Barcelona-GP: Brad Binder „Alles kommt mit der Zeit!“

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Mit diesem Moto3-Piloten hatte zu Beginn der Saison wohl keiner gerechnet, zumindest nicht in dieser Präsenz. Mit drei Siegen in Folge konnte sich der Südafrikaner einen beachtlichen Vorsprung in der WM-Tabelle ausbauen und steht mit 127 Zählern derzeit auf Platz 1. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um uns bei dem Südafrikaner nach seinem eigenen Resümee der letzten Rennen zu erkundigen und ihm auch hinsichtlich seiner Gewohnheiten auf den Zahn zu fühlen.

Brad, wie würdest Du die ersten sechs Rennen in diesem Jahr zusammenfassen?
Oh das ist schwierig, auf jedenfall würde ich sagen etwas unerwartet. Natürlich habe ich gedacht, dass ich einen guten Start in die Saison haben könnte, da ich ausserhalb der Saison hart gearbeitet habe, aber eine Lücke von 49 Punkten im Moment zu haben, ist schon sehr gut.

Was macht den Unterschied im Vergleich zum vergangenen Jahr?
Warum bist Du in diesem Jahr so stark?

Einer der grössten Unterschied für mich ist wie ich mich auf das Wochenende vorbereite, denn ich schaue mehr darauf das ich bereit bin. Ich bleibe bei meiner Routine und das heisst wenn ich zum Rennen komme, fühle ich mich 100% fit.

Denkst Du eigentlich über jedes Rennen vorher nach oder reagierst Du eher intuitiv?
Bevor ich zu einem Rennen komme, habe ich einen kleinen Spielplan und ich habe eine Idee was ich tun sollte, aber wie Du weisst kommt es immer auf die Situation an. Du kannst nicht exakt einen Plan haben wie du auf der Geraden kämpfst wie in Mugello, aber natürlich denkt man über die eine oder andere Möglichkeit nach. Es ist immer schwierig in der Moto3, denn es gibt so viele Piloten und da weiss man nie genau was einen erwartet.

Im Rennen selbst, kalkulierst Du dort Risiken ein oder vermeidest Du eher Situationen bei dem es zum Sturz kommen könnte im Hinblick auf die Punkte in der Meisterschaft?
Im Moment brauche ich nicht über sowas nachzudenken. Wir sind in Runde 7 und wir haben 18 Rennen. Das ist ein langer Weg, den es erstmal zu gehen gilt. Man denkt schon darüber nach, den man geht immer bis ans Limit und gibst 110% . Es gehört irgendwo auch dazu. Wichtig ist es bereits in den Freien Trainings alles zu geben, um zu verstehen wo Dein Limit ist und wie sich Dein Bike anfühlt. 

Wie liegt Dir die Strecke in Barcelona?
Catalunya ist in jedem Fall eine Strecke, die ich geniesse aber sie zählt nicht zu meinen Favoriten. Da gibt es definitiv  noch andere.

Gibt es im Gegenzug dazu eine Strecke, die Du so gar nicht magst?
Ja, eine Strecke, die ich nicht mag ist Le Mans. 

Wenn ich andere Piloten nach Deinem Fahrstil befragen würde, was glaubst Du wie würden sie diesen beschreiben?
Oh das weiss ich nicht. Ich denke sie würden sagen er wäre Strange. Mein Stärke ist auf jeden Fall das Anbremsen.

Was geht Dir normalerweise vor einem Rennen durch den Kopf oder hast Du ein bestimmtes Ritual?
Ich mache vor jedem Rennen das gleiche WarmUp. Zehn Minuten vorher, also 10:39 Uhr gehe ich mich nochmal erleichtern (lacht), damit fühle ich mich wohler für das Rennen.

Welches Rennen war für Dich das aufregendste in Deiner Karriere?
Das war für mich definitiv Jerez! Es kam unerwartet für mich, dass ich das Rennen gewann und das war ein großartiger Moment in meiner Karriere.

Wie würdest Du Deine Karriere beschreiben – in drei Worten?
Drei Worte zu finden ist schwer, aber ich denke tough und harte Arbeit trifft es am ehesten.

Wer ist Dein härtester Konkurrent und warum?
Aktuell habe ich keinen direkten Rivalen, vielleicht zeigt sich das etwas später in der Saison aber in dem Moment lässt sich dass noch schwer einschätzen.

Was ist Deine Lieblingsmusik?
Ich mag Nickelback und 30 Seconds to Mars und an und für sich nicht das normal übliche.

Dein Lieblingsland um zu verreisen?
„Home“ … also mein Zuhause in Südafrika ist der Ort wo ich am liebsten bin.

Hast Du ein bestimmtes Lebensmotto?
Wenn ich ein Lebensmotto hätte, dann wäre dies sowas wie „Alles kommt mit der Zeit“! Dass heisst man sollte schon auf Dinge achten, aber alles braucht seine Zeit und wird zu seiner Zeit passieren.

Möchtest Du eine Botschaft an andere Motorsport-Enthusiasten schicken?
Ich denke das wichtigste ist es zu geniessen, denn Racing ist ein wirklich unglaublicher Sport. Und wenn Du geniesst was Du tust, hast Du auch die Möglichkeit schnell zu sein und die besten Resultate zu erzielen. Und natürlich sollte man hart an sich arbeiten.

Text: Doreen Müller

Vielen Dank an Pol Bertran, der sich als Fotograf zur Verfügung gestellt hat.

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