Czech-GP: Erster Sieg für Di Giannantonio

In einem Moto3-Krimi der Extra-Klasse war es für Fabio di Giannantonio endlich so weit: Der Italiener sicherte sich den heiß ersehnten ersten Grand Prix-Sieg, nachdem er in dieser Saison schon einmal unglücklich um den Triumph gebracht worden war. 

Von der Pole Position weg begann Jakub Kornfeil gleich nach dem Start die Flucht nach vorn. Schnell konnte er sich einen Vorsprung erarbeiten während die Gruppe hinter ihm die Verfolgung aufnahm. Dabei tauschten Marcos Ramirez, John McPhee, Aron Canet und Gabriel Rodrigo die Positionen laufend. Auch Fabio di Giannantonio und Philipp Öttl hatten in dem Kampf ein Wörtchen mitzureden.

Dadurch schob sich das Feld hinter Kornfeil enger zusammen während weiter hinten Kaito Toba mit einem Highsider zu Boden musste. Trotz der Kämpfe wurde Kornfeil schließlich eingeholt und Canet übernahm bei noch 14 zu fahrenden Runden die Führung. Es entstand ein harter Fight in einer Gruppe, die bis zu Nicolo Bulega auf Platz 18 reichte. Philipp Öttl mischte derweil in den Top 5 mit und hielt sich zunächst in Lauerstellung. 

Für John Mc Phee war das Rennen bei noch neun Runden auf der Uhr gelaufen. Der Schotte lief in der Schikane vor Start/Ziel auf Ramirez auf und rutschte in der darauf folgenden Rechtskurve aus. Vorn konnte eine Runde später Öttl das Zepter in die Hand nehmen. Der Deutsche führte das Feld in die letzten sechs Runden gefolgt von Jakub Kornfeil, der sich nach einer Durststrecke wieder nach vorn gearbeitet hatte. 

Der Sieg sollte sich erst in der letzten Runde entscheiden. Kornfeil begann den letzten Umlauf als Erster, wurde jedoch mehrfach attackiert von Di Giannantonio, der die Führung übernahm. Canet schob sich ebenfalls vorbei auf Platz zwei. Die beiden konnten sich etwas absetzen und gingen Rad an Rad in den letzten Sektor. Di Giannantonio jedoch ließ keine Lücke offen und fuhr als glücklicher Sieger über den Zielstrich. 

Hinter Canet verteidigte Jakub Kornfeil den dritten Platz und konnte den Podiumsplatz vor seinem Heimpublikum feiern. Vierter wurde Enea Bastianini gefolgt von Gabriel Rodrigo. Marco Bezzecchi holte sich mit Platz sechs die WM-Führung wieder. Philipp Öttl musste in den letzten zwei Runden etwas abreißen lassen und hatte keine Chance mehr auf einen Podestplatz. Öttl kam als Achter ins Ziel.

Das Rennergebnis kann hier eingesehen werden.

Stimmen vom Podium

Jakub Kornfeil (P3)

“Natürlich bin ich sehr glücklich. Ich wusste, dass ich auf Platz eins fahren kann, aber ich hatte echt Probleme mit dem Atmen. Auf den Geraden habe ich die Konzentration verloren, weil ich mit der Zunge versucht habe, irgendwie Feuchtigkeit herzustellen. Das Bike hat gut funktioniert und ich hatte einen guten Kampf mit den Jungs.”

Aron Canet (P2)

“Mein Plan war in den Top3 zu bleiben. Auf den Geraden waren wir im Vergleich zu den KTMs ein bisschen zu langsam. Dafür waren wir in den Kurven sehr stark. Die Strategie war also, an der Spitze der Gruppe zu bleiben, den auf Platz zehn ist es sehr schwierig, jemanden zu überholen. Für die WM ist der zweite Platz natürlich gut, aber glücklich bin ich nicht. Ich dachte ich könnte “Diggia” in der letzten Kurve überholen, aber es reichte schon auf der Gegengerade nicht.”

Fabio Di Giannantonio (P1)

“Es ist ein absolut tolles Gefühl. Wir haben das ganze Wochenende gepusht. Wir sind hier angekommen und wussten, dass wir gute Arbeit leisten können und schnell sind. Im Rennen habe ich über das Limit gepusht. Die KTMs waren so schnell und ich habe alles versucht um dagegen zu halten. Eingangs der letzten Runde dachte ich mir nur “entweder es gibt Champagner oder das Kiesbett”. Am Ende wurde es der Champagner. Ich möchte meinem Team danken, die die letzten drei Jahre einen super Job gemacht haben. Das ist erst der Anfang. Zehn Rennen sind noch zu fahren und das Beste kommt erst noch.”

 

Text: Dominik Lack 

Foto: Gresini Racing

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