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Endurance WM: Gert56 HMT – Sächsisches Team stellt sich mit neuem Kader der Weltspitze

 
 

Bereits zum letztjährigen Lauf in Oschersleben kündigte Karsten Wolf uns Veränderungen für 2016 an, denn nach fünfjähriger Zusammenarbeit entschloss man sich in Zukunft getrennte Wege zu gehen. Unter dem Namen German Endurance Racing Team, kurz «GERT56 HMT», möchte Wolf 2016 im FIM Endurance World Cup in Erscheinung treten. Im Rahmen der Teampräsentation auf der Messe Sachsenkrad Dresden haben wir die Möglichkeit genutzt uns diese spannende Kombo genauer anzuschauen.

 

Während sich die Mannschaft um Karsten Wolf neu formierte, kümmerte sich Mitbegründer Ronny Schlieder mit seiner Firma RS Speedbikes weiterhin um den Aufbau, die Entwicklung und die Revisionen der 999ccm starken BMW und sorgte dafür, dass alle im Superstock-Reglement vorgesehenen technischen Anforderungen erfüllt werden. Anders als im Vorjahr gibt es so keine Schnellwechselanlage mehr, die beim Boxenstopp noch für einen schnelleren Ablauf beim Räderwechsel gesorgt hat. Ebenso wurden Schwinge, Fahrwerk, Sturzpads, Gabelbrücken und die Auspuffanlage geändert, welche nun aus dem Hause Akrapovič stammt.  

 

Für weiteres Aufsehen sorgt künftig die auffällig neue Farbgebung der Verkleidung sowie der Teamname der Superstock-Mannschaft an sich. Denn hinter dem Namenszug HMT (Heidger Motorsport Trading) von „Gert56 HMT“ verbirgt sich kein geringerer als der erfahrene Rennsportler Frank Heidger, der als Riders Coach mit seinem Wissen, seinen Kontakten und koordinativen Fähigkeiten für das Endurance-Team tätig sein wird. Neben Stammfahrer Rico Löwe wurden auch IRRC Champion Didier Grams und Vizemeister Petr Biciste aus der Road Racing Szene für das Team verpflichtet, ergänzt durch den ehemaligen IDM Supersport-Meister Sascha Hommel. 

Langstreckenerfahrung…
 
Im Langstreckenbereich ist der 43-jährige Rico Löwe der erfahrenste Pilot des Vierergespanns. Bereits zur Speedweek in Oschersleben haben wir für Euch auf racetrack-news.de den ehemaligen dreifachen Gesamtsieger der GEC interviewt. Im Einzelinterview stellte sich „Rixi“ in Dresden unseren Vorsaison-Fragen, die ihr in Kürze auf racetrack-news.de nachlesen könnt.
 
…trifft auf Straßenrennsport.

Noch keine Erfahrungen im Langstreckensport, jedoch stetige Überlegungen in die EWC zu gehen, habe es bei Didier Grams schon lange gegeben. Mangels Sponsoren und dem passenden „Teampartner“ konnten die Gedanken jedoch bisher nicht in die Tat umgesetzt werden, obwohl Grams und Wolf sich bereits seid mehreren Jahren kennen. Den eigentlichen Deal jedoch hätte Vater Jens Grams mit eingefädelt. Allen Gerüchten zum trotz, seien aber erst in Frohburg letzten Jahres die Weichen für einen gemeinsamen Weg im Langstreckensport gestellt worden. Dem Road Racing wolle Didier Grams mit dem Team W&G Motorsport weiterhin treu bleiben, denn das Ziel noch einmal den IRRC Meistertitel zu erlangen, bleibt für Vater und Sohn Grams trotz des neuen Projektes weiterhin bestehen. Auch der jüngste Grams ist bereits ganz hingerissen von den großen Bikes und nahm am Stand des Teams nicht nur einmal mit strahlenden Augen auf der 1000er BMW Platz. Ob der kleine Dario jedoch einmal in die Fußstapfen seines bekannten Papa´s treten wird, überlässt der gebürtige Limbacher ganz seinem Sohn.

…bekommt tschechische Unterstützung.

 
Die Motorsport-Nachwuchs-Frage hat der Tscheche Petr Biciste noch vor sich. Der werdende Papa und zweifache Czech Road Racing Vizemeister (2014 & 2015) ist der dritte Fahrer im Bunde. Für den 31-Jährigen gibt es gleich mehrere Gründe dem ersten WM Lauf entgegen zu fiebern. Die 24 Stunden von Le Mans sollen nicht nur die erste Langstreckenerfahrung seiner Motorsportkarriere werden. Auch auf privater Ebene sorgt das Wochenende um den 09./10. April bereits im Vorfeld für Aufregung, denn für den Nachwuchs wurden just diese Tage als voraussichtlicher Geburtstermin bestimmt.

…holt junge Rennsportler zurück.
 
Den vierten Fahrer im Team habe Teammanager Karsten Wolf erst aus dem selbst erwählten „Rennsport-Ruhestand“ zurückholen müssen. Mit 25 Jahren hatte Sascha Hommel eigentlich mit dem Rennsport bereits abgeschlossen. Seit seiner letzten motorsportlichen Erfahrung 2012 war es ruhig um den Reichenbacher geworden. „Ich habe mein Studium beendet in Dresden und habe meinen Bachelor gemacht. Dann bin ich lange Zeit auf Reisen gewesen, habe gearbeitet und mache derzeit meinen Master in Leipzig,“ erzählt er uns. Durch einen Bekannten sei der Kontakt zu Rico Löwe zustande gekommen und auch die Idee gewachsen gemeinsam Motorrad zu fahren. Die Langstrecke sei für Hommel schon immer interessant gewesen, da die Teamarbeit und die Menschen hinter dem Sport ganz andere seien. Einzig „weil die Leute geil sind“ und um gemeinsam als Team Spaß an dem Sport zu haben, sei Sascha Hommel wieder in den Rennsport zurück gekehrt.


„Wenn ich ganz ehrlich bin habe ich keine motorsportlichen Wünsche mehr die ich noch erreichen möchte, weil ich eigentlich mit dem Motorradrennsport schon abgeschlossen hatte,“ resümiert Hommel, der von IDM bis WM bereits alles gefahren ist. Die Zeit ohne den Rennsport sei für ihn auch in Ordnung gewesen und die Rückkehr auf eine Rennstrecke wäre nur aufgrund des Gesamtpakets von Team, Langstrecke, gegenseitiger Sympathie und Leidenschaft für den Sport zustande gekommen, so Hommel weiter. Als größte Herausforderung sieht der Jüngste im Bunde das Nachtfahren an. Hierbei könne er lediglich auf Erfahrungen aus einem 24h Stunden Rennen in Aschersleben zurückgreifen, wo er als 16 Jähriger auf einer Simson zum Spaß seine Runden drehte. Vergleichbar mit dem Spaßrennen, bei dem von Stunde zu Stunde immer mehr Mitstreiter aufgegeben hatten, ist ein WM Lauf nicht, dessen ist er sich bewusst und bereitet sich mit Kraftsport, Downhill und Motocross auf seinen ersten Einsatz in Frankreich vor. 

Mehr Informationen zur EWC findet ihr HIER.

Text und Fotos: Doreen Müller 

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