Das Racetrack-News-Team verabschiedet sich!

Wir möchten zuerst einmal allen Leserinnen und Lesern ein frohes, gesundes und spannendes Rennsport-Jahr 2019 wünschen. Gleichzeitig haben wir jedoch auch eine traurige Nachricht zu verkünden. Racetrack-News wird eingestellt. Verschiedene Gründe haben uns dazu veranlasst, diese Entscheidung zu treffen. Seit dem Frühjahr 2013 haben wir Euch mit den aktuellen News, Interviews und Hintergrundberichten versorgt. Auf dieser fünfjährigen Reise hat das Racetrack-News-Team viel erlebt. In diesem Beitrag verabschiedet sich die Redaktion.

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Außerdem möchten wir mit diesem Artikel einmal ein ganz herzliches “Dankeschön” aussprechen. Dies richtet sich zuallererst an unsere Leserschaft, die uns mit Lob, Kritik und Denkanstößen dabei geholfen hat, uns weiterzuentwickeln. Denn gerade im Rennsport sollte man nie still stehen! Danke auch an unsere Unterstützer: Moto Monster, J+A Zweirad-Technik, Autohaus Meyer, Circuit-Das Magazin , Pixelrace und Profi Trifft Youngster sowie die Fotografen, die uns mit Bildmaterial ausgeholfen haben! Vielen Dank auch an die vielen Fahrerinnen und Fahrer, die sich unseren Fragen gestellt haben und so einiges mit sich haben machen lassen!

 

Ich erinnere mich gerne ganz an die Anfangszeit zurück als Franzi und Rico noch dabei waren. Da waren wir ein sehr kleines Team. So richtig Ahnung hatten wir nicht aber wir hatten eine Vision. Erste Erfolge stellten sich auch schnell ein. Es gab erste Unterstützer. Die Leute sprachen darüber. Das war alles toll. Dann wurde das Team größer. Ich habe mich mehr und mehr zurückgezogen und das Team hat alles viel besser gemacht als ich es je konnte. Toll was daraus geworden ist! Nun ist es aber leider vorbei. Neue Unterstützer zu finden ist dann doch nicht ganz so einfach. Es nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und persönliche Interessen verschieben sich. Ich persönlich bin jetzt sehr viel auf Reisen. Auch da habe ich eine Webseite (www.himmelblaumatt.de) auf der es viel kurzweilige Unterhaltung gibt. Mir berichten auch viele Leute, dass ich sie dabei inspiriere und das finde ich auch gut. Also macht´s gut und schaut Euch gern mal mein neues Projekt an! – Euer Dennis – 

Racetrack-News hat mir sehr viel bedeutet. Nachdem ich 2014 über Franzi dazugekommen war (wir haben in der gleichen Stadt gewohnt), habe ich schnell die professionelle Seite des Rennsports kennengelernt. Als Chefredakteur habe ich zunächst in allen Bereichen gearbeitet, was teilweise echt eine Hausnummer war. Gleichzeitig konnte ich aber so viele Erfahrungen sammeln und viele nette Leute kennen lernen, zum Beispiel in der Supermono-Gemeinde, beim Fischereihafenrennen oder nicht zuletzt im GP-Paddock. Am interessantesten fand ich bei meiner Arbeit mit Racetrack-News immer, zu erfahren, “was im Hintergrund abgeht”. Gerade abseits der Fernsehkameras im Bereich der WM-Klassen gibt es sehr viele spannende Stories! Wenn ich einen der vielen schönen Aspekte der Redaktionsarbeit herauspicken müsste, wäre das wohl die Zusammenarbeit mit meinem Bruder Sebastian. Wir waren ein hervorragendes Team und hatten auf unseren Rennstreckeneinsätzen unheimlich viel Spaß! Gerade im Bereich der MotoGP ist Spaß nämlich nicht immer an der Tagesordnung im Pressezentrum, wo gefühlt fast jeder einen Ruf zu verlieren hat. Aber ich denke, dass wir (auch zusammen mit den vielen Fotografen- und JournalistenkollegInnen aus Deutschland und Umgebung) die Media Centers dieser Welt ein wenig aufgemischt haben. Wie viel Spaß wir hatten, sehe ich immer wieder gern in unseren WMAIs und erinnere mich gern zurück. 

