Czech-GP: Beeindruckende Taktikshow von Repsol Honda

Das Wetter zeigte sich am Rennsonntag ziemlich ungnädig. Nachdem es im Rennen der Moto2 bereits zu einem Rennabbruch und Neustart gekommen war, tat man sich in der Königsklasse schwer eine deutliche Richtung zu finden. Letztlich ging es für die Piloten im Rahmen eines Wet-Races auf den Starting Grid, mit der Frage wer diese Aufgabe wohl am besten lösen würde. Die cleverste Strategie verfolgten ganz klar die Repsol Honda-Piloten, welche am Ende eines chaotischen Rennens ganz oben auf dem Treppchen standen.

Direkt beim Start zogen die beiden Repsol Hondas an Valentino Rossi vorbei. Auch das Ducati-Duo Dovizioso und Lorenzo preschte nach vorn. Jorge Lorenzo, auf Mediumreifen unterwegs, setzte sich jedoch gleich an die Spitze und führte so die ersten Runden den tschechischen Grand Prix an. Dahinter lag ihm Marc Marquez auf den Fersen. Der Spanier hatte allerdings Mühe an der Ducati dran zu bleiben, geriet unter Bedrängnis von Andrea Dovizioso und Valentino Rossi und entschied sich für einen zeitigen Motorradwechsel. Nach nur zwei Runden fuhr Marquez als Erster an die Box und war wenige Minuten später wieder auf der Strecke.

Auch weitere Fahrer entschieden sich rasch für einen Bikewechsel: Jonas Folger (gleich zweimal), Jack Miller, Pol Espargaro und Bradley Smith. Nach und nach ging es so in der Boxengasse zu wie in einem Taubenschlag und die Fahrer kamen sich gegenseitig in die Quere: Aleix Espargaro und Iannone kollidierten, weshalb der Italiener zu Boden ging und mehrere Plätze einbüßte.

Währenddessen arbeitete man in der Box bei Ducati und Repsol intensiv, um im Falle eines Wechsels auch Pedrosa und Lorenzo ein rennfertiges Bike hinzustellen.

Das Fahrerfeld wurde mächtig durcheinander gewürfelt. Während nun auch Jorge Lorenzo auf seine zweite Ducati sprang, übernahm Valentino Rossi die Führung des Rennens. Dahinter hängte sich Johann Zarco auf seiner Vorjahres-Yamaha an Rossis Heck. Doch auch der Doktor fuhr bald an die Box, gefolgt von Andrea Dovizioso. Zarco wechselte später.

Nachdem sich das Fahrerfeld wieder sortiert hatte, lag weiterhin Marc Marquez deutlich in Führung, dahinter folgten Aleix Espargaro, Scott Redding und Karel Abraham auf Position vier. Dani Pedrosa holte indes von hinten weiter auf und konnte so in kurzer Zeit an Abraham, Redding und Espargaro vorbeigehen. Auch Cal Crutchlow arbeitete sich weiter nach vorn und lag zur Rennhälfte bereits auf Rang 5.

Movistar Yamaha-Pilot Valentino Rossi hatte zu dem Zeitpunkt das Nachsehen: Der späte Wechsel verschaffte ihm zwischenzeitlich nur Platz 13. Auch Dovizioso, Zarco und Lorenzo lagen zunächst außerhalb der Top Ten. Es begann eine wilde Aufholjagd der Movistar Yamahas. Vinales und Rossi schafften es in der zweiten Rennhälfte bis in Podiumsnähe.

Marc Marquez blieb mit knapp zwanzig Sekunden Vorsprung außer Reichweite jeglicher Angriffe. Auch dem auf Platz zwei liegenden Dani Pedrosa konnte Maverick Vinales nur schwer gefährlich werden. Somit reichte es in Brünn für einen klaren Honda-Doppelsieg. Maverick Vinales kletterte als Dritter aufs Podium. Teamkollege Valentino Rossi schnappte sich in der letzten Runde Cal Crutchlow und damit den vierten Platz. Andrea Dovizioso wurde Sechster, dahinter vervollständigten Danilo Petrucci, die Brüder Espargaro und Jonas Folger die Top Ten. 

Jorge Lorenzo, der anfangs das Rennen anführte, wurde lediglich 15, während Alvaro Bautista und Loris Baz das Rennen nicht beenden konnten.

Die Übersicht mit den Rennergebnissen der MotoGP findet Ihr HIER.

 

Text: Doreen Müller

Foto: Dominik Lack

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