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Danger Racing bei der German Speedweek in Oschersleben

„War wieder Super bei den Monos“
nach meinem Gaststart bei den Supermonos vor 12 Monaten beschloss ich in 2014 um den
FIM European Supermono CUP zu fahren. Jetzt ein Jahr später komme ich als Zweiter der
FIM Wertung in die Börde zurück. Begleitet von meinem Mentalcoach Markus Bauchrowitz, fast einem Dutzend Freunden und Besuchern über das Wochenende und dem festen Ziel meine neue persönliche Bestzeit zu fahren und meine Haut möglichst teuer zu verkaufen.


Das Wochenende wurde überschattet vom Tod meiner weltbesten Schwiegermutter, die mit 84 Jahren nach längerer Krankheit in der Nacht zum Abreisetag verstarb. Markus kam Freitag morgen nach, um mir mit seiner WingWave Technik den Kopf frei zu machen. Ich hatte mit mir selbst mit der Ansage einer neuen Bestzeit, den vielen Freunden, die sich als Zuschauer angemeldet hatten und den eigenen hohen Erwartungen an die Rennen auf meiner Hausstrecke die Latte ziemlich hoch gelegt und ordentlich Druck aufgebaut…und nun soll Markus das mal eben regeln. Ob das funktioniert?….und wie!

Ich ging auf die Strecke und konnte sofort völlig konzentriert und unbefangen die Duke fliegen lassen. Schon in Runde 6, nach vier Wochen Pause, konnte ich meine bisherige persönliche (Renn-)Bestzeit von 1:391 fahren. Die nächste Runde sollte noch schneller werden, als mich beim Rausbeschleunigen aus Kurve 2 das Hinterrad überholte und ich einen LowSider hinlegte…Fu….!
Natürlich auf die eh schon angeschlagene rechte Hand, was sonst! Die Carbonteile von HF-Carbon bleiben größtenteils verschont, da die LSL FlatBar sich als stabiler Sturzpartner erwies. Zwar musste ich den Lenker austauschen, aber er hat schlimmeres verhindert, da bin ich mir sicher. Genauso, wie wohl kaum ein anderer Bremshebelschutz diesen Einschlag überlebt hätte.


Ein Besuch bei Doc Scholl im Medical Center war nicht zu umgehen (zuletzt 2002). Rider OK hieß es und der Doc war mir sogar noch behilflich und hat mein Geraffel zurück ins Fahrelager gebracht. Wo gibts denn sowas:-), Danke Doc! Schon auf dem Weg zu meinem Zelt wurde mir Hilfe angeboten, und so stand das Motorrad mit vereinten Kräften aus der Duke-Battle Familie Axel und Luka Sammet und einigen Teilen von meinem Ersatzmotorrad zum Q2 am Nachmittag wieder fahrbereit da.Danke!

Leider sollte es Luka Sammet selbst an diesem Tag noch übel erwischen, aber das ist eine andere Geschichte. Gute Besserung nochmal von hier aus. Markus Bauchrowitz machte mir abermals innerhalb weniger Minuten den Kopf frei und sorgte dafür, das ich in Q2 trotz Handicap und demoliertem Selbstbewusstsein, wieder nah an die Zeit des Q1 fahren konnte. Ich beließ es aber bei diesem Funktionstest, da die Strecke durch Öl und starken Wind insgesamt langsamer war als im Q1. Somit war Startplatz 10 das Ergebnis eines etwas zu motiviert angegangenen Qualifyingtages.
Gaststarter Tim Holtz (15) hatte es besser gemacht, er Stand mit der serienmäßig motorisierten Krämer Evo 2 auf Platz 8 in der gleichen Startreihe und Pechvogel und Tabellenführer Lukas Wimmer musste von ganz hinten starten. Auch die Moto 3-Gaststarter und ein Zweitakter mischten das über 30 Fahrer starke Supermonofeld auf. Es sollten spannende Rennen werden.

Der Samstag war frei und trotzdem schnell rum, rund um uns lief eines der besten Motorsportereignisse des Jahres und es gab überall was zu gucken, hören und riechen. Am Sonntag ging es ohne Warm Up in die Rennen. In Race eins kam ich ganz gut von der Startlinie weg, blieb aber auf der linken Seite der Geraden und war somit in der ersten rechts außen und verlor ein paar Plätze. Das konnte ich schnell wieder korrigieren.