Racetrack-News hat in meinem Leben ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen, die ich auch gern investiert habe. Trotzdem war es jetzt Zeit für eine Veränderung. Was genau die Zukunft bringt, kann ich noch nicht sagen, auch wenn mich mittlerweile ein Gedanke umtreibt: In letzter Zeit ist mir zunehmend auf die Nerven gegangen, was für eine Sicht im Motorsport-Bereich gegenüber der Umwelt vorherrscht. Gut, Motorsport und Umwelt ist nichts, was von sich aus sonderlich gut verbinden lässt. Aber ich denke, dass es doch möglich sein müsste, unsere gemeinsame Leidenschaft mit Themen wie Nachhaltigkeit oder Umweltbewusstsein zusammenzuführen. Wohl eher nicht unbedingt in Richtung Moto-E, aber vielleicht auf andere Weise in den Rahmenbedingungen. Ich kann mir gut vorstellen, in dieser Richtung aktiv zu werden. Mir liegt der Rennsport sehr am Herzen und ich bin gespannt, wie es für mich (oder uns 😉 ) weitergeht. Vielen Dank an alle, es war schön mit Euch! – Euer Dominik – 

In der “Pre-Season” 2014/2015 fragte mich Dominik (mein Bruder) ob ich nicht Lust hätte in die Racetrack-News Redaktion mit einzusteigen. Dort hatte er als Chefredakteur die Berichterstattung über die Superbike-WM hauptsächlich für mich vorgesehen mit Option auch über die Road-Racing Szene zu berichten. Ich brauchte eigentlich nicht lange überlegen und ging dieses spannende neue “Abenteuer” ein, da ich mich eh schon seit jeher viel für Motorradrennen und speziell die Superbike-WM interessierte. Leider musste ich schnell feststellen, dass beide Rennserien optimal zu bedienen sehr zeitintensiv war und somit entschloss ich mich den Fokus auf die seriennahe Superbike-WM zu legen und half ab und zu noch bei den MotoGP Berichterstattungen aus.

Nun sind mittlerweile doch gute 4 Jahre ins Land gegangen und ich muss sagen, es war eine tolle Zeit in der Redaktion und wir haben, obwohl es “nur” ein Hobby nebenbei war, viel auf die Beine gestellt bekommen!  Es wurden viele Geschichten und Stories geschrieben (bei Tag und auch bei Nacht:)), aber nicht nur in Artikelform! Auch gedanklich und erfahrungstechnisch bei den vielen tollen Reisen zusammen mit meinem Bruder, den netten und interessanten Leuten, die man kennenlernte, Interviews die geführt wurden, dem Blick hinter die Kulissen der Szene und und und… DANKE dafür an alle Beteiligten! Im Laufe der Zeit war es lehrreich zu beobachten, wie die Zusammenarbeit an der Rennstrecke für unsere Verhältnisse immer “professioneller” wurde. Dominik machte die Fotos an der Strecke und ich schrieb größtenteils die Artikel, welche wir zeitnah mit tollen aktuellen Bildern veröffentlichten. Besondere Highlights bei den zahlreichen Interviews stellte u.a. unsere “Schlafmasken-Aktion” dar. Dies lockerte die Stimmung und brachte aber auch einen gewissen Ehrgeiz unter den Piloten zum Vorschein, wenn sie sahen, wie ihre Kollegen vorher abgeschnitten hatten! Dies wurde ebenfalls zu unserem kleinen Markenzeichen wie unsere beiden grünen Klappräder, mit denen wir am Donnerstag vor den Rennen die Strecke erkundeten und unseren “Streckentalk” abhielten.

Aber wie es nun mal so ist, hat manchmal alles seine Zeit im Leben und nun wird aus zeitlicher, privater und auch kostentechnischer Sicht das Kapitel “Racetrack-News” vorbei sein. Ob in kleinerer Form etwas Neues kommt…man soll nie, nie sagen! In diesem Sinne, linke Hand zum Rennsport-Gruße! – Euer Sebastian – 

Als ich 2015 zu Racetrack News dazu stieß, war ich auf der Suche nach einer Möglichkeit tiefer in den Rennsport eintauchen zu können. Mir reichte es nicht mehr, einfach nur an der Strecke zu stehen oder durch das Fahrerlager zu laufen. Ich wollte wissen was bei den Teams abläuft oder was passiert wenn die Fernsehübertragung zu Ende ist. Ein wenig konnte ich ja früher auch schon Eindrücke sammeln, denn ich hatte das  Vergnügen einige Jahre lang im Akkreditierungscenter die Gäste zum deutschen Motorrad Grand Prix zu begrüßen. Schon damals hat mich aber auch die andere Seite des Sportes interessiert.

