Australien-GP: Vinales beendet sieglose Serie in Phillip Island!

Auch in der Königsklasse wurde es ein turbulentes Rennen, bei dem der frischgebackene Weltmeister Marc Marquez nicht das Ziel erreichte! Für Maverick Vinales hingegen glich der Große Preis von Australien wie ein wahrer Befreiungsschlag, nach einer langen Durststrecke konnte der Spanier sich an der Spitze gegen seine Kontrahenten durchsetzen und für Movistar Yamaha wieder einen Sieg nach Hause fahren!

Marc Marquez kam bereits beim Start nicht gut weg und verlor viele Plätze. Der Spanier reihte sich vor Valentino Rossi ein während sich an der Spitze zu Beginn Jack Miller, Andrea Iannone und Alex Rins in der Führungsgruppe zeigten. Ein dichter Pulk an der Spitze steuerte nach der Start-Ziel-Geraden auf die erste Kurve zu. Das Feld lag so eng beieinander, dass sich die Piloten gegenseitig fast herausdrängten.

Als Führender läutete schließlich doch Marc Marquez die zweite Runde ein, denn er hatte innerhalb weniger Kurven wieder aufgeholt. Dahinter hatte sich Andrea Iannone an seine Fersen geheftet, allerdings machte auch Andrea Dovizioso schnell deutlich noch ein Wörtchen mitreden zu wollen. Der Ducati-Pilot ging zügig an Iannone vorbei, während Marquez mit 0,416 Sekunden in Führung blieb. Dovizioso zog das Tempo merklich an und legte mit einer 1:30.147 eine schnelle Pace vor.

Dovizioso zog wenig später direkt an seinem Kontrahenten vorbei, Jack Miller folgte und auch dahinter zeichneten sich mehrere Positionskämpfe ab, denen als Johann Zarco als erstes zum Opfer fiel. Der Franzose fuhr auf Marc Marquez auf und stürzte, doch auch die Repsol Honda schien aus diesem Zusammentreffen nicht schadlos davon gekommen zu sein, denn der Spanier fiel weiter zurück und brachte sein Motorrad an die Box.

Derweil ging es an der Spitze mächtig weiter. Andrea Dovizioso versuchte derweil sich weiter vor seinen Kontrahenten zu behaupten, die sich weiterhin Kurve für Kurve gegenseitig Positionen abnahmen. 20 Runden vor Schluß kam Maverick Vinales erstmals vor auf Platz 1. Valentino Rossi hängte sich dicht hinter seinen Teamkollegen, während Andrea Dovizioso, Andrea Iannone, Jack Miller und Alvaro Bautista die Plätze 2 bis 6 einnahmen.

Alvaro Bautista legte alles in die Wagschale und ging in Konfrontation mit Jack Miller und Andrea Dovizioso. Der Spanier zeigte sich bereits das gesamte Wochenende von seiner besten Seite!

Maverick Vinales versuchte derweil in Führung liegend davon zu kommen und baute seinen Vorsprung auf 1,156 Sekunden auf Valentino Rossi aus. Dieser musste seinen Platz an Andrea Iannone abtreten. Dahinter befand sich Alvaro Bautista in einer Zwickmühle. Als Ducati-Ersatz für Jorge Lorenzo hatte er sich mittlerweile zwischen Rossi und Doviziso geschoben und konnte damit Dovizioso wichtige WM-Punkte kosten.

Vinales Vorsprung wurde schließlich Runde für Runde größer: 1,9 Sekunden verhalfen dem Spanier einen komfortablen Renn-Rhythmus zu finden. Rossi, Bautista, Dovizioso und Iannone weiter in den Top 5 dahinter liegend. Die beiden Ducati-Piloten schnappten sich den Dottore, Andrea Iannone machte es ihnen eine Runde später nach und ging mit der Suzuki ebenfalls an Rossi vorbei. Damit lag Rossi 11 Runden vor Schluß auf Platz 5.

