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Danger_Racing: Auftakt zur FIM Supermono Europameisterschaft in Snetterton/UK im Rahmen des BSB Wochenendes vom 13.-15.5.2014


Hallo again,

unsere Britisch Racing Woche, die ich mit meinem Team fast komplett in England verbracht habe, um die ersten beiden Läufe zur Supermono EM zu  bestreiten war ein voller Erfolg. An erster Stelle möchte ich mich bei meinen Sponsoren und Unterstützern bedanken, ohne die diese Reise und ein solches Ergebnis sicher nicht möglich gewesen wäre.



Grossbritanien und Racing gehört so zusammen, das es sogar eine Farbe dafür gibt. Racing ist hier Kultur und die Rennstrecken haben wohlklingende Namen, wie auch ihre Kurven und Geraden. Wir machten uns am Dienstag morgen auf nach Calais, was sich aufgrund des unglaublichen Unwetters in der Nacht zuvor (Foto) als erste Challange erweisen sollte. Da unser Sponsor www.FTS-Spedition.de meinen Mechaniker Felice Klein und mich mit Flexi Premium Tickets für die Fähre nach Dover ausgestattet hatte, konnten wir auch noch 4 Stunden später abfahren als geplant, wir sollten jede Stunde brauchen…

Der ehemalige Flugpaltz in Snetterton  / Norfolk war im zweiten Weltkrieg  Abflugbasis für Bomber Richtung Deutschland. Mittlerweile dient er als Rennstrecke und ist in den letzten Jahren auf einen Top Stand gebracht worden. Senna Straight, Richies, Montreal, und Agostinie, Hamilton und nicht zuletzt die längste gerade Englands, die Bentley Straight – that sounds good!

Spät am Dienstag abend kamen wir im Paddock an. Da ich noch nie auf dieser Strecke gefahren bin, die zuletzt 2009 Austragungsort eines Supermono EM Laufs war, hatte ich bei Focus Events einen Trackday gebucht, mit Tommy Hill, BSB Champion von 2011 als Instruktor um Tracktime zu bekommen.

Am Donnerstag hatten wir „frei“ und sind am späten Nachmittag mit den Bikes nach London zum italian Bike and Car Meeting im legendären ACE-Cafe aufgebrochen. Felice war mit seiner 900er Monster genau richtig! Die Duke musste ich abseits parken:-) The Ace- wie die Briten sagen ist genauso kultig wie man es sich vorstellt und ein absolutes Must See wenn man in London ist! Man sollte aber ungefähr doppelt soviel Zeit einplanen wie wir, denn die Verkehrslage ist incredible und es ist nur ein Wunder, das wir Aufgrund unserer Fahrweise nicht in einem Verlies geendet sind…nach 22 Uhr erst zurück, durften wir dann auch die Bikes nicht mehr mit aufs Gelände nehmen und musste sie draussen lassen. Bei den anderen Teilnehmern, die z.T über 1500 km Anreise hinter sich hatten um dann nicht mehr eingelassen zu wurden, wegen der Nachtruhe….aber so sind die Rules.

Auf der Anreise hatten wir uns noch typisch british mit Fish and Chips versorgt, wobei Large in England riesig heißt, siehe Foto…. Aber gegen Mitternacht wurde dann nochmal das Feuer geschürt um feinste Rinderhüfte von SAVANNA aufzulegen….ein Fest!

Freitag morgen waren dann auch die letzten Teams aus Östereich, Frankreich, der Czech Republic und den Niederlanden angereist, und auch der zweite Teil meines Teams, Christian Klute (FTS)  und Sascha Ohlow erreichte uns am Vormittag.



Freitag 17:30 Uhr Q1

Es ging am Freitag spätnachmittag direkt ins erste Qualy über 25 min. Das Wetter war perfekt, die Asphalttemperaturen gut und so ging ich mit neuen Dunlop Reifen und neuer 5,5 mm Wave Bremsscheibe vorne raus um diese fürs Rennen einzufahren und meine vermeintlich schnellste Runde zu fahren, denn wer weiss was morgen kommt…

Die Kulisse war mittlerweile beeindruckend, mein Team stand geschlossen auf dem Hügel und so zog ich am Kabel was ging und konnte die siebtbeste Zeit herausfahren.