Mein erstes Interview für Racetrack News führte ich damals in Schleiz mit Markus Reiterberger, ich war sehr aufgeregt. Doch Reiti war glaub ich der perfekte Interviewpartner für mein “erstes Mal” hinter dem Diktiergerät. Wenige Wochen später freute ich mich über meine kurzfristige Akkreditierung zum Motorrad Grand Prix in Brünn und flog im selbigen Jahr noch nach Valencia. Das war eine sehr aufregende Zeit. Denn als Neuling betrachtet man alles vielleicht noch ganz anders. Ich lernte schnell viele liebe  Menschen hinter den Kulissen kennen, die als Fotografen, Pressesprecher oder Redakteure durchs Fahrerlager von einem Termin zum nächsten wuselten und merkte schnell, dass viel Arbeit, Zeit und Aufwand hinter der Arbeit eines Fotografen oder Redakteurs steckte. Ich kam bei meinen ersten Grand Prix´oftmals selbst nicht vor 22:00 Uhr aus dem Pressezentrum. Wie manch andere Kollegen, die wie ich ihrem Faible nebenberuflich folgten, hatte ich das Glück mir stets aussuchen zu können, was ich schreibe und über wen ich schreibe. Racetrack News ermöglichte es mir, mir meine eigenen Interviewtermine auszusuchen und Veranstaltungen zu besuchen, die mich reizten. Ich musste mir selten vorschreiben lassen über was ich schreiben darf und wie viel Klickzahlen mein Beitrag erreichen müsste und dies fand ich in der Zeit oft als sehr angenehm.

Das Rennsportgeschäft ist ein hartes Pflaster, wo jeder schaut wo er bleibt – das erlebte ich bei meiner Zeit in der MotoGP vor Ort leider sehr oft. Es gab auch einige traurige Momente, die ich erlebte, wie der tragische Unfall von Luis Salom, der mich bis heute noch berührt. Die Atmosphäre und Stimmung im Fahrerlager beschert mir immer noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Ich erlebte aber auch viele schöne Momente, viele Lacher in den Pressekonferenzen von Marc Marquez oder Valentino Rossi, viele rührende Momente wie Dani Pedrosas Karriere-Abschied. Ich bedanke mich daher auch an dieser Stelle bei der Dorna und den zahlreichen Pressestellen, die mich an solchen Veranstaltungen teilhaben ließen. Auch wenn mein großes Ziel einmal ein Exklusivinterview mit meinem Jugendidol Valentino Rossi zu führen, sich nicht erfüllte (manch einer wartet mehr als 7 Jahre auf dies Möglichkeit), so genoss ich jede Minute in diesem Zirkus dabei zu sein und den Platz eines stillen Beobachters einzunehmen.

Über die Zeit habe ich allerdings eine weitere Leidenschaft für mich entdeckt: den Gespannsport. Den Sidecars konnte ich auf Racetrack News eine Online-Plattform bieten. Diese Szene ist mir in den letzten Jahren sehr ans Herz gewachsen und zu einer wahren Familie für mich geworden, so dass ich ihr auch nach meiner Racetrack News-Zeit weiterhin die Treue halten werde. Für mich wird es mit einem eigenem Projekt weitergehen: einem eigenem Online-Magazin, welches sich mit verschiedenen Serien der Seitenwagen-Szene beschäftigen wird. Das ganze ohne den Druck tagesaktuell über jede Kleinigkeit berichten zu müssen, die sich tut. Denn schließlich soll es ja auch das bleiben, was es für mich bedeutet: ein Projekt, das man aus Liebe und Leidenschaft betreibt und nicht aus dem Druck heraus damit Geld verdienen zu müssen. Ich glaube, wenn es mir einmal keinen Spaß mehr macht, höre ich auf. Doch so weit ist es noch nicht. Ich freue mich daher über jede neugierige Nase, die meinem Projekt www.beifahrer-magazin.de  folgen möchte. Ich werde somit weiterhin “du ist doch die mit den Seitenwagen” bleiben.

