Argentinien-GP: Crutchlow siegt, drei Strafen für Marquez

Spannung und Chaos bestimmten das Rennen der MotoGP-Klasse in Argentinien. Während sich Cal Crutchlow an der Spitze gegen Johann Zarco durchsetzte und einen lupenreinen Sieg einfuhr, war Marc Marquez mit insgesamt drei Strafen im Fokus der Rennleitung. 

Chaos in zwei Akten

Der Große Preis von Argentinien begann für die MotoGP-Klasse mit einem organisatorischen Chaos. Vor der Startaufstellung hatte es kurz geregnet und das Rennen wurde als Regenrennen ausgeschrieben. Die meisten Fahrer jedoch entschieden sich – da der Schauer nur kurz war – in der Startaufstellung dafür, lieber mit mit dem Trockensetup aus der Boxengasse zu starten. Die Rennleitung reagierte mit einer Unterbrechung, um dem Chaos an der Boxengassenausfahrt zu entgehen, dass es schon 2014 am Sachsenring gegeben hatte.

Deshalb stand Jack Miller, der als einziger ohnehin Slicks montiert hatte, am Ende ganz allein vorn, während der Rest des Feldes von ganz hinten aufgereiht wurde. Die nächsten Turbulenzen brachte Marc Marquez, dessen Repsol Honda nach der WarmUp-Lap ausging. Der Weltmeister schob seine Maschine im Grid an und sollte danach aus der Boxengasse starten. Er jedoch drehte um und reihte sich wieder dort ein, wo er auch startete. 

Erste Strafenwelle für den Weltmeister

Beim Start hatte Jack Miller seiner Position wegen einen großen Vorsprung vor den Verfolgern, nachdem die Startampeln ausgegangen waren. Miller führte das Feld durch die erste Runde. Das erste harte Manöver des Rennens ritt Johann Zarco, nach dessen Angriff Dani Pedrosa per Highsider stürzte. Auf Platz zwei lauerte schon Marc Marquez, der in Runde zwei die Führung übernahm. Nachdem er sich an der Spitze abgesetzt hatte, drückte die Rennleitung dem Spanier eine Ride Through-Strafe wegen seines Verhaltens vor dem Start auf´s Auge, durch die er Platz eins wieder an Miller verlor.

Nach der Boxendurchfahrt lag Marquez auf Platz 19 und begann eine Aufholjagd. Dabei beförderte Aleix Espargaró in eine Umlaufbahn. Als Reaktion auf sein hartes Manöver wurde er angewiesen, sich eine Position zurückfallen zu lassen, was er auch tat, nachdem er kurz zuvor auch Franco Morbidelli überholt hatte. Bei noch 12 zu fahrenden Runden lag Marquez bereits wieder in den Punkten und fuhr eine schnellste Rennrunde nach der anderen. 

Spitzenrennsport um den Sieg, Marquez schubst Rossi ins Aus

An der Spitze lag Jack Miller weiterhin in Führung, wurde jedoch belauert von Alex Rins, der auch den ein oder anderen Überholversuch unternahm. Dahinter folgten Johann Zarco und Cal Crutchlow. Die Verfolgergruppe einige Sekunden dahinter bestand aus Andrea Dovizioso und den Werksyamahas von Rossi und Vinales. 

Alex Rins übernahm zwar zwischenzeitlich die Führung des Quartetts, fiel jedoch nach einem Fehler auf Platz vier zurück und drohte den Anschluss nach vorn zu verlieren. Derweil wurde Cal Crutchlow aktiver und schob sich auf Platz zwei und fand sich nach einem Fehler von Miller auf Platz eins wieder.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Marquez an Andrea Dovizioso vobeigeschoben und nun Valentino Rossi vor Augen. Der Repsol-Pilot stach beherzt in die vorletzte Kurve hinein, drückte Rossi nach außen und sah zu wie dieser stürzte. Zwar konnte Rossi weiterfahren und wurde 19., doch die Rennleitung untersuchte Marquez´Manöver und bestrafte ihn mit 30 Sekunden, wodurch er 18. wurde.

Das Finish spitzte sich auf Cal Crutchlow und Johann Zarco zu, die sich durch die letzten Runden jagten. Am Ende konnte sich Crutchlow durchsetzen und Zarco hatte keine Gelegenheit für einen Angriff. Dritter wurde Alex Rins mit seinem ersten MotoGP-Podium.

 

Stimmen vom Podium:

Cal Crutchlow (P1) “Rennen war gar nicht so tricky”

“Natürlich ist es schön zu gewinnen, kein Zweifel. Es war aber ehrlich gesagt zu erwarten. Ich bin in das Wochenende mit dem Gedanken reingegangen, dass ich die Chance auf Platz 1 oder zwei hinter Marc habe und jetzt habe ich gewonnen. Ich bin keine Risiken eingegangen und bin hinter den Fahrern geblieben, die ich hätte überholen müssen. Ich bin außerhalb des Windschattens geblieben. Der Vorderreifen war hinüber. Er war einfach zu weich für mich. Wir wussten das schon beim Start, aber es hat ja genieselt. Wir müssen zufrieden sein. Das Team hat in den letzten zwei Rennen einen fantastischen Job gemacht. Nun kommen wir nach Austin und müssen die Top 5 anpeilen um dort mit ordentlich Punkten wegzugehen. Ich habe gesagt, dass ich dieses Jahr ein Paar Rennen gewinnen möchte. Dieses Rennen war gar nicht so tricky, denn es gab nur diese Paar nassen Stellen und die Rundenzeiten waren so wie letztes Jahr. Wir haben auf jeden Fall einen guten Job gemacht.”

Johann Zarco (P2) “versuchte fokussiert zu bleiben”

“Der Sieg wird bald kommen, ich muss nur so weiter pushen. Das Rennen war sehr schwierig. Im Trockenen hatte ich Schwierigkeiten und nun war ich vielleicht besser. Wir hatten ein Paar Sachen ausprobiert, allerdings konnte ich nicht locker schneller fahren als die anderen, also blieb ich die ganze Zeit hinter ihnen und habe mein Bestes gegeben. Ich versuchte fokussiert zu bleiben und keine Fehler zu machen. Am Ende dachte ich, dass es an der Zeit ist eine Stelle zu finden, um Crutchlow zu überholen, aber ich habe es nicht geschafft. Der zweite Platz ist ziemlich gut. Ich freue mich für ihn, denn er war einfach schneller, schon am Freitag.”

Alex Rins (P3) “dachte, dass Miller an meinem Hinterrad ist”

“Ich bin sehr glücklich. Danke an das Team, sie haben einen sehr guten Job gemacht, genau wie die Jungs in Japan im Winter. Vor dem Start war ich so nervös, wegen der ganzen Verzögerungen. In der letzten Runde bin ich etwas weit gegangen in Turn 7 und dachte, dass Miller an meinem Hinterrad ist. Ich habe bis zum Limit gepusht und bin schließlich Dritter geworden. Ich bin also sehr glücklich.”

 

 

Text: Dominik Lack

Foto: LCR Honda

 

 

 

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