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Assen-GP: Interview Andrea Migno „das Detail macht den Unterschied“

Andrea Migno kommt als Gesamtfünfter der Moto3-Klasse zum TT Circuit nach Assen. Der Italiener, der in Mugello seinen ersten WM-Sieg einfahren konnte, belegte vor zwei Wochen in Barcelona Rang acht.

An Assen hat Migno gute Erinnerungen, verpasste er im letzten Jahr den Sieg doch noch knapp. Damals war er als Führender aus der letzten Schikane gekommen, dann jedoch von Francesco Bagnaia und Fabio di Gianantonio überrumpelt worden. Auf der Ziellinie fehlten 0,018 Sekunden. Wir haben uns vor dem Assen-GP mit dem 21-Jährigen getroffen.

In Mugello konntest Du Deinen ersten Sieg in der Moto3-WM einfahren. Ist Assen der richtige Ort das zu wiederholen?

Tja, das weiß ich nicht. Ich werde auf jeden Fall daran arbeiten. Jedes Rennen ist aber eine andere Geschichte. Unser Ziel ist es erstmal, das Rennen gut vorzubereiten und dann sehen wir, was dabei herauskommt. 

Was war letztes Jahr der erste Gedanke, nachdem Dir Bagnaia auf den letzten Metern den Sieg gestohlen hat?

Ich habe schon gemerkt, dass ich in die letzte Kurve zu langsam hereingefahren bin. Als ich also unter meinem Helm gehört habe, dass Pecco schneller herausbeschleunigen kann, wusste ich, dass ich den Sieg verloren habe. Aber das Podium hier war auch gut. Vielleicht war es sogar besser, dass ich nicht gewonnen habe. Ich wurde ja einen Platz nach hinten versetzt wegen eines Manövers kurz vor Schluss und hätte mich sehr geärgert, den Sieg so zu verlieren.

Im letzten Jahr waren die Italiener hier sehr stark. Zeitweise waren 9 Italiener in den Top 10. Wie erklärst Du Dir das?

Wir haben ja häufig Rennen, bei denen viele Fahrer um den Sieg kämpfen. Das liegt einfach an der hohen Leistungsdichte. Wie groß die Gruppe ist, hängt von der Strecke ab. Warum das ausgerechnet Italiener waren, keine Ahnung, da spielt einfach für jeden Fahrer zu viel mit rein. Für den einen ist die Psyche wichtiger, der andere bringt das Bike und die Strecke besser zusammen. Da macht das Detail den Unterschied.

Nach dem Mugello-GP hast Du gesagt, dass Ihr etwas im WarmUp gefunden habt. Wie kann man es sich erklären, dass Ihr ein ganzes Wochenende am Bike arbeitet und am Ende eine 15- minütige WarmUp-Session ausschlaggebend ist?

Es ist natürlich besser, das gute Setup im Training zu finden. In Mugello hatte ich Glück, im WarmUp noch etwas zu finden, sodass ich gewinnen konnte. Normalerweise machen wir aber auch keine radikaleren Veränderungen am Bike während des WarmUps. Das kann man machen, wenn man eine klare Idee hat und sich sicher ist, dass es sich um eine Lösung handelt. 

Die Geert Timmer-Schikane ist eine klassische Überholmöglichkeit hier in Assen und vielleicht einer der klassischsten im ganzen Kalender. Wie eng ist die Schikane wirklich, wenn man zu fünft dort ankommt?

Oh ja die Stelle ist ziemlich schwierig. Die besten Stellen zum Überholen sind die, an denen man am schnellsten ist. An der Stelle kann man gut hereinbremsen. Man muss aber gut herauskommen, damit man auf der Geraden schnell ist. Außerdem muss man die Schikane gut vorbereiten und das habe ich letztes Jahr versucht. Man kommt von einer sehr schnellen Stelle und die muss man gut erwischen. 

Nächste Woche geht es gleich weiter zum Sachsenring. Dieses Jahr gibt es einige „Back-to-back“-Rennen. Wie gehst Du mit zwei aufeinander folgenden Rennwochenenden um?

Ja die Sommermonate sind dieses Mal sehr heftig. Wir haben sehr viele Termine, aber eben auch sehr viel Zeit auf dem Bike und das ist gut. So ist es mir lieber als zuhause zu bleiben. Wir befinden uns in einer wichtigen Phase in der Saison. Wir müssen also jedes Rennen einzeln betrachten. 

 

Text: Dominik Lack

Foto: Sebastian Lack

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