Brünn-GP: Die Stimmen am Donnerstag zum 400. Grandprix

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Nur wenige Tage nach den ereignisreichen Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg zog der gesamte MotoGP-Zirkus weiter in das rund 340 km entfernte Brno, wo an diesem Wochenende der 400. Grand Prix stattfindet! Neben einem kleinen Festakt anlässlich dieses Jubiläums und der gewohnten Streckenbegehung, nutzte die Pressevertreter aus aller Welt natürlich die Möglichkeit der Pressekonferenz auf Stimmenfang zu gehen und wie gewohnt die Statements der Top-Favoriten zum bevorstehenden Grandprix einzusammeln.

„Ich bin nicht bei 100%, aber das wird kein Problem für dieses Wochenende sein,“ erklärte Marc Marquez angesprochen auf seine Schulter, die er sich beim Sturz auf dem Red Bull Ring verletzt hatte. „Alles schaut gut aus im Moment. Österreich und Le Mans waren zwei Strecken wo wir mehr unsere Probleme hatten, wir konnten im Rennen nicht ums Podium kämpfen aber nun sind wir in Brünn und es schaut so aus als ist das eine besser Strecke für uns,“ so der Repsol Honda Pilot weiter. Alles in allem was es letztlich kein so schlechtes Wochenende für den derzeitigen WM-Führenden, denn mit seinem 5. Platz in Spielberg büsste Marquez lediglich 5 Punkte auf den hinter ihm liegenden Jorge Lorenzo ein. „Wir versuchen hier wieder um das Podium und um den Sieg zu kämpfen und sollte dies nicht möglich sein, dann ist es wichtig nicht zu viele Punkte an die beiden Yamahas zu verlieren.“

„Zwei Rennen ohne gute Resultate, bedeuten eine Menge und wir brauchen nun ein gutes Ergebnis,“ eröffnete Jorge Lorenzo in der Pre-Pressekonferenz. „Wir sind nun auf einer Strecke, die gut für Yamaha ist und meinem Fahrstil entgegen kommt. Ich denke dieses Wochenende können wir um den Sieg kämpfen und mehr Punkte bekommen um an Marc heranzukommen. In der MotoGP mit den Bike ist es einfach auch schwieriger, jede Strecke mit den neuen Reifen kann etwas verändern. Zu einem Zeitpunkt kannst Du dominieren und das Rennen gewinnen und beim anderen Mal bist du Fünfter. Auch die Ducatis werden stärker. Du kannst viele Punkte verlieren oder viele Punkte zurückgewinnen. Wir befinden uns in den letzten Rennen und müssen versuchen so viele Punkte zu sammeln wie möglich.“

Für Teamkollege Valentino Rossi ist die Strecke in Tschechien immer etwas besonderes, denn schliesslich feierte der Italiener hier seinen ersten Triumph. Zwanzig Jahre sind seit dem vergangen, mit viele Höhen aber auch Tiefen für den Doktore, der nach seinem vierten Platz in Österreich nun ein Top-Ergebnis braucht um die Lücke nach vorn schliessen zu können. „Es schaut so aus als ist dieses Jahr das genaue Gegenteil des letzten Jahres. Ich bin wettbewerbsfähiger im Qualifying und stehe in der vordersten Reihe, aber habe mehr Probleme im Rennen,“ fasste Valentino Rossi die erste Saisonhälfte am Donnerstagabend zusammen. „Letztlich war das Rennen in Österreich gar nicht so schlecht, ich war schnell und konstant, wir hatten nicht viel Abstand zu den Ducatis, aber wir haben es nicht aufs Podium geschafft denn Lorenzo war schneller als ich. Wir waren sehr nah dran, aber ich war nicht in der Lage ums Podium zu kämpfen, was eigentlich unser Hauptziel war,“ bemerkte Rossi kritisch. „So müssen wir es hier ein weiteres Mal probieren. Brno ist eigentlich eine gute Strecke für Yamaha aber man weiss nie, denn bisher waren wir nie hier mit Michelin. So beginnt man erstmal dort und dann schauen wir wie stark die Ducatis sind, denn ich denke sie können hier konkurrenzfähig sein, denn es ist eine sehr schnelle Strecke. Aber auch der Speed der Hondas war immer sehr gut in Brno,“ so Rossi weiter und so sehr, der ein oder andere darauf gewartet haben mag, eine weiterführende Erklärung zur Entlassung seines ehemaligen Schützlings Romano Fenati gab der neunfache Weltmeister nicht ab.

Landsmann Andrea Iannone war nach wie vor seine Freude über seinen ersten Grandprix-Sieg anzusehen. „Für mich und Ducati war es natürlich fantastisch mit einem Sieg in der Tasche hier her zu kommen, aber nun ist es sehr wichtig sich auf diesen Teil der Meisterschaft zu konzentrieren, denn wir haben viele starke Fahrer. Ich werde auch in diesem Teil der Saison 100% geben,“ so der Ducati Pilot und natürlich lag die Frage nahe ob ein Folgesieg für Ducati in Brno dieses Wochenende möglich wäre. „Ich weiss es nicht, aber ich hoffe ja, denn ich denke positiv. Ich denke, es ist eine sehr schöne Strecke und sie ist sehr gut für die Ducati. Es ist sehr wichtig einen guten Speed in der Kurve zu haben, Yamaha und Honda zeigten in der Vergangenheit ein gutes Potenzial und das wird nicht sehr einfach für uns, aber ich tue mein bestes.“

Neben Scott Redding (Octo Pramac Yakhnich) komplettierte Aprilia Pilot Alvaro Bautista die Runde und verkündete an diesem Tage seine Pläne für das nächste Jahr. Der Spanier verbleibt nicht bei Aprilia, sondern findet bei einem für ihn altbekannten Team seinen Platz in der Königsklasse für 2017. „Ich bin sehr froh darüber weiter in der MotoGP bleiben zu können und wieder mit Aspar zusammen zu arbeiten. In der Vergangenheit hatte ich ganz gute Resultate und wir werden sehen wie es nächstes Jahr läuft,“ so der 31-Jährige, der bei Aprilia keine einfache Saison erlebte. 

    Text und Fotos: Doreen Müller

     

     

     

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