• RTN
  • WM Serien
  • Background: Wie sturzreich ist der Sachsenring wirklich?

Background: Wie sturzreich ist der Sachsenring wirklich?


Erneut war an diesem Grandprix-Wochenende die Sicherheit am Sachsenring ein Thema in der Safety Kommission, nachdem es am Freitag zu einem schweren Sturz von KTM-Pilot Mika Kallio gekommen war. Der Finne rauschte mit seiner Maschine durch das Kiesbett und flog anschließend vor seiner KTM in die Airfences und wurde von dem folgenden Motorrad getroffen. Auch andere Piloten stürzten an diesem Wochenende beim Pramac Motorrad Grand Prix, wie Federico Fuligni in der Moto3.
Doch wie ist es eigentlich um den Sachsenring bestellt?

Wir haben uns anlässlich dessen einmal die statistischen Zahlen vorgenommen, wie sturzreich so ein Grandprix-Wochenende am Sachsenring wirklich ist und wie der anspruchsvolle, kurze Linkskurs im Strecken-Vergleich abschließt.

An diesem Wochenende stürzten insgesamt 53 Fahrer, davon 13 am Freitag, 13 am Samstag und 16 am Sonntag.

Im Sachsenring-Vergleich

Nachdem im Jahr 2012 nur 42 Stürze am Wochenende verzeichnet wurden, stieg bis 2016 die Zahl auf 81 Stürze an. Daraufhin wurden an der Strecke leichte Modifikationen vorgenommen – Kurve 11 leicht geändert – die Strecke neu asphaltiert. 2017 sank die Sturzanzahl so wieder auf 44 Stürze – trotz nasser Bedingungen. 

Die berühmt-berüchtigte Kurve 11 – seit kurzem: Ralf-Waldmann-Kurve wurde jedoch von je her unter Beschuss genommen, an diesem Wochenende gab es in “Waldi’s Eck” nicht einen einzigen Zwischenfall. Es scheint so, als hätte Waldmann selbst an dieser Stelle diesmal seine schützende Hand ausgestreckt.

Stefano Manzi ist der Fahrer mit den meisten Stürzen 2018: 17 bisher.


Im Strecken-Vergleich

Der Sachsenring steht aufgrund seines  Layoutes und der teilweise klein dimensionierten Auslaufzonen oft unter genauer Beobachtung, in diesem Jahr traf die Kritik die Kurven acht bis zehn, wo u.a. Kallio sich verletzte.

Schaut man sich jedoch die Zahlen anderer Strecken genauer an, ist der Sachsenring nicht die sturzreicheste Strecke im WM-Kalender. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Misano World Circuit Marco Simonchelli 140 Stürze gezählt, in Le Mans 94 und auf dem TT Circuit in Assen 91.

Damit war vergleichweise auf dem Sachsenring mit 44 Stürzen “wenig los”.

Auch 2018 platziert sich der Sachsenring statistisch im Mittelfeld. 

Die Sturzstatistik führen derzeit Le Mans mit 109 und der Circuit de Barcelona-Catalunya mit 100 an. Auf der spanischen Strecke in Katalonien stieg die Sturzrate im Vergleich zu 2017 um mehr als das Doppelte.

Mit Jerez und Mugello liegt der Sachsenring hingegen gleich auf. Hier kamen 56 bzw. 47 Piloten während des GP-Wochenendes zu Fall. Am besten weg kommt derzeit Termas de Rio Hondo in Argentinien – nur 20 Piloten stürzten hier.

Das vergangene Jahr verbucht insgesamt die meisten “gefallenen Fahrer” in der Motorrad-WM seit 2012: 1126 – 64 mehr als noch 2016.

Text: Doreen Müller-Uhlig

Fotos: Tobias Linke

Tags:,

Trackback von deiner Website.

Kommentieren