Barcelona-GP: Comeback- & Streckentalk mit Philipp Öttl


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Bereits drei Wochen nach seinem Sturz in Le Mans sass Philipp Oettl am Freitag wieder auf seinem Motorrad und absolvierte Runde für Runde die Freien Trainingssessions auf dem Circuito de Barcelona-Catalunya. Dabei macht der SchedlGP-Pilot an und für sich eine gute Figur. Wir haben uns nach Abschluss seines Trainings mit Philipp zum „Streckentalk“ getroffen und uns zeigen lassen wie seine Verletzung verheilt ist.

Philipp, nach Deinem Sturz sitzt Du bereits hier in Barcelona wieder auf Deinem Bike. Wie kommt es zu der schnellen Genesung?
Ende letzter Woche habe ich bereits wieder Radfahren können und das hat mir doch Mut gemacht. Beim Radfahren war aber nicht das Problem dass Du das Handgelenk bewegen musst, ich bin sicherheitshalber noch mit Schiene gefahren. Ich habe mich gut gefühlt und war drei Stunden unterwegs, dennoch haben wir auch weiter an der Beweglichkeit gearbeitet. Am Anfang hatte ich noch Schmerzen und musste auch Schmerzmittel nehmen, im Moment hält sich dies jedoch in Grenzen. Am Anfang hatte ich noch eine grosse Schiene und wir haben geschaut das die Schwellung zurück geht. Dann haben mit den Fingern gearbeitet, diese zu bewegen denn mir sind manche Finger noch eingeschlafen. Wenn ich was Greifen will, geht dies jetzt schon besser, war am Anfang aber schwierig. Aber die Ärztin hat gesagt, dass es wird, es jedoch seine Zeit braucht. Ich merk es mehr im Alltag als beim Fahren.

Wie schaut die therapeutische Versorgung für Dich hier vor Ort aus?
Im Clinica Mobile haben sie doch noch einmal andere Methoden als bei uns daheim, obwohl die bei Orthema einen echt guten Job gemacht haben! Wir haben hier jeden Tag Physio gemacht. Ich war jetzt jeden Tag bei den Ärzten und sie haben mich für fit erklärt, auch wenn der „Test“ nicht soo umfangreich war. Ich wurde quasi gefragt wie es mir geht, was die Schmerzen machen, ob ich Roller fahren konnte und was die Beweglichkeit macht. Dennoch muss ich dreimal am Tag hingehen und mich behandeln lassen und merke schon noch Einschränkungen beim Fahren.

Wie hat sich die fehlende Beweglichkeit im Training für Dich ausgewirkt?
Ich bin schon weniger gefahren als sonst und habe die Pausen länger genutzt. Aber ich war beides mal gleich viele Runden draussen und bin auch konstante Zeiten gefahren. Und besonders bei den Reifen merkst Du, wenn sie ein härteres Feedback geben. Daher bin ich eher ruhig gefahren und mit dem Platz muss ich mich denk ich auch nicht verstecken. Das Wochenende ist für mich mehr eine Vorbereitung für Assen und es geht hauptsächlich darum wie ich fahren kann.

 

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Worauf musst Du beim Fahren achten?
Du musst sehr genau fahren und ich muss mehr mit dem Ellenbogen machen, da das Gefühl noch fehlt und man sieht anhand des linken gesunden Handgelenks was an Beweglichkeit möglich wäre. Die Bremsphasen sind hier annehmbar auch wenn die Strecke sehr wellig ist, was wiederum nicht ganz so gut ist. Bei den Richtungswechseln hab ich die meisten Schmerzen aber das Bremsen geht einigermassen. Die Strecke kommt mir dann doch schon eher entgegen, weil sie sehr viele Rechtskurven hat, da fällt es mir leichter Gas zu geben aber aussen fühle ich mich noch unwohler und man braucht noch seine Zeit eh man drin ist. Beim ersten Training war noch alles ungewohnt, da ich eben nicht wusste wie ich Fahren kann. Doch die Ärzte sagten, dass es richtig gut ausschaut, sie haben beim Eingriff alles richtig gemacht. Natürlich sollte ich nicht stürzen, aber ich denke das sollte man nie bei solchen Sachen.

Nimmst Du Sonntag definitiv am Rennen der Moto3 teil?
Es wird sicherlich nicht gerade lustig sein, aber es wird schon gehen. Wir werden uns am Sonntag bereits im WarmUp die Kräfte einteilen und schauen wie es klappt.

Text und Foto: Doreen Müller

 

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