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DLC: Sarah Göpfert – Wetterkapriolen am Sachsenring

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Insider-Reporterin Sarah Göpfert berichtet für Racetrack-News über ihr Wochenende beim DLC-Lauf auf dem Sachsenring: „Vergangenes Wochenende ging es für mich und mein Team MSJ im DMV-YOUng Rider Foundation by LogRat zum fünften und damit vorletzten Lauf des Deutschen Langstreckencups. Da wir bei der letzten Veranstaltung in Assen nicht gestartet waren, freuten wir uns um so mehr auf die bevorstehende Veranstaltung auf dem Sachsenring.“


Als wir Freitagabend im Fahrerlager ankamen, platzte dieses bereits fast aus allen Nähten, da neben dem DLC auch die IG Königsklasse und der Deutsche Rundstreckencup an den Start gingen. Wir nutzten das schöne Wetter, um uns die Strecke einmal etwas genauer anzuschauen, weil Marvin und Philipp vorher noch nie auf dem Sachsenring gefahren sind. Was auf der Playstation schon spektakulär aussieht, entwickelt sich in der Realität zu einer regelrechten Achterbahn. Begeisterung und die Frage, wie man auf dieser 3,7 Kilometer langen Berg- und Tal Bahn Motorrad fahren soll, ließen uns gespannt auf den Renntag blicken.


Nachdem die Box, die wir uns aufgrund der Platzverhältnisse mit dem S.L.E.R.T. Team teilten, eingerichtet war, konnte zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen werden. Am nächsten Morgen begrüßte uns die Sonne und ließ hoffen, dass die Wetterprognose, welche den ganzen Tag Regen vorhersagte, doch nicht stimmte.
Auf dem Rückweg von der Fahrerbesprechung schlug mein Fan-Herz plötzlich höher, als der Moto 2 WM-Fahrer Remy Gardner vor mir stand, welcher ebenfalls beim DLC startete. Schnell wurde ein Selfie gemacht, was die Vorfreude auf die Moto GP am Sachsenring in zwei Wochen erneut steigen ließ.


Aufgrund der unbeständigen Wettervorhersage richteten wir uns darauf ein, auf Regenreifen umrüsten zu müssen. Also ab zum Reifendienst und auf einen Satz Felgen das schwarze Gold drauf ziehen lassen. Leider war das leichter gesagt als getan. Da die Fahrer aus allen drei Klassen für den eventuell einsetzenden Regen gewappnet sein wollten, war der Andrang groß. Zu groß für die Reifendienst-Truppe, welche nur aus drei Mann bestand. Aber sie gaben ihr bestes, sodass wir pünktlich vor dem ersten Qualifying eine Yamaha R6 auf Regen Set-Up umrüsten konnten, falls es während des Trainings nass werden sollte.

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Unter trockenen Bedingungen ging es für Philipp und Marvin das erste Mal raus zur Erkundung der noch unbekannten Strecke. Trotz der fehlenden Streckenkenntnisse lieferten beide super Rundenzeiten ab, was uns zuversichtlich für das Rennen stimmte. Kurz bevor Marvin herein kam, fing es leicht an zu regnen, weshalb ich auf Regenreifen startete. Leider war die Strecke wieder abgetrocknet, wodurch ich nach zwei Runden zurück in die Box musste.
Ein Stromausfall sorgte am Mittag für große Hektik im Fahrerlager, da weder die Reifenwärmer, die die Reifen auf Temperatur halten mussten, noch die Transponder für die Rundenzeitmessung funktionierten. Das Problem konnte erst zwei Stunden später behoben werden, sodass wir das zweite Training, wie die meisten anderen Fahrer auch, die kein Notstromaggregat besaßen, auf kalten Reifen starten mussten. Marvin konnte die Situation aber klasse meistern, jedoch wiederholte sich das Szenario des ersten Trainings, da es gegen Ende der Session erneut zu regnen begann. Zum Glück konnten die beiden Jungs einige schnelle Runden drehen, sodass wir eine gute Ausgangssituation für das Rennen hatten.


Bis zum Start des Rennens hatten wir noch vier Stunden Zeit, was mir die Chance gab, auch einmal bei den anderen Klassen zuzuschauen. Besonders die IGK war sehr sehenswert, da viele Fahrer aus dem Moriwaki Junior Cup und dem ADAC Northern Europe Cup als Gaststarter mitfuhren. Es ist echt beeindruckend was die Jungs aus den Motorrädern herausholen.


Leider hielt Petrus kurz nach dem Mittag sein Wort und es fing an wie aus Eimern zu schütten. Also rollte Philipp auf dem Regenmotorrad in die Startaufstellung. Auf die Plätze, fertig…los! Per Le Mans-Start rannten alle Fahrer los zu ihren Motorrädern und stürmten auf die erste Kurve zu, was bei 55 Startern schon einmal schnell eng werden kann. Glücklicherweise kamen alle gut hindurch und machten sich auf die 500km lange Reise. Philipp, unser Regengott, konnte in den ersten Runden gleich einige Plätze gut machen und auf Platz 35 vorfahren. Nach einer guten Stunde erfolgte unser erster Boxenstopp, bei dem das Motorrad betankt und der Fahrer gewechselt wurde. Da ich mich in nassem Terrain nicht sehr wohl fühle, ging ich die ersten Runden langsam an, konnte aber von Runde zu Runde mehr Gefühl aufbauen. Endlich hatte der Himmel Erbarmen mit uns und es hörte auf zu regnen, gerade als ich das Motorrad an Marvin übergab.

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Er fuhr ebenfalls super Rundenzeiten auf der jetzt langsam abtrocknenden Strecke. Philipp fuhr allerdings erneut mit Regenreifen heraus, da es für Slicks noch zu feucht war. Diese wurden jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen, weil die Ideallinie an einigen Stellen bereits trocken war. Aufgrund dessen entschied sich das Team dazu, mich die letzte viertel Stunde auf Slicks heraus zu schicken, was angesichts der Streckenverhältnisse die absolut richtige Entscheidung war. Somit durfte ich auch den Zieleinlauf fahren, was ein ganz besonderes Gefühl ist, da nach vier Stunden die ganze Anspannung abfällt und man sich riesig freut, ohne Sturz oder technische Probleme angekommen zu sein. Letztendlich sind wir als 39. Von 55 Starten ins Ziel gekommen, worauf jeder im Team super stolz war, vor allen Dingen, da Marvin und Philipp noch gut 10 Stunden zuvor das erste Mal auf der Strecke gefahren waren.
Am Abend wurde in der Box von Mo2project das Viertelfinale unserer Fußballjungs geschaut und das super Rennergebnis gefeiert.

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Mein großer Dank gilt unserem gesamten Team, ohne dessen Zusammenarbeit solch ein Langstreckenrennen nicht realisierbar wäre, Ihr habt wieder einmal klasse Arbeit geleistet!
Außerdem danken wir Erwin Müller, unserem Teamfotografen, sowie dem DMV und MSJ und allen Sponsoren für die tolle Unterstützung!“

 

Text: Sarah Göpfert

Fotos: Erwin Müller

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