Im weiteren Verlauf des Rennens hatte ich viel Spass mit Niels Gerritsen vom Camperpoint Racingteam. Ich überholte an jeder nur erdenklichen Stelle, aber Niels konterte jedes mal und konnte am Ende unseren seheneswerten Zweikampf für sich entscheiden. So konnte ich meinen zehnen Startplatz im Zieleinlauf halten, was in der FIM Wertung Platz 6 entsprach. In der Ausfahrt der Boxengasse kam es leider noch zu einer Kollision mit dem Sieger des Rennens Jerry Van de Bunt, der auf mich auffuhr und dabei seine Vorderradfelge und meine Carbon Hinterradfelge zerstörte. Zum Glück blieben wir beide unverletzt und hatten noch Ersatzräder mit, wenn auch nicht aus Carbon.

Der Start zum zweiten Rennen verlief deutlich besser, ich kam als achter aus der ersten Runde über die Ziellinie. Ich hatte bei der Übersetzung noch einen Zahn zugelegt, aber der starke Wind machte mir zu schaffen. Jetzt spielte die Aerodynamik doppelt gegen mich! Diesmal war es eine Gruppe von 3 Fahrern mit dem deutschen Karl Johann auf seiner federleichten 350er Viertakter und dem zweitaktenden Gaststarter. Zwischenzeitlich verlor ich durch einen Schaltfehler auf der Gegengrade einige zig Meter auf die Gruppe, konnte aber wieder aufschließen, und die Führung in der Gruppe übernehmen. Die letzten Runden wahren durch regelmäßige Zweikämpfe mit Karl Johann geprägt. Am Ende konnte ich ihn mit 0,1 Sekunden auf Platz 10 verweisen und Hernry Jonker mit nur 0.4 Sekunden auf den elften Platz. Nach über 20 Minuten Rennzeit wahrlich nur ein Wimpernschlag.

In der FIM Wertung bedeutete dies nach Abzug der Gaststarter aus der Moto drei und Tim
Holtz, der einen Platz vor mir ins Ziel kam Platz fünf. Somit konnte ich trotz Sturz und Verletzung im Qualifying 21 Punkte und den dritten Platz im FIM Supermono CUP nach Lukas Wimmer Österreich und dem Engländer Perry Goldstein, der nun 2 Punkte vor mir liegt mit nach Hause nehmen, mein selbstgstecktes Ziel einer deutliche reduzierten persönlichen Bestzeit aber nicht erreichen. In der deutschen Supermono Meisterschaft der GSA belegte ich in beiden Rennen Platz 2 hinter Manni Kehrmann und vor Michael Campen. In der GSA Gesamtwertung liege ich auf Platz 2.

Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei meiner Frau bedanken, die Verständnis
hatte, das ich trotz des Todes Ihrer Mutter an den Start gehen wollte, und an meine

Schwiegermutter dafür das sie mir das sicher nicht übel genommen hat. Markus Bauchrowitz, der mir den Kopf frei machte und meine Freunde die zur Strecke kamen um mich zu sehen und zu motivieren. Den Rennkollegen, die mir beim Aufbau meiner Maschine geholfen haben und natürlich meinen Sponsoren, dem Reifengroß- und Einzelhändler Boxenstopp, der am 6.9. sein 25 jähriges Jubiläum feiert, FTS-Spedition, SAVANNAH – Selected Beef, der feinstes südamerkanisches Rindfleisch gesponsort hat, von dem es nicht mal ein Foto gibt, so schnell war es verspeisst… HF Carbon für die leichten stabilen Carbonparts, Rene Busch Motorradreisen für die Übernahme des Nenngeldes, stahlbus, WIERES, ai-fitness, KTMTEAMWEST und Motorrad-Ersatzteile24.de 

Zum Finale geht es am 10.-12. Oktober beim Race of Champions nach Assen in die Cathedrale of Speed. Ich hoffe es liegt dann wenigstens kein Schnee:-)

Stay tuned

Frank Brüntrup
Danger_Racing



Fotos: Markus Bauchrowitz (Titel), Dustin Gerken GP (P4), Dominik Lack (P3), Danger Racing

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