FHR 2017: Ole Bismark „Es wird sich gut um die Fahrer gekümmert“

Für Ole Bismark sollte es dieses Jahr endlich zum Debüt beim Bremerhavener Fischereihafenrennen kommen. Der 30-Jährige wollte mit seiner Suzuki Gladius in der Klasse 11 starten. Allerdings kam er nicht sehr weit. Nachdem es im ersten Training nass war, wollte Ole im Qualifying angreifen und stürzte ausgangs der zweiten Schikane, die beim Fischereihafenrennen schon oft für spektakuläre Bilder gesorgt hat. Beim Sturz schlug er sich die rechte Schulter an und wurde im Krankenhaus untersucht. Zwar wurde kein Bruch festgestellt, doch die Veranstaltung konnte er trotzdem nicht fortsetzen, zumal er aus dem Quali ohnehin keine gezeitete Runde vorweisen konnte. Wir haben mit Ole Bismark gesprochen.

 

 

Wie ist Deine Teilnahme beim Fischereihafenrennen zustande gekommen?

Eigentlich wollte ich letztes Jahr auch schon beim Fischereihafenrennen starten, aber da hat sich das mit Most überschnitten, wo ich mir die linke Schulter gebrochen hatte. Danach war ja die Saison denn auch gelaufen. Eigentlich wollte ich dann in die 600er Klasse wechseln. Für mich stand fest, dass wenn es terminlich passt, ich auf jeden Fall hier sein und das Ganze miterleben möchte. Man muss ja nicht direkt alles geben, aber man kann ja lernen und dann im Jahr darauf vielleicht ein bisschen schneller fahren. Für dieses Jahr hatte ich einen Kumpel Bastian Dreier, der auch die letzten zwei Jahre bei uns schon mitgefahren ist mit dabei. Ich bin im Namen von Motorradtechnik Dreier aus Münster hier und werde wo es nur geht unterstützt.. Da hat dieses Jahr einfach alles zusammen gepasst. 

Was wäre konkret Dein Ziel gewesen?

Sitzen bleiben (lacht). Das hat genau bis zum ersten Zeittraining funktioniert. Direkt nach 300 Metern bin ich ja schon abgeflogen und dann noch 100 Meter auf dem Hintern gerutscht. Aber ich stehe noch. Der Materialschaden ist natürlich da, aber von den Knochen her ist nichts gebrochen. In zwei Wochen geht es nach Mettet zum Trainieren. Da bin ich mit Peter Schoustal.  Mal gucken, ob ich das muskulär hinkriege. Ich gebe auf jeden Fall mein Bestes. 

 

Reden wir vielleicht ein bisschen über das Drumherum hier beim Fischereihafenrennen. Wie war die Anreise?

Wir sind Samstag erst angereist und gehörten somit zu den ganz späten Menschen und hatten denn auch Probleme noch ausreichend Platz zu finden. Wir sind nämlich mit zwei Wohnwägen, zwei Transportern und einem 3 x 6 Meter-Zelt da und da mussten wir ein bisschen Tetris spielen und die Nachbarn fragen. Im Endeffekt hat es aber geklappt. Wir stehen direkt am Wasser. Gestern war hier auch noch ein riesiger Dampfer, was natürlich ein ganz besonderes Flair ausmacht. 

 

Samstags ist ja schon auch immer viel los in Bremerhaven. Wie hast Du das erlebt?

Ich konnte die Party von Samstag auf Sonntag noch nicht so wirklich genießen, weil ich ja selbst fahren wollte. Sonntag haben wir nach dem Sturz aber gesagt, dass wir nicht starten, weil ich auch eh keine gezeitete Runde hatte. Dadurch konnte ich die anderen Annehmlichkeiten des Fischereihafenrennens auskosten und das ein oder andere Getränk im Festzelt trinken. 

 

Road Racer feiern doch sowieso auch gerne ausgiebig, oder?

Klar. Solange man das nicht zu weit treibt und am nächsten Tag wieder fit ist. Es gibt Besucher hier, die bis vier Uhr nachts mit dabei sind. Ich war selbst aus studientechnischen Gründen um drei im Fahrerlager unterwegs und da sieht man noch an einigen Ecken, dass Party ist. Es gibt ja auch unseren „Partycampingplatz“, wo die ganz Verrückten zu finden sind. Es liegt eine Motorhaube auf dem Boden und da ist Benzin und Feuer im Spiel. Man könnte sagen, dass das so ein bisschen der kleine Ankerberg vom Fischereihafenrennen ist. Es gibt aber natürlich auch ein Stück weiter hinten einen ruhigeren Campingplatz. Es ist auf jeden Fall schon eine ganz besondere Atmosphäre.

Wenn jedes Rennen in Deutschland so wäre wie das Fischereihafenrennen, dann hätten wir als Motorradfahrer und die ganze Motorradindustrie keine Probleme mehr. 

Ein Paar Worte zur Organisation. Wie hast Du die Fahrerbetreuung empfunden?

Man ist als Fahrer erstmal ja selbst verantwortlich dafür, an Terminen wie der Fahrerbesprechung, dem Newcomerbriefing und der Streckenbegehung teilzunehmen. Da war ich überall dabei und vor allem die Streckenbegehung bringt einem sehr viel. Da gibt es so Informationen wie: „Es regnet ja heute Nacht. Wenn es hier regnet kommt aus dem Asphalt das von Transporter übergeschwappte Fischöl nach oben und dann bringen Dir auch Regenreifen nichts mehr.“ Das bringt einem sehr viel. Ich musste im ersten nassen Training wirklich aufrecht durch die Kurve  und durfte die Bremse nicht zuviel berühren. Solche Informationen kriegt man eben von Seiten der Organisatoren. Da wird sich gut um die Fahrer gekümmert. Ich fühle mich hier sehr gut betreut.

 

 

Text: Dominik Lack

Fotos: Dominik Lack

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