Meine letzten Worte möchte ich an meine “Kollegen” im Pressezentrum richten: Danke. Danke für das Freihalten von Plätzen, für das Ausleihen von Speicherkarten, Kabeln, Stiften, das Versorgen mit Kaffee oder Zigaretten, das Wetten auf Rennplatzierungen, die markigen Sprüche und die viele schöne Zeit am Tisch, die Lacher in den Pressekonferenzen oder beim Feierabendbier. Danke an die “Elite” der Fotografen und Redakteure, an die vielen lieben Presseleute, die sich für ihre Teams den Arsch abrackern und danke auch an mein Team Sebastian und Dominik für die gemeinsame Zeit bei Racetrack News!  Vielen Dank Euch allen. Ich hoffe Ihr hattet eine schöne Zeit mit uns.

– Eure Doreen –

 

Welch weise Worte findet man zum Abschied? Wahrscheinlich nie so genau das richtige, deswegen erzähle ich einfach mal nur was schönes ohne sentimental abzuschweifen!
Einer meiner größten Träume war es ja schon immer, den besten Motorradfahrer der Welt zu treffen, logischerweise keinen geringeren als Valentino Rossi. Durch eigene kleine Fahrmanöver in Oschersleben oder sonstwo lernt man im Laufe des Lebens ja auch mal gerne andere Menschen kennen. So geschah es auch mit Dennis, den man hier und da auch schon mal gesehen hatte oder der mal völligen Quatsche gelabert hatte. Wie dem auch sei, wollte Dennis mich ganz groß rausbringen…wahrscheinlich so ein Fotografenspruch! Er hatte einen Internetblog gegründet und frage, ob ich nicht auch etwas dazu beitragen möchte. Nach einiger Überlegung schrieb ich ein paar Wochen darauf völlig zwanglos meinen ersten Artikel. Das war einfach, dachte ich mir. So lief es dann auch erstmal ein paar Monate, bis es hier in Deutschland Sommer wurde. Wie jeder weiß findet die MotoGP auf dem Sachsenring immer im Sommer statt, und nachdem ich einige Male als Besucher dort gewesen war, schlug mir Dennis vor, doch einfach mal als Presse dort aufzuschlagen. Gesagt getan. So einfach war das aber leider nicht, denn eine Presseakkreditierung hatte zuvor noch nie jemand mit einem Internetblog bekommen. Warum auch, es gab schließlich erfahrenere Magazine oder Internetseiten, die einem auch jede Menge Einblick in die MotoGP bieten. Nach gefühlt 5 Wochen Schriftverkehr und jeder Menge Hoffen kam endlich meine Pressekarte von der Dorna. Hach, was hab ich mich gefreut damals. Es war wie 3 Geburtstage und 2 Weihnachten auf einmal. Ich durfte in die heiligen Hallen der Presse und in alle anderen Bereiche, natürlich auch ins Fahrerlager! Voller Freude und Tatendrang verbrachte ich ein paar wunderschöne Tage auf dem Sachsenring und traf natürlich den Gott der Götter höchstpersönlich. Ein Lebenstraum von mir hatte sich damit erfüllt.
Es ist genau diese Erinnerung die mir öfter in den Kopf schießt, wenn ich über Racetrack-News erzähle. Es waren die Anfänge und Erlebnisse die man geteilt hat, die Hoffnung mehr Menschen für Motorradrennen zu begeistern und Bekanntheit zu erreichen in der Szene.
Obwohl ich redaktionell nichts mehr mache und auch seit Jahren nicht mehr schreibe, fällt es mir trotzdem schwer den Blog, quasi unser Baby, aufzulösen. Ich hatte eine schöne Zeit mit allen Kollegen und es war mir immer ein Genuss mit Leuten zu sprechen, schreiben oder zu telefonieren, die ein genauso großes Herz für Motorradsport haben wie ich.

In dem Sinne, sportliche Grüße und Danke für die Zusammenarbeit – Eure Franzi – 

 

 

Text: RTN Redaktion

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