die Rennen ohne dich gestartet. Was war passiert?
Obwohl ich mich im Vergleich zum letzten Jahr in relativ großen Sprüngen verbessert hatte, bin ich leider gestrichen worden. Das Starterfeld der Klasse 2 war dieses Jahr wohl enorm gut aufgestellt, weshalb sich die Rennleitung am Sonntagabend dazu entschied, die Anzahl an Fahrern auf etwa 30 zu kürzen – darunter fiel eben auch ich. Für mich war es schade, weil ich nach Bremerhaven gekommen bin, weniger um zu gewinnen, sondern vielmehr um einfach zu fahren.

Was war das für ein Gefühl vor so vielen Zuschauern zu fahren?
Man muss sich bei solch einem Rennen ganz klar nur auf eine Sache konzentrieren und das ist das Rennen. Ich wurde am Trainingstag gefragt ‚Du, sag mal, ist schon viel los auf der Rennstrecke?‘ Und ich wusste es überhaupt nicht. Ich war während des Trainings so konzentriert, dass ich niemanden gesehen habe. Erst im dritten Lauf habe ich gemerkt, dass die Leute einen anfeuern, wodurch ich gleichzeitig ruhiger aber auch unkonzentrierter wurde und mich ablenken lassen habe. Bei den ersten beiden Turns fokussierte ich mich vor allem darauf, wie das Motorrad funktioniert, wie schnell ich fahren kann, wo der richtige Bremspunkt ist und wie ich diesen korrekt anfahre. Selbst die Geschwindigkeit bekommt man nicht mit.

Du bist vorher noch nie Rundstrecke gefahren, kanntest zuvor auch das Fischereihafenrennen nicht. Wie ist es denn zu deiner Teilnahme letztes Jahr überhaupt gekommen?
Jens Kuck hat mich beim Supermoto fahren gesehen und dann irgendwann mal gefragt, ob ich nicht mal Rundstrecke fahren wolle, er hätte da eventuell eine Möglichkeit für mich. Meine erste Reaktion darauf war: wann ist das? Cool, ich habe zu diesem Zeitpunkt zufällig frei, ich komme mit. Erst danach habe ich mich erst informiert, was das Fischereihafenrennen überhaupt ist (lacht). Ehrlich gesagt, war meine erster Gedanke ‚Ach du grüne Neune, was hab ich denn da wieder gemacht? Das ist viel zu gefährlich.‘ Was dann folgte, war eine Absage. Allerdings galt diese nicht all zu lange. Nachdem ich Jens von der Absage erzählte, meinte er nur ‚Das kann nicht sein‘ und legte auf. Eine Woche später war ich wieder auf der Fahrerliste. Dann bin ich hier hin, habe das erste Mal das Motorrad gesehen, bin einmal die Straße vor und zurück und am nächsten Tag gestartet. So war das (lacht).

Wirst du 2018 erneut einen Versuch starten beim Fischereihafenrennen anzutreten?
Also gegebenenfalls schon. Es kommt halt darauf an, ob ich ein Motorrad bekomme, da ich keine Racingmaschine besitze. Die müsste mir allenfalls gestellt werden. Ich habe noch eine alte BMW und man könnte überlegen, die umzubauen. Ein paar Gedanken und Ideen habe ich, die alle jedoch noch unausgegoren sind. Aber allein für dieses Jahr musste ich mir Schuhe und Helm und alles irgendwie borgen, weil ich selbst Klamotten für die Rennstrecke gar nicht besitze.

Wann hat dich die Leidenschaft für das Motorrad fahren gepackt?
Ich habe mit 16 Jahren auf einem Mofa angefangen und bin dann später aufs Motorrad übergewechselt. Seither bin ich auf zwei Rädern unterwegs. Ich fahre aber auch viel Supermoto sowie Enduro, weshalb ich ein gutes Gefühl für das Motorrad fahren an sich entwickelt habe. Aber ein Racer-Typ durch und durch bin ich wohl eher nicht.

Was bedeutet das Motorradfahren für dich?
Ich liebe diese freie, offene Geschwindigkeit und ich liebe Motorrad fahren – ganz egal in welchem Bereich. Ich bin auf einem Trial unterwegs, fahre Oldtimer, Harley, Kawasaki oder BMW. Ich mache alles, was mit Motorrad zu tun hat. Man kann auf jeder Maschine Spaß haben, total egal, welcher Typ es ist. Jede Maschine ist anders und deshalb macht es umso mehr Spaß.

Wenn du dann fährst, kommen dann auch mal neue Rezept-Ideen bei herum?
Ich würde eher sagen nein, denn für so etwas brauche ich einen freien Kopf. Ich fahre Motorrad, eben damit ich einen freien Kopf bekomme und eben nicht an meine Arbeit denke. Denn ich arbeite so viel, dass ich einen gewissen Ausgleich brauche – und das ist eben das Motorrad fahren.

 

 

Text: Rowena Hinzmann
Fotos: andischweiger.com und Rowena Hinzmann

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