Alvaro Bautista lag zwischenzeitlich auf Rang 2 hinter Maverick Vinales, hinter ihm reihten sich seine Kontrahenten wie eine Perlenkette dicht aneinander auf. Dovizioso und Iannone zogen innen an Bautista vorbei, der Suzuki Ecstar-Pilot verlor jedoch Boden gegenüber Valentino Rossi, der sich prompt auf Platz 2 setzen konnte. Doch lange konnte der neunfache Weltmeister diese Position nicht halten, denn Valentino Rossi fiel innerhalb einer Geraden und eines Anbremsmanövers von Platz 2 auf 5 zurück.

Maverick Vinales baute derweil weiter seinen Vorsprung auf mittlerweile 4 Sekunden aus. Nur um die letzten beiden Podestplätze schien es in den verbleibenden fünf Runden weiter spannend zu bleiben. Dovizioso, Bautista und Iannone hatten weiterhin alle Chancen aufs Treppchen zu fahren. Auch Alex Rins, der sich vor Valentino Rossi auf 5 setzen konnte, war plötzlich bei der Musik dabei. Dovizioso versuchte zwischenzeitlich in Lucky Heights wieder an Iannone vorbeizukommen, dieser hielt jedoch gegen und zog das Tempo an. Auf Platz 5 kämpften weiter Rins und Rossi um wichtige WM-Punkte.

Zwei Runden vor Schluß war  Vinales Führungsmeter bis auf 2,1 Sekunden wieder geschmolzen, denn Andrea Iannone machte hinter ihm ordentlich Dampf, mit Andrea Dovizioso dicht auf den Fersen. Der 23-jährige Spanier rettet sich letztlich mit 1,5 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Sein erster Sieg seit Assen 2017!

Auch Andrea Iannone konnte sich vor Andrea Dovizioso behaupten, damit komplettierten eine Suzuki auf 2. und eine Ducati auf 3. das Treppchen der Königsklasse! Alvaro Bautista wurde starker Vierter, Alex Rins für Suzuki Ecstar Fünfter. Valentino Rossi (6.), Jack Miller (7.), Franco Morbidelli (8.), Aleix Espargaro (9.) und Bradley Smith bildeten die Top Ten. Dani Pedrosa fiel sturzbedingt aus, auch Hafizh Syharin und Pol Espargaro sahen die Zielflagge nicht.

Die Stimmen aus dem Parc Ferme

Maverick Vinales (Platz 1.)
“Ich kann es noch nicht glauben, dass ich gewonnen habe! Das Bike war heute einfach perfekt und ich habe mein Bestes gegeben. Ich hatte ein schwieriges Jahr bisher, mein Team hat dieses Wochenende eine unglaubliche Arbeit geleistet und ich bedanke mich bei allen Fans, die weiterhin zu mir gehalten haben. Mein Fehler ist wahrscheinlich, dass ich meinen Flug schon für heute Abend gebucht habe. Der Sieg hilft mir auf alle Fälle wieder an die positiven Seiten in diesem Sport zu denken, ich bin sehr, sehr glücklich.”

Andrea Iannone (Platz 2.)
“Ich bin natürlich sehr glücklich mit diesem Wochenende. Wir haben von Anfang an gute Arbeit geleistet und wir hatten wirklich eine große Chance heute zu gewinnen. Mit Doviziso und Bautista an meinem Heck zu kämpfen hat mich allerdings viel Zeit gekostet, doch der zweite Platz macht mich happy und ich bedanke mich bei meinem ganzen Team.”

Andrea Dovizioso (Platz 3.)
“Ich bin sehr zufrieden, denn wir hatten auf der Strecke immer unsere Probleme. Ich bin froh überhaupt aufs Podium gekommen zu sein, denn das Wetter und der Wind sind hier immer schwierig. Meine Strategie ist gut aufgegangen und ich bin vom Start an gut weg gekommen. Ich war am Ende zwar auch ganz schön am Limit, wie so ziemlich jeder von uns, aber letztlich bin ich zufrieden mit dem Ergebnis.”

Die Rennergebnisse der MotoGP findet Ihr HIER.

Text: Doreen Müller-Uhlig

Foto: motogp.com

 

 

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