Samstag 10:30 Uhr Q2

Wie im Wetterbericht angekündigt, gabe es zum ersten mal in dieser Woche typisch britishen Fisselregen zum Frühstück. Von mir aus hätte das Q2 nass bleiben können, aber die Strecke trocknete noch vor dem 20 minütigen Zeittraining ab. Ich konnte meine Zeit denn auf anderer Dunlop Mischung nochmal leicht verbessern, und der Test anderer Bremsbeläge verlief auch positiv. Ich ging aber mit Startplatz 10 in die kommenen Rennen, aus der vierten Startreihe heraus, Manni Kehrmann und Christian Schmeink hatten noch Zeit gefunden.. 


Samstag 17:30 Uhr Race 1

Den Engländern ist die Vorstartzeremonie fremd. Wir wurden von einem Marshal auf einem Roller abgeholt und fuhren den weiten Weg vom Aussenlager zur Pitlane im Schritttempo durch die Menschenmenge und dort noch weitere Minuten zu stehen, während die Reifen abkühlen… Einige wenige alte Hasen haben „Ihren“ Vorstart einfach auf dem weg aufgebaut mit Ständern, Heizdecken und Notstromaggregat, unser nächstes learning….Als einziger Fahrer mit breitem Lenker im Feld, stand ich nun auf P10, neben mir der amtierende deutsche Meister, Tuner Josef Frauenschuh hinter mir und vor mir in Sichtweite der Europameister Mike Velthuizen und nicht zuletzt Lukas Wimmer auf der Krämer-Motorcykles EVO2 in der ersten Startreihe…. Ich war so unaufgeregt wie selten und als die  Ampel ausging hatte ich den besten Start meines Lebens! Als fünfter ging ich in die erste Kurve, die Startreihe vor mir hatte ich einfach stehen gelassen….Ich bekam im Verlauf des Rennens immer wieder Windschatten auf der Bentley – und der Senna-Straight, so das ich die Pace um P5 einige Zeit mitgehen konnte. An der Spitze stürtze Mike Velthuizen beim überfahren einer Ölspur, die die Seitenwagen gelegt hatten schwer. Ich kam als sechster ins Ziel und kam in meiner Klasse aufs Podium für Platz 3. Die Sektdusche war super. Vor so einer Kulisse, für mich eine once in a livetime expierience..

Sonntag 10:30 Uhr Race 2

Wieder ging ich von P10 ins Rennen. Mike Velthuizen stand trotz gebrochenem Fuss wieder am Start und auch sonst waren alle haverierten des Vortags wieder dabei. Diesmal hatte ich beim Start eine Kollision dem Holländer Niels Gerritsen #33 der sein Bike im Wheelie etwas verzog, wodurch ich kurz vom Gas musste und einige Positionen verlor. Ich konnte mich im Verlauf der ersten Runde wieder vorkämpfen, verlor dann aber den Windschatten des vorrausfahrenden Christian Schmeink und konnte somit die Pace nicht mehr mitgehen. Als gesamt achter sah ich die Zielflagge und kam nochmals, diesmal als zweiter gewertet aufs Podium. Das Sektspritzen ging mir nun deutlich besser von der Hand – ich komme langsam in Übung:-))


Leider erscheint die Wertung nach den unterschiedlichen Kriterien der FIM, der ESA und der GSA ziemlich schwierig zu sein, auf jeden Fall war keine ofizielle Stelle bis heute in der Lage ein aktuelles Ranking zu veröffenlichen, auf das nicht nur ich dringend warte…irgendwie unpassend in einem Sport in dem es um Bruchteile von Sekunden geht, finde ich…

In jedem Fall bin ich meinem Ziel einer Top Ten Platzierung in der FIM Supermono EM einen grossen Schritt näher gekommen, zweimal in den Punkten auf P6 und P8 ich bin gespannt auf die Tabelle..

Am 25.7-27.7 geht es nach Austria zum Red Bull Ring, wo im Rahmen der Ducati Speedweek Austria lauf 3 und 4 zur FIM Supermono EM stattfinden, bis bald

Frank Brüntrup
Danger_Racing
















  

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