Aragon GP: Marquez schlägt Dovizioso im MotorLand

Nach dem Marc Marquez im Motorland Aragon bereits in den Freien Trainings dominierte und in den letzten Jahren hier dreimal in Folge siegen konnte – war den Ducatistis schon im Vorfeld klar, dass sie es auf seiner Heimstrecke schwer haben würden. Dennoch versuchten Dovizioso und Lorenzo an dem diesem Wochenende alles, es dem amtierenden Weltmeister nicht zu einfach zu machen. Alles war bereit für die nächste Auflage eines packenden Rennsportkrimis, der für einen Ducati-Piloten schon nach wenigen Metern mit einem Desaster endete.

Rund 70.000 spanische Fans warteten am Sonntag gespannt auf das Rennen der Königsklasse. Wie auch in den Rennen zuvor, war auch in Aragon die Reifenwahl entscheidend. Während Repsol Honda Pilot Marc Marquez auf Risiko setzte und sich für den weichen Hinterreifen in der Startaufstellung entschied, wählte sein Kontrahent Dovizioso den harten Reifen. Letztlich sollte diese Wahl zur Entscheidung beitragen.

Schon kurz nach dem Rennstart war bereits ein Konkurrent des schnellen Spaniers aus dem Rennen – Landsmann Jorge Lorenzo flog direkt in der ersten Kurve per Highsider von seiner Desmosedici und katapultierte sich damit ins Aus. Zuvor war ihm Marc Marquez innen durchgeschlüpft, wodurch Lorenzo bei der Kurveneinfahrt zu weit nach außen abdriftete und der Hinterreifen auf einer schmutzigen Stelle kam, die Folge: das Motorrar rutschte Lorenzo weg und dieser landete recht unsanft. Im Medical Center sollten die Ärzte später eine Zehenverletzung bei Lorenzo feststellen: einen ausgerenkten großen Zeh am rechten Fuß, sowie eine Fraktur an einen zweiten Zeh. Mit Alvaro Bautista warf es wenige Kurven später den nächsten GP-Piloten aus dem Rennen. 

An der Spitze hatte derweil Andrea Dovizioso die Führung übernommen und auch Andrea Iannone profitierte von Lorenzo´s Sturz und rutschte vor, während Marc Marquez sich auf Position 2 direkt an die Fersen der Werksducati heftete. Doch der Top 2 gelang es zu anfangs kaum sich abzusetzen, denn dahinter folgten die beiden Suzukis mit Alex Rins und Andrea Iannone, welche sich um Platz 3 duellierten. Auf Rang 4 hatten sich Repsol Honda-Pilot Dani Pedrosa eingereiht, vor Aleix Espargaro, Cal Crutchlow, Danilo Petrucci, Jack Miller und Johann Zarco in den Top Ten. 

Und wo positionierte sich Movistar Yamaha? Valentino Rossi konnte am Start viele Positionen aufholen und lag nach den ersten Runden schon auf Platz elf. Währenddessen erlebte sein Teamkollege Maverick Vinales erneut ein Drama. Der Spanier war zwischenzeitlich nur auf Platz 15 zu finden und konnte sich in der Anfangsphase kaum steigern. Schlechter lief es derweil für Cal Crutchlow, der Brite lag zuvor auf einem guten 6 Platz, stürzte jedoch ebenso wie Lorenzo in Kurve 1 über das Vorderrad. 

Derweil zog Dovizioso die Pace an der Spitze etwas an und fuhr konstante 1:48 er Rundenzeiten. Marc Marquez blieb mit zwei Zehnteln Rückstand auf Position 2 vor Alex Rins, Andrea Iannone, Dani Pedrosa und Aleix Espargaro. 12 Runden vor Schluß zog schließlich auch Marc Marquez das Tempo an – beide Piloten setzten sich somit um zwei Sekunden vom Rest des Feldes ab. Es dauerte nicht lange bis der erste Angriff des Spaniers folgte, in Kurve 12 übernahm Marquez direkt die Führung, doch Dovizioso schlug prompt zurück.

In Kurve 4 zog dieser kurzerhand an Marquez vorbei, worauf Marquez eine Kurve später einen Konter setzte, den Dovizioso in der nächsten Passage wieder parieren konnte. Allerdings lauerte bereits von hinten Andrea Iannone, der sich fünf Runden vor Schluß auch in den Siegeskampf einmischte. Nachdem Marquez seinen Kontrahenten in Kurve 12 wieder überholt hatte, wollte dieser erneut zurückschlagen – doch beide kamen von der Ideallinie ab, was Iannone ausnutzen konnte.

Jedoch hielt sich Ianonne nicht lange an der Spitze und musste seine Position. wieder an Dovizioso und Marquez abgegeben. Drei Runden vor Schluß folgte schließlich der nächste Angriff des mehrfachen Weltmeisters. Marc Marquez überholte den Italiener nach Start-Ziel auf der Innenseite, Doviziosos Konter schlug anschließend fehl und der Italiener musste Marc Marquez ziehen lassen. Dieser feierte somit seinen sechsten Saisonsieg, den dritten Sieg in Aragon in Folge und seinen 67. insgesamt! Der Spanier rettete sich am Ende mit sechs Zehntelsekunden vor dem Ducati-Piloten ins Ziel. Dritter wurde Andrea Iannone.

Alex Rins (Suzuki Ecstar) verpasste das Podium um eine Sekunde und wurde guter Vierter, vor Dani Pedrosa (Repsol Honda) und einem starken Aleix Espargaro auf der Aprilia. Danilo Petrucci (Alma Pramac) konnte Valentino Rossi (Movistar Yamaha) am Ende noch hinter sich halten, die Italiener werden Siebter und Achter. Jack Miller (Alma Pramac) landete auf Rang neun und Maverick Vinales (Movistar Yamaha) komplettierte die Top 10.

Die Stimmen aus dem Parc Ferme:

Marc Marquez (Repsol Honda)(1.): “Vor allem mit dem weichen Reifen bin ich heute ein Risiko eingegangen. Ich habe mich auf dem harten Reifen zwar okay gefühlt, aber nicht wirklich gut. Deshalb habe ich mich gegen ihn entschieden und hab es riskiert. Zu Beginn bin ich sehr sauber gefahren und habe Andrea verfolgt. Am Ende hatten wir einen schönen Kampf, aber ich war auch wirklich am Limit. Danke an alle Fans hier.”

Andrea Dovizioso (Ducati)(2.): “In Aragon hatten wir in der Vergangenheit immer große Probleme, das war keine Strecke auf der Ducati gewinnen konnte und wir haben das Podium nur aus der Ferne gesehen. Diesmal haben wir jedoch um den Sieg gekämpft, auch wenn es leider nicht gereicht hat, aber es war toll, mit Marc auf einer Strecke zu kämpfen, auf der wir normalerweise nicht sehr stark sind. Das ist ein riesiger Fortschritt für uns.”

Andrea Iannone (Suzuki Ecstar) (3.): “Natürlich habe ich auf ein Podium gehofft und ich danke allen bei Suzuki für ihre harte Arbeit. Jorges Sturz hat es natürlich heute leichter gemacht. Er ist mit weichen Reifen gestartet und direkt gestürzt. Das zeigt, wie schwierig es am Anfang war. Ich habe zu Beginn nicht zu stark gepusht und ich denke, das war eine gute Strategie. Am Ende war ich etwas stärker als Alex und konnte Andrea und Marc folgen. Ich bin natürlich glücklich über diesen Podiumsplatz.”

Text: Doreen Müller-Uhlig

Foto: Repsol Honda

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